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Nachricht vom 12.03.2014    

Ehrenamt und Zukunft der Gesellschaft

Auf Einladung der Kolpingfamilie und der kfd Wissen referierte Prof. Dr. Christine Brendebach am Dienstagabend 11. März, im Pfarrheim Wissen über die Notwendigkeit und Möglichkeiten, ehrenamtliche Aufgaben in der heutigen Gesellschaft besser zu etablieren. Eine große Herausforderung, nicht nur für die Politik, sei es, dem demographischen Wandel erfolgreich zu begegnen.

Prof. Dr. Christine Brendebach (Mitte), gebürtige Wissenerin, referierte zum Thema Ehrenamt. Sie erhielt den Dank von Richard Walter, Kolpingfamilie, und kfd-Teamsprecherin Ursula Rolland. Fotos: Manfred Hundhausen

Wissen. Sympathisch und überzeugend hielt Prof. Dr. Christine Brendebach, geboren laut eigener Aussage „em Wesser Onnerdorf“ (Altstadt), ihren Vortrag über die Zukunft des ehrenamtlichen Engagements im Katholischen Pfarrheim in Wissen vor 80 interessierten Zuhörern. Sie widerlegte eindeutig, dass der Prophet im eigenen Land nichts gelte.

Der Vorsitzende der Kolpingfamilie, Richard Walter, zeigte sich sichtlich erfreut, dass er ein „Wesser Mädche“ für diesen Vortrag gewinnen konnte. Er begrüßte auch Bürgermeister Michael Wagener (selbst Kolpingbruder) nebst Gattin, Berno Neuhoff in Vertretung für Landrat Michael Lieber, Pastor Martin Kürten und Pfarrer Marcus Tesch, sowie die Vertreter der Kolpingfamilie und der kfd Wissen.

"Ohne ehrenamtliches Engagement sind Vereine heute nicht mehr lebensfähig", sagte Brendebach, die an der Evangelischen Hochschule Nürnberg, in den Fachbereichen Gesundheit und Pflege tätig ist.
„Betrachtet man die demographischen Entwicklungen, so wird die Gesellschaft schon heute durch den zunehmenden Alterungsprozess vor besondere Herausforderungen gestellt, wenn es darum geht, ein Altern in Würde und im eigenen Zuhause, auch bei steigendem Unterstützungs- und Pflegebedarf, aufrecht erhalten zu können“, so Brendebach.

Die sinkenden Schülerzahlen seien ein deutliches Vorzeichen und zugleich auch ein Warnsignal für diese Entwicklung. Bereits jetzt sei klar, dass dies durch die Familien oder professionelle Systeme allein nicht gewährleistet werden könne. Die Etablierung und der Ausbau ehrenamtlicher Dienste werde daher von vielen Seiten gefordert und seien bereits jetzt ein wichtiger Ansatz der Kommunalpolitik. Die Herausforderung bestehe darin, mehr Menschen für eine ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern. Es müssten schon jetzt die Weichen für die nächsten 20 Jahre gestellt werden. Wichtig dabei sei, das die Kommunen als zentrale Schnittstelle für das Ehrenamt fungierten und das auch eine Anerkennungskultur für dieses Amt ein wichtiger Faktor wäre.

Von den 65-80 jährigen seien schon jetzt 65 Prozent ehrenamtlich in Sport, Umwelt- und Tierschutz, Politik und sozialen Umfeldern tätig. Man spreche von einer „Pluralisierung der Bereiche“. Einen bedeutenden Stellenwert verzeichne der Funktionswandel der Großelternschaft, da es heute, im Gegensatz zu früher, oft vorkomme, das mehrere Generationen in einer Zeit zusammenlebten, auch „Bean pole family“ genannt.
„Ehrenamtliche Helfer bleiben, laut einer Studie länger geistig und körperlich fit“, ermunterte die Professorin die Zuhörer mit einem Augenzwinkern. Frauen engagierten sich mehr in Kirche, Gesundheit und Sozialem, Männer dagegen mehr in Sport, Politik und technischen Bereichen. Im Pflegebereich liege die Hauptlast immer noch in der eigenen Familie, die sich damit schon „den Himmel verdiene“, fand Christine Brendebach.



Interessant waren auch die von ihr in Form einer Bildschirmpräsentation gezeigten Ergebnisse statistischer Umfragen unter älteren Menschen:
Warum sich Menschen für ein Ehrenamt entschieden haben, weshalb sie sich eventuell für ein Ehrenamt entscheiden würden und wer sie bei Hilfsbedarf unterstützen sollte.
Im weiteren Vortrag wurden die Bedeutung und die Möglichkeiten bürgerschaftlichen Engagements aufgezeigt. Gleichermaßen wurden Grenzen und Schwierigkeiten bei der Umsetzung ehrenamtlicher Projekte thematisiert.

Michael Wagener erläuterte am Beispiel Wissen, das ohne ehrenamtliche Tätigkeiten die vielen Veranstaltungen in der Stadt überhaupt nicht durchzuführen seien.
Prof. Dr. Christine Brendebach beendete ihre Ausführungen mit dem Satz von Adolph Kolping: “Nur mutig vorwärts, Gott wird für die Zukunft sorgen! Wir Menschen machen uns viel zu viel Sorgen um die Zukunft. Wir klagen über die Vergangenheit und achten nicht genug auf die Gegenwart“.

In der anschließenden Diskussion brachten einige Gäste ihre aktiven und passiven Begegnungen und Erfahrungen mit ehrenamtlichen Tätigkeiten zur Sprache.
Zum Abschluss verabschiedeten Richard Walter und die Teamsprecherin der kfd Wissen, Ursula Rolland die Referentin mit einem Präsent und viel Applaus. (phw)


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