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Nachricht vom 31.03.2014 - 17:59 Uhr    

Kann ein Heilstollen im Molzberg-Gelände entstehen?

Achtung: Aprilscherz!! Höhlentherapie und Wellnessangebote in Kooperation mit dem Molzbergbad - das kann man sich in Kirchen sehr gut vorstellen. Die Bürgerinitiative Molzberg brachte den Stein ins Rollen und hat bereits erste Kontakte mit Experten geknüpft. Eine erste Untersuchung der Ruhr-Universität ist vielversprechend. Ein Gutachten muss nun erstellt werden, und das kostet Geld. Geld, das die BI Molzberg nicht hat, aber es gibt hoffnungsvolle Signale aus dem Stadtrat.

Könnte dies bald im Molzberg-Höhlensystem Realität sein? Foto: Deutscher Heilstollenverband

Kirchen/Betzdorf. Die Frage, wie man in Kirchen den Tourismus beleben kann, stellt man sich in Politik und verschiedenen privaten Initiativen bereits länger. Außerdem ist das Thema des demografischen Wandels in aller Munde.

Nun gibt es eine Idee, die vielleicht geeignet ist, zur Lösung beider Probleme beizutragen. Zumindest älteren Kirchenern dürfte bekannt sein, dass es unter dem Molzberg ein ausgedehntes Stollensystem gibt. Zugänge gab es sowohl aus Richtung Krankenhaus als auch aus Richtung Jungenthal. Während des Zweiten Weltkrieges nutzte die Belegschaft der Lokfabrik diese Stollen als Zuflucht bei Bombenangriffen. Später wurden die Eingänge zugemauert, die Stollen gerieten in Vergessenheit.

Das könnte sich jedoch schon bald ändern. Angeregt durch den Erfolg der Grube Bindweide in Steinebach als Heilstollen wurden erste Untersuchungen über die Luftqualität in den Katakomben des Molzberges durchgeführt. Prof. Dr. Kurt Hachheimer von der Ruhr-Universität Bochum bestätigt: „Erste Ergebnisse lassen auf eine gute heiltherapeutische Wirkung für bestimmte Erkankungen der Atemwege schließen.“

Doch damit nicht genug: „Auch das Wasser im Stollen hat eine sehr hohe Qualität. "In einer Laboranalyse konnten wir eine Mineralisierung in einer für den menschlichen Körper überaus vorteilhaften Zusammensetzung nachweisen.“ Gibt es also demnächst Heilwasser aus Kirchen?
„Zunächst ist zu klären, ob Luft und Wasser im Stollen ständig diese günstigen Merkmale aufweisen. Auch muss geklärt werden, in welchen Mengen der Stollen das Wasser ausschüttet“, erklärte Prof. Hachheimer.

Das müsste in einem Gutachten geklärt werden. Die Experten beziffern die Kosten dafür auf ca. 150.000 Euro. Geld, das die Stadt Kirchen eigentlich nicht hat, die BI Molzberg schon garnicht. Mit Blick auf die Chancen ist man im Stadtrat aber dennoch geneigt, dieses Wagnis einzugehen.
Der scheidende Stadtbürgermeister Wolfgang Müller erklärt hierzu: „Die ersten Ergebnisse sind so vielversprechend, dass man diese Chance nutzen muss. Schließlich ist die Gesundheitsbranche ein Wachstumsmarkt. Die Menschen werden immer älter, Atemwegserkrankungen nehmen zu. Vielleicht kommt da ein zusätzliches therapeutisches Angebot gerade zur rechten Zeit.“
Müller kann sich auch ein Wellnesspaket in Kooperation mit dem Molzbergbad vorstellen. Denn dies könnte auch die Defizite des Badbetriebes reduzieren. Zunächst soll nun eine Arbeitsgruppe „Heilstollen“ gegründet werden, die über das weitere Vorgehen berät.

Kontakte mit dem Deutschen Heilenstollenverband sollen hergestellt werden. Der Deutsche Heilstollverband wurde 1990 gegründet und vertritt derzeit rund 10 Heilstollen. Die Speläotherapie (Höhlentherapie) hilft vielen Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen und Allergien. Kommt noch das besondere Heilwasser aus dem Inneren der Erde hinzu, meist besonders mineralstoffreich, sind Wellnessoasen durchaus denkbar. In Fredeburg/Sauerland aber auch in Thüringen sind solche Anlagen in Betrieb - mit viel Erfolg. (hws)



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