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Nachricht vom 03.03.2014    

Scheuerfelder Karnevalsumzug im Zeichen des Jubiläums

Der Scheuerfelder Karnevalszug griff dieses Jahr vor allem geschichtliche Themen auf. Henker, Piraten und mittelalterliches „Gesindel“ ragten besonders heraus. Aber auch Hippies, Esel oder Zombies bekamen die Zuschauer zu sehen. Spannend war ein Ausblick auf die gemeinsame Zukunft Scheuerfelds mit Wallmenroth.

Beim "Walk of Death" super gut gelaunt und ein echter Hingucker: Diese jungen Frauen beim Scheuerfelder Umzug. Fotos: Daniel Pirker

Scheuerfeld. Mit dem Malberger „Zuch“ konnte der Scheuerfelder Karneval zumindest zahlenmäßig nicht ganz mithalten. Immerhin gestalteten in Malberg 54 Wagen und Fußtruppen den Zug. Die Besucher bekamen aber trotzdem etwas geboten. 30 Gruppen deckten mit oftmals hochwertigen Kostümen und mit Liebe zum Detail geschmückten Wagen die verschiedensten Themen ab.

Auffällig viele griffen auf historische Themen zurück. Nicht verwunderlich: Schließlich sind Piraten dank der Film-Reihe mit Johnny Depp immer noch populär, wie die Verkleidungen der Scheuerfelder Siegheuler eindrucksvoll demonstrierten.

Beim Wagen der Wallmenrother Nachbarn lag es allein deshalb nahe, auf die Geschichte zu setzen, weil das Dorf zusammen mit Scheuerfeld dieses Jahr sein 1100jähriges Jubiläum feiert. Nicht ohne Ironie stellten die Wallmenrother ihre Version vom Jahr 914 zur Schau: Ihr Wagen war eine mobile Holzfestung, dessen Ankunft von Fanfarenbläsern auf einem Turm angekündigt wurde. Bürgermeister Michael Wäschenbach demonstrierte mal wieder sein Talent zur Selbstdarstellung und Ironie: Stellvertretend für die Scheuerfelder Nachbarn fristete er sein „Zuch“-Dasein am Pranger – ein Verweis darauf, dass die Nachbarschaft zwischen Wallmenroth und Scheuerfeld nicht immer so harmonisch wie heute war.

Ein ähnlich düster-komisches Bild gab das „Broojer Gesindel“ aus Bruche ab: Auf einem Scheiterhaufen verbrannte eine Hexe, dahinter wartete ein Henker mit blutverschmierter Axt auf das nächste Opfer, das wahlweise auch per Strick in Jenseits befördert werden konnte. Vielen wird erst auf dem zweiten Blick aufgefallen sein, dass es sich bei Hexe und Henker um Puppen handelte. Aber auch reale Scharfrichter hatten die Brucher im Angebot. Sie flankierten den beweglichen Hinrichtungsplatz – und wirkten eher karnevalistisch-lustig als angsterregend.

Blutiger ging es bei einer Fußtruppe („Walk of Death“) von jungen Frauen zu: Mit viel Kunstblut und kurzen Röckchen bewiesen sie, dass ihnen der Tod gut steht.
Leichter bekömmliche Kost boten da Jecken vom Herdorfer Karnevalsverein. Sie brachten mit ihren Kostümen und dem Wagen den Zuckerhut nach Scheuerfeld (Motto: "Sambanacht - durchgemacht"). Bunt und lebensfroh präsentierte sich ebenfalls die Karnevalsgesellschaft Betzdorf/Sieg. Von ihrem "Flower-Power"-Wagen verbreitete auch Betzdorfs eigentlich nicht konfliktscheuer Bürgermeister Bernd Brato die "Peace"-Botschaft."

Gute Laune verbreiteten auch die Betzdorfer Zirkuskids. Sie brachten Schwung in den Umzug und demonstrierten ihre Können auf Einrädern. Die „Kids“ sind mittlerweile genauso eine feste Institution wie die Gang um Flo Gottlich und Dominik Stangier. Diesmal waren die Party-Jungs (mit wenigen Mädels) als Esel verkleidet, die einer Möhre an einem Stockende nachjagten.

Zumindest etwas Politik durfte auch nicht fehlen in Scheuerfeld. Dafür fühlten sich die Bewohner der Wallmenrother Waldstraße zuständig. Sie griffen die Zwangsfusion Herdorfs mit Daaden auf – und bewiesen, dass eine Zwangsfusion auch „mal anders“ aufgenommen werden könnte, nämlich als fröhliche Hochzeit. Zumindest wenn das Brautpaar dann Wallmenroth-Scheuerfeld heißt.

Der Umzug in Scheuerfeld mit anschließender Party im Zelt bildet das abschließende Finale des langen Karnevalswochende in Scheuerfeld. Im Festzelt zwischen Scheuerfeld und Bruche heizten zwischen Altweiber und Karnevalssamstag verschiedene Bands den Gästen ordentlich ein, darunter Kim König und Achim Petry, Sidewalk sowie Die Atzen und Diana Sorbello. (ddp)


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