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Nachricht vom 02.05.2014    

Siegradweg: Radler sollen Bahn benutzen

An den Bahnhöfen wurden jetzt neue Schilder angebracht, denn der Siegradweg ist im Kreis Altenkirchen zumindest entlang der B 62 miserabel. Statt Bundesstraße sollen die Radler die Bahn nutzen. Die alte Siegradweg-Beschilderung wurde aufgrund von Beschwerden der Radfahrer entfernt. In NRW ist das völlig anders, dort ist der Radweg ausgebaut.

Foto: KV

Kreis Altenkirchen. Der Siegradweg, Teil der Mittelland-Route (D-Route 4) des aus insgesamt 12 Radfernwegen bestehenden deutschlandweiten Radfernwegenetzes, ist nach wie vor im Bereich des Kreises Altenkirchen schlecht bzw. noch nicht ausgebaut. Größtenteils sind Radfahrer gezwungen entlang der stark befahrenen Bundesstraße B 62 zu radeln.

Um sich für einen Ausbau des Siegradwegs im Landkreis Altenkirchen einzusetzen hatten die Landräte Frithjof Kühn (Rhein-Sieg) und Michael Lieber (Altenkirchen) kürzlich einen Termin im Mainzer Verkehrsministerium. Dort nahm man die Klagen aus Siegburg aufgrund des miserablen Ausbauzustandes im nördlichen Rheinland-Pfalz ernst und versprach Abhilfe in den nächsten Jahren.

Da sich die Zahl der Beschwerden aufgrund des guten Ausbauzustandes im Rhein-Sieg-Kreis (NRW) über den unzureichenden Ausbauzustand des Siegradwegs im Kreisgebiet Altenkirchen im letzten Jahr massiv erhöht hatten, wurde vom Kreis Altenkirchen die noch bestehende Beschilderung (mit dem altem Siegtal-Logo) entlang der Bundesstraße 62 vollständig entfernt. Gleichzeitig brachte der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz an den Bahnhöfen in Etzbach, Wissen, Betzdorf, Kirchen, Brachbach und Niederschelden sowie am Beginn bzw. Ende der Rheinland-Pfalz-Route in Au/Sieg (NRW) sowie in Niederschelden (NRW) neue Hinweisschilder an, die die Radfahrer auf den noch fehlenden Lückenschluss des Siegradwegs im Kreis Altenkirchen hinweisen.

Bis zur Fertigstellung der entsprechenden Abschnitte zwischen Etzbach und Betzdorf sowie zwischen Kirchen und Brachbach wird den Radfahrern empfohlen die Bahn (RE 9 bzw. RB 95) zu nutzen.

Landrat Michael Lieber: „Mit der Demontage der alten Beschilderung und der neuen Empfehlung die Bahn zu nutzen, kommen wir der Kritik vieler Radfahrerinnen und Radfahrer, des benachbarten Rhein-Sieg-Kreises und den Wünschen des Landes Rheinland-Pfalz nach. Wir erwarten aber im Gegenzug, dass die Zusagen des Landes eingehalten werden und in den nächsten fünf bis zehn Jahren der Lückenschluss auf der gesamten Strecke geschafft ist. Den ersten Taten und den viel versprechenden Worten aus Mainz müssen endlich weitere Taten folgen.“

„Man sieht zwar in Niedergüdeln, dass etwas passiert. Aber insgesamt ist das zu wenig. Wir brauchen einen konkreten, zeitlichen Stufenplan für den gesamten Streckenabschnitt entlang der Sieg im Kreis AK. Das wäre ein klares Signal auch für die am Siegradweg liegenden Gemeinden“, so Lieber. Er verweist in diesem Zusammenhang auch nochmals auf das gemeinsame Gespräch mit Landrat Frithjof Kühn (Rhein-Sieg) mit dem Abteilungsleiter Verkehr in Mainz Ende letzten Jahres und auf das Treffen in der Kreisverwaltung mit allen Bürgermeistern.

„Für mich ist es ein Armutszeugnis, dass links und rechts in NRW der Siegradweg ausgebaut ist und die Radler bei uns die Bahn benutzen müssen. Das kann nur ein vorübergehender Zustand sein. Dazu müssen wir auf allen Ebenen – Bund und Land – gemeinsam anpacken. Dazu muss der LBM personell und finanziell in der Lage sein. Das Verkehrsministerium in Mainz muss die Pläne für Bund und Land auf den Weg bringen und ist bei den meisten der 20 Planungsabschnitte entlang des Sieg-Radwegs im Kreis Altenkirchen zuständig ist für den Ausbau.

Landrat Michael Lieber: „Wir koordinieren gerne, sind aber auf die Hilfe von Bund und Land angewiesen. Baurechtlich tragen wir nur Verantwortung für den Abschnitt bei Pirzenthal/Siegquerung.“



Kommentare zu: Siegradweg: Radler sollen Bahn benutzen

1 Kommentar
Ein viel größeres Armutszeugnis ist, dass man im Kreis Altenkirchen seit mehr als 20 Jahre an einem durchgehenden Konzept bastelt und bis heute keine umsetzungsfähige Planung für den gesamten Streckenabschnitt von Au(Sieg bis Niederschelden auf dem Tisch legen kann. Statt dessen wird immer wieder auf andere z. B. Bund und Land verwiesen. Es ist schon bemerkenswert, dass immer dann, wenn politische Entscheidungen oder "Siegtal pur" anstehen, sich Kommunalpolitiker zu Wort melden, dabei aber eine passable Lösung und Tatkraft vermissen lassen.
#1 von Reinhard Moog, am 04.05.2014 um 07:15 Uhr

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