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Nachricht vom 17.04.2014    

Motorradfahren - Hobby genießen und unfallfrei ankommen

Mit dem schönen Frühlingswetter beginnt die Jahreszeit für die Motorradfahrer. Viele Zweiradfahrer freuen sich auf die nun beginnende Saison und die freien Tage, die man dem Hobby widmen kann. Das Polizeipräsidium gibt Tipps für sicheres Fahren auf zwei Rädern. Auch der Landesbetrieb Mobilität hat die Sicherheit der Motorradfahrer im Blick und weitere Maßnahmen an den Straßen zur Verbesserung der Sicherheit angebracht.

Schutzplanken im Kurvenbereich mit Unterfahrschutz ausgerüstet, schützen Motorradfahrer vor oft tödlichen Verletzungen. Foto: LBM

Region. Für Motorradfahrer beginnt im Frühjahr die schönste Jahreszeit.
Die Sonne kann nun in vollen Zügen genossen werden und mit Beginn der Gültigkeit des Saisonkennzeichens, werden die Sehnsüchte nach Freiheit und Abenteuer bei vielen Bikern geweckt.
Doch Vorsicht. Zu dieser Sehnsucht gehört auch Reiz zum Risiko. Gerade im Frühjahr sind Motorräder häufiger in Unfälle verwickelt als zu den anderen Jahreszeiten.

So ereigneten sich im vergangenen Jahr (2013) im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz 1329 Verkehrsunfälle, an denen Zweiradfahrer beteiligt waren. 11 Motorrad­fahrer kamen hierbei ums Leben, 322 wurden schwer und 657 leichtverletzt.
Ein Großteil dieser Unfälle (749), ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaf­ten, 562 ausserorts.

Auch bei Motorradfahrern ist die Unfallursache Nummer 1 nach wie vor die Geschwindigkeit, gefolgt von fehlerhaftem Überholen und Vorfahrtverletzungen.
Aus diesen Gründen sollte man die eigene und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer nicht außer Acht lassen; schließlich besteht für den Motorradfahrer ein viel­fach höheres Unfall- und Verletzungsrisiko im Straßenverkehr als für andere Verkehrsteilnehmer.

Damit Sie unfall- und verletzungsfrei über die Saison kommen, beachten Sie bitte die Tipps der Polizei:
Defensives und vorausschauendes Fahren ist (über-)lebenswichtig!
Lassen Sie sich - auch bei Gruppenfahrten - nie zu riskanter Fahrweise und verleiten!
Beobachten Sie ständig den Verkehr und fahren Sie nur so schnell, dass Sie innerhalb der übersehbaren Strecke gefahrlos anhalten können!
Darüber hinaus die alljährlich wiederkehrenden Tipps, die zwar von vielen Zweiradfah­rern beherzigt, aber dennoch nicht unerwähnt bleiben dürfen:
Vor der ersten Fahrt sollte das Zweirad unbedingt auf seine Fahrtüchtigkeit hin untersucht werden.
Die wichtigsten Sicherheitschecks betreffen Lichtanlage, Bremsen und Reifen.
Ganz wichtig ist eine Überprüfung des Luftdrucks, der durch das lange Stehen der Maschine im Winter häufig abfällt.
Nutzen Sie Fahrsicherheitstrainings nach der Winterpause oder beim Wieder­einstieg.
Schutzkleidung bewahrt vor schlimmen Verletzungen – auch an heißen Tagen. Tragen Sie sichere und funktionale Kleidung.
Freie Sicht für eine sichere Fahrt, deshalb zerkratzte Helmvisiere austauschen.

LBM hat Motorradsicherheit im Blick
„Der Wall hat mir das Leben gerettet“, so die spontane Reaktion eines Motorradfahrers, der auf einer sehr stark befahrenen Motorradstrecke einen Unfall hatte, den er unverletzt überstand - und das dank des Erdwalls, den die Straßenmeisterei dort im Kurvenbereich errichtet hat, damit Motorradfahrer bei einem Sturz abgefangen werden. Dies ist nur ein Beispiel für die vielen Maßnahmen, mit denen der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz die Motorradsicherheit auf den rheinland-pfälzischen Straßen kontinuierlich verbessert.

Maßnahmen, die eine Wirkung haben, wie auch ein Blick auf die Unfallzahlen zeigt: Die Zahl der Motorradfahrer, die auf rheinland-pfälzischen Straßen tödlich verunglückt sind, ist auch 2013 weiter gesunken. Während 2012 noch 44 Motorradfahrer zu Tode kamen, so waren es im vergangenen Jahr 28. Seit 2010 ist hier ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen.

„Auch wenn die Zahlen sinken: jeder Mensch, der auf unseren Straßen ums Leben kommt, ist einer zu viel“, so Bernd Hölzgen, technischer Geschäftsführer des LBM. Die Verkehrssicherheit auf den rheinland-pfälzischen Straßen zu verbessern, ist deshalb eines der zentralen Themen des LBM.

