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Nachricht vom 29.01.2014    

Besonderes Projekt "Junge Riesen erzählen" im AK-Land gestartet

Zum Auftakt eines besonderen Bildungsprojektes im Kreis Altenkirchen hatten die Initiatoren die alte Linde an der St.-Anna Kapelle Friesenhagen ausgewählt. Unter dem Titel "Junge Riesen erzählen" kamen Schüler der IGS Betzdorf-Kirchen, der lokalen Politik und Vertreter der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, sowie der Forschungsanstalt für für Waldökologie und Frostwirtschaft die das Projekt in Kooperation durchführen, zur öffentlichen Vorstellung.

Das Projekt "Junge Riesen erzählen" im Landkreis Altenkirchen verbindet Kultur und Natur in besonderer Weise und wurde nun offiziell gestartet. Fotos: Manfred Hundhausen

Friesenhagen. Bei eisigem Wind und Sonnenschein trafen sich Schüler der Projektgruppe „Pegasus“ der 6. Klasse der IGS-Betzdorf-Kirchen bei der Linde an der Sankt Anna Kapelle in Friesenhagen, einem besonders geschichtsträchtigen Baum, einem sogenannten "Alten Riesen".
Als „Alte Riesen“ werden knorrige, alte Solitärbäume mit mächtigem Umfang und kolossalen Kronen bezeichnet, die unter Naturschutz stehen und immer wieder eine Faszination auf die Menschen ausüben.

Diesen Ort hatten Nicole Hohmann (Koordination) und Etta Gerdes (Fotografie) für das erste Pilotprojekt im Landkreis Altenkirchen ausgesucht. An der Idee, dieses Projekt auch in den Landkreis Altenkirchen zu holen, war MdL Anna Neuhof maßgeblich beteiligt. Sie konnte die Verantwortlichen des Kreises Altenkirchen von dem Projekt überzeugen.

Jochen Krehbühl, Geschäftsführer Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, begrüßte Landrat Michael Lieber, MdL Anna Neuhof (Die Grünen) und die Bürgermeister Bernd Brato, VG Betzdorf, Jens Stötzel, VG Kirchen und Bruno Schuh, Ortbürgermeister Friesenhagen zur Vorstellung des Projekts. Sie wünschten den Schülern viel Erfolg.

Anna Neuhof, deren Elternhaus ganz in der Nähe der historischen Stätte liegt und die den Baum seit ihrer Kindheit kennt, erzählte ein wenig von der Geschichte des Ortes und der fast 400 Jahren alten Linde. „Im Jahre 1958 wurde bei einem heftigen Orkan die Krone des Baumes stark beschädigt“, so Anna Neuhof. Der berühmte Jakobsweg führt an der Kapelle und der Linde entlang. Im Mittelalter war dieser sogenannte Brüderweg die Verbindung von Köln nach Siegen.
In den Jahren 1620 bis 1650, einem traurigen Kapitel der Geschichte, fanden an diesem Ort fast 250 Hexenverbrennungen statt.

Patrik Lehmen vom Forst-Institut aus Trippstadt, den man auch den „Herr der jungen Riesen“ nennt, erklärte den Anwesenden wie der Samen von diesen Naturdenkmälern geerntet wird und daraus wieder „Junge Riesen“ in dem Institut gezüchtet werden.
Für jede jungen Baum, der verkauft wird, gibt es einen Herkunftsnachweis, woher und von welchem Alten Riesen er abstammt. Nach der erfolgreichen Nachzucht ist geplant, jeweils einen jungen Riesen neben den alten Riesen zu pflanzen. Insgesamt wurden bereits von mehr als 130 Altbäumen Früchte oder Stecklinge genommen und mehr als 300 junge Riesen nachgezogen. Auch im Kreis Altenkirchen wurden bereits Samen geerntet um junge Riesen aufzuziehen. Gesucht wird noch eine Baumschule, die den Vertrieb übernimmt.

„Seit 2013 werden im Patenschaftswald in Gauersheim im Donnersbergkreis junge Riesen von und für junge Neubürger gepflanzt“, erzählte Günter Hermann aus Gauersheim den interessierten Zuhörern. Mit Sicherheit eine nachahmenswerte Idee auch für Friesenhagen und den Landkreis.

Die Schulleiterin Gabriele Lindemer und Fotografin Etta Gerdes führten Werkstattprojekte zur Landschafts-Fotografie mit Schülerinnen und Schülern an den Alten Riesen durch. Kai Wimmer, der das Schulprojekt betreut und der Schüler Kilian gaben einen kurzen Überblick von dem bereits in ihrer Schule gestarteten Projekt.
Mit „Jungen Riesen“, diesem etwas doppeldeutigen Wortspiele sind nicht nur die neugezüchteten Bäume gemeint, sondern auch die Kinder und Jugendlichen, sprich „junge, heranwachsende Riesen“, die aufgefordert und gefördert werden sollen, die Geschichten der alten Riesen zu recherchieren, diese anhand von unterschiedlichen Kulturtechniken neu zu erzählen und somit wieder erfahrbar zu machen.

Seit Jahrhunderten sind geschichtsträchtige Gerichts-, Grenz- oder Tanzbäume treue Begleiter der Menschen. Viele dieser Alten Riesen stehen nicht zuletzt auf Grund ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit als Naturdenkmale unter besonderem Schutz. Im Kreis Altenkirchen gibt es viele dieser besonderen Alten Riesen, deren Geschichte interessant ist.
Die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz setzt sich in Kooperation mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) für die Nachzucht dieser alten Bäume ein. Neben dem Erhalt der genetischen Ressourcen sollen auch die traditionsreichen Geschichten wieder ins Bewusstsein gerufen werden.
Mit weiteren kreativen Methoden werden darüber hinaus spannende Fragen zur historisch-kulturellen Bedeutung dieser Bäume für unseren heutigen Alltag transdisziplinär erarbeitet. Transdisziplinarität als Prinzip integrativer Forschung ist ein methodisches Vorgehen, das wissenschaftliches Wissen und praktisches Wissen verbindet.

Mit den alten und jungen Riesen können Schülerinnen und Schüler lernen, auch die großen Zukunftsthemen wie den so rasch voranschreitenden Klimawandel mit seinen lokalen und globalen Auswirkungen zu bewerten und eigene Handlungsmöglichkeiten zu erproben.

Zum Abschluss überreichte Metke Lilienthal, Referentin für Förderprojekte der Stiftung Natur und Umwelt RLP, den anwesenden Gästen zur Freude noch einen schönen Bildkalender von den Mooren in Rheinland-Pfalz. (PHW)


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