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Nachricht vom 01.02.2014    

Kritische Töne bei der Einweihung der Kita "Schatzkiste"

Nach vielen Wochen und Monaten in froher Erwartung auf die Fertigstellung der neuen Kindertagesstätte in Rott mit Genehmigungs-, Bau- und Finanzierungsproblemen, konnte die Kindertagsstätte mit dem von den Kindern gewählte Namen „Schatzkiste“ zur Freude aller Beteiligten endlich eingeweiht werden. Kritische Töne gab es zur mangelnden Unterstützung des Landes, und eine Sammelklage wurde in Aussicht gestellt.

Die symbolische Schlüsselübergabe, von links: Architekten Gerhard Hinz und Silke Düngen, Kita-Leiterin Meike Schmidt und VG-Bürgermeister Josef Zolk. Fotos: Manfred Hundhausen

Rott. Bürgermeister Josef Zolk begrüßte zur Einweihung der Kindertagesstätte Landrat Michael Lieber, MdL Dr. Peter Enders (CDU), Ortbürgermeister Hartmut Krämer aus Rott, die Mitglieder des Verbandsgemeinderates, die Leiterin der Kita Meike Schmidt, Pfarrerin Silvia Schaake und Pfarrer Thomas Rössler-Schaake, das Architektenteam Gerhard Hinz und Silke Düngen und dankte den beteiligten Firmen, für Ihren enormen Einsatz, der teils unter großem Zeitdruck gestanden habe.

„Die kommunale Kindertagesstätte in Rott wurde mit rund 320.000 Euro vom Land Rheinland-Pfalz gefördert (Baukosten: 2,5 Millionen). Ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Josef Zolk. Es grenze geradezu an Tollkühnheit, wie Abgeordnete die Nichtleistungen der Landesregierung beim Ausbau der Kindertagesstätten als Leistung darstellten.

Das Land Rheinland-Pfalz zeichne sich in der Kindergartenfinanzierung U3 in den letzten Jahren nur durch rhetorische Leistungen aus. Finanziert hätten schwerpunktmäßig Bund, Kreis und Kommunen. Hinter deren Wahrnehmung der Verantwortung bliebe das Land weit zurück. Am stärksten im Kindertagesstättenbereich beim Land sei die Propagandaabteilung. Zolk erwähnte die Sammelklage mit anderen Kommunen beim Verwaltungsgerichtshof, die in Vorbereitung sei.

Landrat Michael Lieber erklärte den Gästen: "Eine Kita einzuweihen gehört zu den schönsten Augenblicken eines Kommunalpolitikers". Er wünschte dem Kita-Team und den Kindern eine schöne und erfolgreiche Zukunft, in einer der schönsten Kitas im nördlichen AK-Land. Er versprach den Kindern bei Gelegenheit mal zu einer Lesestunde in der Kita vorbei zu schauen.

Ortsbürgermeister Hartmut Krämer begann seine Rede mit den Worten: „Heute ist ein schöner Tag, der uns mit großer Freude erfüllt. Was lange währt, wird endlich gut“. „Fürwahr, dieses Haus wurde unter erheblichen Geburtswehen zur Welt gebracht“, sagte Krämer, „aber man sagt diesen Kindern ja nach, dass gerade sie sehr widerstandsfähig sind und prächtig gedeihen“.

Des Weiteren betonte er, dass es eine der wichtigsten Aufgaben der Kommunalpolitik sei, junge Familien in den ländlichen Regionen zu halten und damit ein Ausbluten des ländlichen Raumes und eine Überalterung zu verhindern.
Er wies noch einmal deutlich auf die großen Probleme beim Bau der Kita hin, teils mussten wegen mehrfacher Änderungen und unklarer Förderrichtlinien, Ungerechtigkeiten und Ärger in Kauf genommen werden und es wären Zweifel laut geworden, ob es überhaupt einen Zuschuss geben würde.

