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Nachricht vom 21.02.2014    

Fünf Kommunen aus drei Ländern machen sich auf den Weg

Fünf Kommunen aus drei Bundesländern wollen die Leader-Region "3-Länder-Eck" bilden. Damit gehen die Kommunen einen Schritt in die Richtung, die die Europäische Union im ländlichen Raum fördert, um sie in vielen Bereichen zu stärken. Das Leader-Programm fordert ein gebietsbezogenes integriertes Entwicklungskonzept und macht an Ländergrenzen nicht halt. Bürgerbeteiligung ist ausdrücklich gewünscht.

Am Bahnhof von Herdorf trafen sich die Bürgermeister aus dem Drei-Länder-Eck.
Von links: Christa Schüpple, Dr. Gerhard Zoubek, Christoph Ewers, Uwe Berner, Bernhard Baumann. Fotos: anna

Herdorf/Haiger. Kommunale Zusammenarbeit ist nicht erst seit gestern ein Thema, um effiziente Lösungen für die Probleme unserer Zeit zu finden. So gibt es seit mehreren Jahrzehnten den Abwasserverband Hellertal, in dem die Kommunen Wilnsdorf, Burbach, Neunkirchen und Herdorf zusammen geschlossen sind. Haiger und Wilnsdorf haben ein gemeinsames Kulturprogramm und auch zwischen Herdorf und Neunkirchen gibt es auf kultureller Ebene regen Austausch.

Die Kommunen Herdorf, Neunkirchen, Burbach, Wilnsdorf und Haiger haben sich nun zusammengeschlossen, die Leader-Region „Drei-Länder-Eck“ zu bilden. LEADER (Liaison entre actions de développement de l´économie rurale; zu Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union. Da soll das Europa der Regionen gefördert werden.

Durch intensive Bürgerbeteiligung und Vernetzung der lokalen Akteure sollen Ideen, Aktivitäten und Engagement in ländlichen Regionen angeregt und vorangebracht werden. Voraussetzung für die Förderung ist ein sogenanntes gebietsbezogenes integriertes Entwicklungskonzept. Es enthält die Entwicklungsstrategie, die Ziele und Projektideen der Region und umfasst dabei mehrere thematische Schwerpunkte. Lokale Arbeitsgruppen erarbeiten mit den Akteuren vor Ort maßgeschneiderte Entwicklungskonzepte für die Region.

Ende des Jahres 2013 haben die Bürgermeister der fünf Kommunen die Beschlüsse zur gemeinsamen Leader-Region festgezurrt, bis zum Ende dieses Jahres muss die Bewerbung des „Drei-Länder-Ecks“ vorliegen. Bis dahin ist noch einiges zu tun und daher stellten die Rathauschefs, gemeinsam mit den jeweiligen Ansprechpartnern in den Verwaltungen das Projekt vor.

Dazu gab es ein Treffen am Bahnhof Herdorf und eine anschließende gemeinsame Zugfahrt nach Haiger. Christoph Ewers, Bürgermeister von Burbach, begrüßte die Mitreisenden. Er berichtete, dass dieses Länderübergreifende Projekt bisher ein Novum in Deutschland für eine gemeinsame Leader-Region darstelle. Die fünf beteiligten Kommunen stellten eine gemeinsame Wirtschaft- und Naturregion dar und auch kulturell gäbe es viele Gemeinsamkeiten. Das auszuarbeitende Programm sei allerdings kein Programm der Verwaltungen, sondern ein Programm von Bürgern für Bürger.
Die Kommunen arbeiteten schon auf diversen Ebenen zusammen, was sich hinsichtlich der überall gleichen Probleme noch verstärken werde. Themen gebe es genug, angefangen vom demographischen Wandel über Energieversorgung, medizinische Versorgung, Wohnen und Mobilität der Bürger, Integration und noch einiges mehr.

Symbolisch steckten die Bürgermeister je ein großes Puzzle-Teil zu einem gemeinsamen Ganzen zusammen. Diese Puzzle-Teile sollten für die einzelnen Gemeinden stehen, so Bürgermeisterin Christa Schuppler aus Wilnsdorf. Jede Kommune sei eine Einheit für sich und doch gebe es auch jede Menge Schnittstellen und verbindende Elemente. Es sei wichtig sich gegenseitig zu helfen und als eine Region zu verstehen. Wichtig sei es nun aber auch, dass Ideen aus der Bürgerschaft kommen würden, diese aufzugreifen und umzusetzen.

Bernhard Baumann, Bürgermeister von Neunkirchen, erklärte, dass in der Wirtschaftsregion ein hoher Anteil von Pendlern lebe. Die Probleme der Zeit auch nicht an Grenzen von Kommunen und Ländern halt machten und somit gemeinsame Lösungen sinnvoll wären.
Dr. Gerhard Zoubek, Bürgermeister von Haiger, erläuterte, dass dieses gemeinsame Projekt auf den Regierungsebenen der drei Länder sehr skeptisch gesehen werde. Dies bedeute für die Bürokraten einiges an Mehrarbeit, aber Ziel sei es, dass für die Menschen der Region dabei mehr herauskomme.

Uwe Erner, Bürgermeister von Herdorf, sprach von den deutlich neuen Herausforderungen der Gegenwart, die er aber auch als Chance sieht. Eine Region mache sich auf den Weg ihre Zukunft zu gestalten und er freue sich auf die vielen Möglichkeiten, die sich aus dieser Zusammenarbeit ergeben. Als „einzigartig und ambitioniert“ bezeichnen die Bürgermeister ihren Schritt. Sie wollen den Gedanken der Europäischen Union, grenzüberscheitend zu arbeiten, aufgreifen und die Fäden im „Drei-Länder-Eck“ wieder zusammenführen. Sie rechnen mit einem Fördervolumen von 1,5 bis 3 Millionen Euro im Zeitraum der Förderung.

In den fünf Kommunen leben derzeit knapp 75.000 Einwohner, die aufgerufen sind, sich einzubringen und zu beteiligen. Zusammenarbeiten auf Vereinsebenen sind da ein Stichwort. In Kürze soll es eine zentrale Veranstaltung geben, um die Menschen in der Region über das Vorhaben zu informieren. Gemeinsam mit den Bürgern soll ein regionales Entwicklungskonzept erstellt werden, welches die Grundlage der Bewerbung bildet.
Schon bei dieser ersten Veranstaltung waren mehrere Bürgerinnen und Bürger mit von der Partie, die sich in ihren Orten in unterschiedlichen Bereichen ehrenamtlich engagieren. (anna)


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