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Nachricht vom 17.04.2014    

"Citykids" melden sich zu Wort

Die Betzdorfer "Citykids", eine Gruppe Jugendlicher, die sich in Betzdorf seit geraumer Zeit engagieren, fühlen sich nicht ernst genommen und sind verärgert. In einer Pressemitteilung nehmen die "Citykids ausführlich Stellung zu den Vorwürfen gegen Bürgermeister Bernd Brato. Es soll eine Petition an den Landtag verfasst werden und es wird ein Jugendstammtisch gegründet.

Ines Eutebach (rechts) empfing die Betzdorfer "Citykids" zum Gespräch. Foto: pr

Betzdorf. „Wir fühlen uns überhaupt nicht ernst genommen“. Mit diesen Worten fasst Leon Schmitt die Situation der „Citykids“ zusammen. Hintergrund sind Vorwürfe, dass Bürgermeister Bernd Brato auf Schreiben der „Citykids“ nicht reagiert habe, beziehungsweise die auch nicht an den Rat weitergeleitet habe.

Bei Ines Eutebach, die als unabhängige Kandidatin gegen Brato antritt, schütteten die Jugendlichen ihr Herz aus. Die Gruppe, die sich um Belange ihrer Heimatstadt kümmert und als Ergebnis der Stadtgespräche gegründet wurde und jetzt als unabhängiger Verein agiert, fühlt sich vom Bürgermeister im Stich gelassen.

Bereits im November 2011 habe man sich mit konkreten Vorschlägen an den Bürgermeister gewandt. Das etwas geschehen würde, davon war man zunächst überzeugt. Brato habe sich seinerzeit vor den Medien als Fürsprecher und Unterstützer der Jugend dargestellt. Doch die Enttäuschung war groß, als nichts geschah.
„Das war alles nur gespielt, um vor der Presse und in der Öffentlichkeit gut dazustehen“, kritisieren die Jugendlichen heute. Keinem der Punkte habe Brato sich wirklich gewidmet, beschweren sich die Jugendlichen.
Leon Schmitt richtete dann als Sprecher der Gruppe einen Brief an Bürgermeister Brato, mit der Bitte, diesen an die Fraktionen im Stadtrat weiterzuleiten. Doch es kam keine Antwort und auch die Weiterleitung an die Ratsmitglieder erfolgte nicht.
Seither haben die Jugendlichen nichts mehr vom amtierenden Bürgermeister gehört. Dabei habe Brato in Anwesenheit der Presse beteuert, dass das politische Engagement der Jugendlichen zu loben sei und ihnen zugesichert, dass man die vorgelegte Liste mit Ideen und durchaus praktikablen Vorschlägen im Rathaus Punkt für Punkt abarbeiten werde.

„Als nach etwa fünf Monaten noch keine Antwort da war, habe ich als Sprecher der Citykids bei Bürgermeister Brato nachgefragt. Dieser ließ die Weitergabe meines im Auftrag der Citykids verfassten Schreibens nicht zu. Er verhinderte es sogar auf unschöne Art und Weise die Weiterleitung. Damit erteilte er uns eine Abfuhr. Nichts mehr von all den Zusicherungen und Versprechungen", berichtet Leon Schmitt.

Dabei ging es den Jugendlichen um Probleme, die auch anderen Betzdorferinnen und Betzdorfern unter den Nägeln brennen. So ging es um die Situation im Bereich der Ladestraße und Bahnhof, wo sich nach wie vor Betrunkene, Obdachlose und Gewaltbereite aufhalten mit dabei. Was das Thema Schulwegsicherung anginge, sei auch keine Antwort aus dem Rathaus gekommen.
„Besonders ärgert es uns, dass unser Vorschlag, in Betzdorf eine Jugendvertretung oder ein Jugendparlament zu schaffen, auf taube Ohren stieß. Andere Verbandsgemeinden und Städte sind Betzdorf inzwischen mehr als eine Nasenlänge voraus", so der Sprecher.