Zwischenzeitlich habe man in Mainz sogar die Telefone abgestellt, um sich kritischen Nachfragen zu entziehen. „Die Bereitschaft der Politik für bestimmte Projekte etwas zu tun, minimiere sich erfahrungsgemäß immer dann, wenn es darum ginge, für dieses wichtige Ziel auch Geld in die Hand zu nehmen, um schwergewichtigen Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen“ so Krämer.
Den Kindern wünschte er viele schöne Lernerfahrungen im gemeinsamen Miteinander, und gute Vorbereitung auf die Schule und das Berufsleben.
Den Eltern, dass ihre Erwartungen in diese Einrichtung erfüllt würden, und wenn es mal nicht so sein sollte, die Fähigkeit zum kritischen Dialog.
Als Zeichen der Verbundenheit überreichte er Meike Schmidt das Ortswappen auf Schiefer, gestaltet von der einheimischen Künstlerin Mikaela Iskenius.

Der Höhepunkt war der Auftritt einer Gruppe des Kindergartens Flammersfeld mit Erzieherin Margit Bitzer, die mit einem sehr schön einstudierten Tanz die Anwesenden begeisterten.

Die Einsegnung der Kita nahmen Pfarrerin Silvia Schaake und Pfarrer Thomas Rössler-Schaake von der Kirchengemeinde Flammersfeld, auch in Vertretung der Katholischen Kirche, vor. Sie brachten als Geschenk ein Kreuz mit, das die Noahgeschichte bildlich darstellt. Mit den Worten „Herr segne die Menschen die in diesem Haus arbeiten, dass sie immer wieder neu die Kraft erhalten, liebevoll den Kindern zu begegnen“, wünschten sie dem Kita-Team eine gesegnete und behütete Zukunft.

Es folgte der symbolische Akt der Schlüsselübergabe an Bürgermeister Josef Zolk, den Architekt Gerhard Hinz und Kollegin Silke Düngen, die das Gebäude konzeptionell im Entwurf und gestalterisch in der Materialwahl und Farbgebung projektleitend geprägt hat, vornahmen. Sie überreichten wahrlich einen besonderen Schlüssel, selbst gebaut aus Legosteinen, mit den Kita-Farben Grün, Gelb, Rot und Blau. Die Architekten bedankten sich vor allem bei der Verwaltung und den Mitarbeitern des Bauamtes für die fruchtbare Zusammenarbeit während der gesamten Bauzeit und wünschten dem Kita Team und den Kindern eine allzeit gute Zeit in diesem schönen, neuen Zuhause.

Anschließend übergab Bürgermeister Josef Zolk, mit den besten Wünschen, die Schlüsselgewalt an die Leiterin der neuen Kindertagesstätte Rott Meike Schmidt

Das Schlusswort war dann auch Meike Schmidt vorbehalten. Sie hieß die Ehrengäste aber besonders die Kinder, für die diese Einrichtung gebaut wurde und ihre Eltern herzlich willkommen. Nach einem gemeinsamen Wahlverfahren der Eltern und des Kita-Teams zur Namensfindung für die Kita hatten die Kinder in einer Kinderkonferenz den Namen „Schatzkiste“ gewählt. In der näheren Auswahl standen noch: „Kita Farbenwald“ und Kita Vier-Farben-Land“, (Favorit des Kita Teams), doch zur Demokratie gehören Gott sei Dank ja auch Kinder.

„In unserer Kita "Schatzkiste" ist jedes Kind ein Schatz mit individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten“, so Meike Schmidt.“ Denn jedes Kind trägt Schätze in sich, die wir entdecken können, wenn die Kinder uns lassen“.
Mit dem prägnanten Satz; „In sich selbst das Kind wieder zu finden, das man einmal war“, beendete Meike Schmidt die Eröffnungs- und Einweihungsfeier der neuen Kita „Schatzkiste“

Bei einem kleinen Imbiss fanden anschließend noch einige interessante Begegnungen und Diskussionen statt. (phw)

Daten zur Kindertagesstätte Rott:
Eingang Baugenehmigung für einen 3 Gruppen Kindergarten am 15.11.2010
Eingang Nachtragsbaugenehmigung für 4 Gruppen Kindergarten am 08.10.2012
Nutzfläche des Kindergartens 1026 Quadratmeter
Bruttorauminhalt des Gebäudes 5.226 Kubikmeter
Reine Baukosten ca. 2.500.000 Euro
Zuschuss vom Land 320.000 Euro
Kita geplant für ca. 80 Kinder, davon 26 unter 3 Jahren
Personal: 12 Erzieherinnen und 1 Hauswirtschafterin


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KiTa Schatzkiste 1.2.2014 (32 Fotos)


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