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Nachricht vom 14.02.2014    

Einzelhandel in Betzdorf war Thema

Das Thema Einzelhandel hatte die CDU in Betzdorf zum Thema ihres Stammtisches gewählt. Zwischen Resignation und Optimismus schwankt die Stimmung, für viele Probleme der Geschäfte in der Innenstadt haben auch die Christdemokraten keine Lösung.

Von links: Simon Bäumer, Michael Mies und Michael Werthebach diskutierten mit weiteren Personen das Thema Einzelhandel in Betzdorf. Foto: Daniel Pirker

Betzdorf. Über Probleme und Perspektiven des Einzelhandels in Betzdorf diskutierte die CDU auf ihrem letzten Stammtisch. Wer hier fertige Lösungsansätze erwartete, war definitiv fehl am Platz. Viel eher analysierten die Christdemokraten den Status Quo. Allerdings: Dabei kamen auch einige interessante Ansätze zum Vorschein.

Wer die Politik bisher für den Problemlöser deluxe hielt, wurde auf dem Treffen der CDU in der Bürgergesellschaft schnell auf den Boden der harten Realpolitik geholt. So seien manche Entwicklungen im Einzelhandel nicht beinflussbar, wie Werner Neuhaus am Beispiel der Supermärkte klar machte. Sie böten mittlerweile ein breites Sortiment an – zum Leidwesen der Fachgeschäfte. Da hat die Politik wenig Einfluss: „Da können wir uns auf den Kopf stellen!“

Auch Metzgereien wurden von Supermärkten „geschluckt“, wie die Teilnehmer feststellten. Billige Back-SB-Läden hätten Bäckereien verdrängt. Auch die Kaufkraft habe insgesamt abgenommen, sagte Fraktionssprecher Werner Hollmann. Ein Grund laut Neuhaus: Kunden aus umliegenden Gemeinden, wie Gebhardshain, hätten es nicht mehr so nötig wie früher in Betzdorf einzukaufen. Mittlerweile gebe es auch dort Möglichkeiten, sich ausreichend einzudecken.

In Schwarzmalerei wollte die achtköpfige Runde dann aber doch nicht verfallen. Mut machte sie sich mit dem Markt, der zweimal wöchentlich in Betzdorf stattfindet. Von ihm profitierten auch die Geschäfte, betonte Michael Werthebach: „Der Einzelhandel merkt ganz klar, wenn Dienstag und Freitag ist. Da müssen wir einhaken, dass der Markt wieder das wird, was er früher mal war.“ Für Hollmann liegt die Abwertung des Marktes auch an mangelnden Nachwuchs bei den Standbetreibern. Peter Bleeser machte gar das Verhalten des Marktleiters gegenüber den Händlern verantwortlich.

Aber wie den Markt aufwerten? Der Vorsitzende der Jungen Union, Michael Mies, schlug eine überregionale Imagekampagne vor, um Käufer außerhalb Betzdorfs anzuziehen.
Für den Einzelhandel forderte Bleeser ebenfalls eine Art Kampagne. Ihm schwebt eine umfassende Aufstellung der Angebote vor, die beantwortet, wo man was kaufen kann. Denn, so der junge CDU-Vorsitzende Simon Bäumer: „Theoretisch kann man in Betzdorf alles kaufen mit ein bisschen Aufwand.“ Zwar wäre es für junge Leute nicht ungewöhnlich über den Onlineversandhandel zu kaufen, aber: Bäumers Eltern kämen nie auf die Idee, im Internet zu bestellen. Für Sportartikel sei das auch gar nicht nötig, waren sich die Teilnehmer einig. Hier sei Betzdorf gut aufgestellt.

Auch die Parkplatzsituation wurde gelobt, die im Vergleich zu Siegen oder Köln konkurrenzlos sei. Bäumer kritisierte nur die Zuwege vom Parkplatz zum Geschäft: Die Überführung Richtung Bahnhofsstraßengalerie sei zum Beispiel in einem dreckigen Zustand.

Durchaus eine lösbare Aufgabe. Etwas mehr Aufwand ist nötig für ein prinzipielles Problem nicht nur des Einzelhandels in Betzdorf, das Stadtratskandidatin Maren Mühlon ausmachte: Die Grundeinstellung müsse sich ändern. „Man muss auch wollen!“
(ddp)




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