Weil sich trotz der Zusicherung des Bürgermeisters gar nichts getan hat und der Bürgermeister das zweite Schriftstück nicht weitergab, wollen die Jugendlichen in dieser Sache nun eine Petition an den Landtagspräsidenten und alle Landtagsfraktionen richten.

Aber auch neue Ideen, wie die Gründung eines „Jugendstammtisches“ und die Barrierefreiheit von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen wurden diskutiert. Leon Schmitt, der auch jetzt als Sprecher der Gruppe fungiert, verwies auf unüberwindliche Hindernisse für Rollstuhlfahrer oder auch ältere gehbehinderte Menschen mit Rollatoren. Er regte an, den bundesweit agierenden Verein Barrierefreies Leben e.V. zu kontaktieren, um von diesem gegebenenfalls Hilfe, Beratung und Unterstützung zu erhalten.

Die Idee einen Jugendstammtisch ins Leben zu rufen fand bei Ines Eutebach Gefallen. Bereits nach den Osterferien soll im „oos Betzdorf“ das erste Treffen sein. Hier können die Jugendlichen sich ungestört austauschen, diskutieren und in lockerer Atmosphäre zusammensitzen. Der Jugendstammtisch soll immer freitags ab 15 Uhr stattfinden. Auch alle anderen Themen seien gut durchdacht und fundiert. Das sich die Jugendlichen auch für das Wohlergehen behinderter und älterer Menschen einsetzen, lobte die unter anderem als Sachverständige für barrierefreies Bauen tätige Bürgermeisterkandidatin.
„Ich versichere euch, dass eure Ideen bei mir nicht ungehört bleiben. Ich kümmere mich kurzfristig um jeden einzelnen Vorschlag“, sicherte Eutebach zu und bedankte sich bei den Jugendlichen für das offene und konstruktive Gespräch.
Wer Interesse hat am Jugendstammtisch teilzunehmen kann sich unter 02741 / 3741 melden. (Pressemitteilung)


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Kommentare zu: "Citykids" melden sich zu Wort

3 Kommentare
Das Jugendliche sich politisch interessieren und auch aktiv mitgestalten wollen ist ganz prima. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Bürgermeister etwas aussitzt. Der hat doch bestimmt in den rund zweieinhalb Jahren was mit der Jugendgruppe besprochen. Also das glaube ich nicht so wirklich, dass der Bürgermeister tatenlos war. Das käme ja genau genommen einem Verstoß gegen Verfassungsrechte gleich. So blöd kann ein Bürgermeister nicht sein. Wenn doch wäre das schon arg schlimm.
Die Idee mit dem Jugendrat und die breite politische Palette die die Jugendlichen angehen wollen finde ich sensationell. Da denken Jugendliche mal nicht nur an ihre Interessen, sondern gehen Themen an, die schon ganz große Politik sind. Dafür zolle ich den jungen Menschen meine Hochachtung. Weiter so; ich bin von so viel Elan und Eifer angetan.
#3 von Juliane Hammer, am 25.04.2014 um 07:30 Uhr
Ja, dass ist doch mal eine tolle Sache. Die Jugendlichen wägen sich im Recht, wenn sie um Beteiligung in der Kommunalpolitik buhlen. Ich verstehe nur nicht, warum ihnen der Bürgermeister vor gut drei Jahren seine Unterstützung versagt hat. Das könnte ein böses Nachspiel haben, wenn die Sache so abgelaufen ist, wie sie beschrieben ist. Ich schließe mich Frau Euteneuer an. In jedem Punkt!
#2 von Willi Schneider, am 24.04.2014 um 06:54 Uhr
Ich dachte, dass Betzdorf längst einen Jugendgemeinde- bzw. Stadtrat hat?!. Das ist aber traurig, dass ausgerechnet die größte Stadt im Landkreis so was noch nicht auf die Beine gestellt hat. Bei uns gibts das schon lange.
Den Jugendlichen danke ich ganz herzlich für deren politisches Wirken. Wenn es stimmt, was da über den Bürgermeister steht, dann möchte ich nicht in dessen Haut stecken.

#1 von Stefanie Euteneuer, am 22.04.2014 um 06:58 Uhr

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