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Nachricht vom 13.02.2014    

Schüler machen Gesetze – ein Tag als EU-Entscheidungsträger

Ganz schön spannend – diese Gesetzgebung! Zu dieser Erkenntnis kamen 38 Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums in Betzdorf. Sie nahmen am Mittwoch an einem Planspiel zum Gesetzgebungsverfahren der EU teil und schlüpften dabei für einen Tag in die Rolle eines EU-Entscheidungsträgers.

Betzdorf. Möglich gemacht wurde das Planspiel durch die regionale Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn, die derzeit die Planspielreihe „Welches Europa wollen wir?“ in Hessen und Rheinland-Pfalz durchführt.
An diesem Tag konnten die Schülerinnen und Schüler in ganz verschiedene Rollen schlüpfen. Als Mitglied der Europäischen Kommission, Abgeordneter des Europäischen Parlaments, Regierungsmitglied eines Mitgliedslandes im Ministerrat oder auch in der Rolle eines Interessenvertreters diskutierten sie verschiedene Standpunkte zum Thema Energiepolitik und Energiesicherheit.

Am Ende des Tages sollte dabei eine gemeinsame Position zu einer Gesetzesvorlage entstehen. Leichter gesagt, als getan. Getreu dem Spruch: „Nur wer selbst für etwas brennt, kann in anderen ein Feuer entfachen“, versuchte man sich gegenseitig von seinem eigenen Standpunkt zu überzeugen. Dass das nicht immer einfach ist, beschreibt Tabea Christian: „Manche Ansichten meiner Rolle als Lobbyistin für Umwelt- und Naturschutz waren schon sehr extrem. Deswegen war es für mich in gewissen Situationen schwierig, Kompromisse einzugehen.“

Der Tag war gefüllt mit hitzigen Diskussionen und Debatten. Die verschiedenen Argumente wurden – wie auch im echten Leben – im Plenum ausgetauscht und abgewogen. Neben der Ausarbeitung der gemeinsamen Position waren die intensive Debatte über den Vorschlag und das Erstellen von Änderungsanträgen die zentralen Lernfelder des Tages. Als Highlight stand am Ende eine finale Abstimmung getreu nach den Verfahren der EU.

Besonderes Lob gebührte an diesem Tag den Vorsitzenden und Vizevorsitzenden der Europäischen Institutionen. Sie hatten die Aufgabe, die Debatten anzuleiten und die verschiedenen Interessen in Einklang zu bringen. Richard Sannert, der an diesem Tag die Rolle des Zweiten Vorsitzenden im Ministerrat innehatte, betonte: „Die Verbindung zwischen meiner Rolle als spanischer Fachminister einerseits und dem Amt als Vize andererseits war grundsätzlich möglich. Allerdings musste ich meine nationalen Interessen im Laufe der immer hitzigeren Diskussionen etwas in den Hintergrund stellen.“
Der Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Bonn, Dr. Stephan Koppelberg, freute sich, dass „die Schülerinnen und Schüler durch die Teilnahme an der Planspielreihe die Gelegenheit bekamen, die Arbeitsweise der Europäischen Union auf eine so spannende Weise
kennenzulernen. Durch das Planspiel wird ein abstraktes Thema für alle Teilnehmenden direkt erfahrbar und bleibt allen so sicher lange positiv in Erinnerung.“




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Und wie ging es aus? Am Ende des Tages sahen die Schülerinnen und Schüler in einem Punkt Nachverhandlungsbedarf und konnten sich nicht auf eine gemeinsame Richtlinie festlegen. Einig war man sich aber darüber, dass die Stromnetze ausgebaut und ein gemeinsamer europäischer Binnenmarkt mit besonderem Blick auf Erneuerbare Energien geschaffen werden soll.
Das Planspiel half den Schülerinnen und Schülern beim Verständnis des europäischen Gesetzgebungsprozesses, wie Stefan Schmidt schildert: „Wir haben heute gesehen, wie schwierig eine Kompromissfindung ist, weil alle an ihren Standpunkten festgehalten haben. Andererseits ist es natürlich auch wichtig, seine Interessen konsequent zu vertreten, denn die Übertragung der nationalen Interessen auf die europäische Ebene ist ja Aufgabe von EU-Politikern.“


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