Seit Längerem kümmert sich der LBM hierbei verstärkt um die Verkehrssicherheit von Motorradfahrern. Motorradunfälle machen zwar nur knapp zwei Prozent aller Unfälle aus, jedoch werden bei mehr als 70 Prozent dieser Unfälle Menschen verletzt oder sogar getötet.
Der LBM hat deshalb bereits 2011 ein Sonderprogramm zur Verbesserung der Motorradsicherheit aufgestellt. Die Investitionssumme belief sich auf rund 230.000 Euro. Finanziert wurden hiermit unter anderem Unterfahrschutz und Fahrbahnerneuerungen. Ebenso wurden neue Schilder, die auf gefährliche Kurven hinweisen, angebracht und Gehölze entfernt.

Mehr als 60 Kilometer Schutzplanken im Kurvenbereich sind inzwischen mit Unterfahrschutz ausgestattet. Allein in den vergangenen vier Jahren hat sich die mit Unterfahrschutz versehene Strecke verdoppelt.
Unterfahrschutz an Schutzplanken erhöht die Sicherheit für Motorradfahrer, wenn sie in der Kurve stürzen. Er verhindert, dass die Motorradfahrer beispielsweise gegen die Pfosten der Schutzplanke prallen oder zwischen der Unterkante der Schutzplanke und dem Boden eingekeilt werden. Zudem wird der Aufprall gedämpft.

Um die Motorradsicherheit noch besser im Blick zu haben, wurden in den vergangenen Jahren 200 LBM-Mitarbeiter – insbesondere die Streckenwarte, die täglich kontrollieren, ob die Straßen verkehrssicher sind – gezielt weitergebildet. Ziel dieser Schulungen war es, den Mitarbeitern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie eine besonders sichere Straße für Motorradfahrer beschaffen sein muss.
Nach diesen Schulungen ist einiges passiert. So wurden zum Beispiel Betonbalken, Treppen und Felsbrocken entfernt, die sich allesamt im Seitenraum von Straßen befanden. Diese Hindernisse am Fahrbahnrand können für Zweiradfahrer bei einem Sturz lebensgefährlich sein. Auch wurden Leitpfosten enger gestellt, um den Verlauf von Kurven deutlicher erkennbar zu machen und Bewuchs in Innenkurven entfernt, um die Sicht zu verbessern. Bankette wurden angeglichen, damit Motorradfahrer nicht von der Fahrbahn abkommen. Beim Sanieren der Fahrbahn wird darauf geachtet, dass der Fahrstreifen mit einem einheitlichen Asphaltbelag ausgestattet wird, damit der Belag an jeder Stelle die nötige Griffigkeit aufweist. Dies verhindert, dass der Motorradfahrer wegrutscht. Darüber hinaus hat der LBM Schachtdeckel ausgetauscht, die sich mittig auf der Fahrbahn befinden und durch ihre reine Stahloberfläche insbesondere bei Nässe für Motorradfahrer gefährlich werden können. Die neuen Deckel bestehen überwiegend aus Beton und sind damit bei Nässe für Motorradfahrer ungefährlicher als reine Stahlabdeckungen. Motorradfahrer geraten hier dann nicht mehr so leicht ins Rutschen.

Der LBM rät jetzt im Frühjahr allen Motorradfahrern, mit Bedacht in die neue Saison zu starten. Mensch und Maschine müssen sich nach den motorradfreien Wintermonaten erst wieder aneinander gewöhnen.

Bei mehr als 45 Prozent der Unfälle mit Motorradbeteiligung waren die Fahrer zwischen 40 und 60 Jahre alt. Dabei handelt es sich unter anderem um sogenannte Wiedereinsteiger. Junge Fahranfänger (unter 20 Jahren) waren bei 13 Prozent der Unfälle beteiligt.

Rund 80 Prozent der Motorradunfälle ereignen sich von April bis September. Ein Drittel aller Unfälle passierten dabei an Wochenenden und Feiertagen. Überwiegend verunglücken Motorradfahrer am Tag, vorwiegend nachmittags und bei Trockenheit.



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Kommentare zu: Motorradfahren - Hobby genießen und unfallfrei ankommen

2 Kommentare

Und wenn es dann mal eine ordentliche Motorradstrecke gibt, dann wird sie am Wochenende für Motorradfahrer gesperrt wie der Schladern-Ring.
#2 von Arno Schmidt, am 19.04.2014 um 08:01 Uhr
"Auch der Landesbetrieb Mobilität hat die Sicherheit der Motorradfahrer im Blick und weitere Maßnahmen an den Straßen zur Verbesserung der Sicherheit angebracht." Ich bin Motorradfahrer und finde diese Aussage als einen SChlag ins Gesicht für uns Biker und natürlich auch als Steuerzahler. Wenn ich die kaputten Straßen sehe, dann ist es nicht nur eine Schande sondern eine Verantwortungslosigkeit hoch Drei in Sachen Sicherheit. Schlaglöcher wohin man sieht, und die einem die Haare zu Berge stehen lassen und mich zum Entschluss kommen lassen, dass die Herren Politiker sich einen (mit Verlaub) "Scheissdreck" um uns Bürger sorgen.
#1 von Klaus Rödder, Mittelhof, am 17.04.2014 um 10:59 Uhr

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