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Nachricht vom 03.05.2014 - 08:00 Uhr    

Lewentz: Ehrenamt ist unverzichtbar und braucht Jugend

„Zukunft für das Ehrenamt“ lautetete der Titel einer Diskussionsveranstaltung mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz am Freitag, 2. Mai, im Foyer des Kulturwerks. Lewentz war auf Einladung des Landtagsabgeordneten Thorsten Wehner zu Gast in Wissen. Eingeladen waren interessierte Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der Vereine und Verbände. 20 Personen waren der Einladung gefolgt.

Diskutierten zum Thema Ehrenamt, von links: Walter Schmal , Franz Weiss, Horst Reuber, Eva-Maria Fuchs, Thorsten Wehner, Roger Lewentz, Uwe Torfstecher, Horst Weller. Fotos: Manfred Hundhausen

Wissen. Zu einem denkbar ungünstigen Termin am Freitag, 2. Mai, 10:30 Uhr, vor nur etwa 20 Personen, referierte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz im Kulturwerk Wissen über die Zukunft des Ehrenamtes. Er hatte allerdings keine „Wahlkampffähnchen“ im Gepäck, sondern befasste sich ausschließlich mit dem angekündigten Thema. Nur kurz ging er auf die bevorstehenden Kommunal- und Europa-Wahlen ein und appellierte an die Anwesenden, teilzunehmen und auch ihre Mitbürger dazu zu animieren.
Des Weiteren informierte er die Zuhörer kurz über die im Landeshaushalt 700.000 gebundenen Euro für die Fußgängerbrücke vom Bahnhof zum Kulturwerk.

MdL Thorsten Wehner freute sich auch MdB Sabine Bätzing-Lichtenthäler nach der Geburt ihres Sohnes wieder im vertrauten Kreise begrüßen zu können. Ferner konnte er den SPD-Kreisvorsitzenden Andreas Hundhausen und Edda Jahns nebst Gatten willkommen heißen.

„Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich gerade im Ländlichen Raum in Vereinen, Verbänden und Initiativen. Sie nehmen dabei soziale und kulturelle Aufgaben wahr, begeistern andere Menschen für Sport, engagieren sich für unsere Umwelt oder in unseren Kirchen“, erklärte Thorsten Wehner.

Wie der SPD-Politiker weiter mitteilte, werde mit dem freiwillig erbrachten Einsatz ein wichtiger Beitrag für das Zusammenleben der Gesellschaft geleistet. Daher sei eine Unterstützung durch die Politik wichtig. Das Land habe hier bereits einige Initiativen auf den Weg gebracht, beispielsweise durch die Einrichtung von Ehrenamtsbörsen oder dem Kompetenznachweis für ehrenamtliches Engagement. Ohne das Ehrenamt wären Vereine und auch die Kommunalpolitik wesentlich ärmer, stellte Wehner fest. Das Land Rheinland-Pfalz nehme einen Spitzenplatz im Ehrenamt ein. In naher Zukunft soll ein Workshop für das Thema Ehrenamt einberufen werden.

Innenminister Lewentz verwies auf seine eigene 12-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Ortsbürgermeister von Kamp-Bornhofen und bestätigte aus eigener Erfahrung, dass man sich bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht nur immer beliebt mache und dass der Dank manchmal fehle.

Aufgrund des demographischen Wandels würde die Besetzung solcher Ämter immer schwieriger, deshalb könne man die Entwicklung nicht auf die lange Bank schieben,
sondern müsse versuchen jetzt schon Jugendliche für das Ehrenamt zu begeistern. Die Politik sieht er dabei in der Verpflichtung dies soweit möglich auch finanziell zu unterstützen.
Als Beispiel nannte er die freiwillige Feuerwehr, in der sich heute 12000 Jugendliche engagierten, von denen statistisch 28 Prozent in die aktive Feuerwehr wechselten.
Das Eintrittsalter sei schon auf 10 Jahre gesenkt worden, das für die Bambinis auf 6 Jahre um dem demographischen Wandel entgegen zu wirken. Lewentz riet den Anwesenden sich die statistischen Zahlen zu verinnerlichen, um für das Konkurrenzwerben der Vereine um Nachwuchs in naher Zukunft gewappnet zu sein.
Ein Umdenken sei unbedingt notwendig, die Vereine müssten sich mehr bündeln und mehr Wege miteinander gehen um Kosten zu sparen.
Vertreter der verschiedener Vereine und Verbände nahmen mit Wortmeldungen an der anschließenden Diskussion teil.
Franz Weiss, Vorsitzender von der Seniorenhilfe Altenkirchen schlug ein Umdenken in den Vereinen vor. Man solle bereitwillige Personen nicht in Vereinszwänge eingliedern, sondern ihnen selbständige Entscheidungen und Termine soweit möglich überlassen.

Horst Reuber von der Suchtkrankenhilfe warb für einen steuerlichen Freibetrag für Leute die Ehrenämter ausüben, um einen Anreiz für das Amt zu schaffen.

Walter Schmal vom Bienen- und Naturschutzverein Mudersbach-Brachbach e.V.
bemängelte die zeitraubende unnötige Bürokratie und die zum Teil von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Vorschriften und Gesetze für den Verein.

Uwe Torfstecher, Vorsitzender vom Reiterverein Wissen, bat Minister Lewentz, noch einmal die zurzeit anstehende Diskussion um eine Pferdesteuer zu überdenken.

Besonders kritisch äußerte sich Horst Rolland, Leiter des Arbeitskreises “Ehrenamt” der Zukunftsschmiede Wissen, an Thorsten Wehner gewannt, dass die örtliche SPD jetzt im Wahlkampf das Thema Ehrenamt aufgreife und man vermutlich später nichts mehr davon höre.
Des weiteren bemängelte er die fehlende Mitarbeit beim Bund-Land-Förderprogramm “Aktives Stadtzentrum” wo die Bürgerschaft aufgerufen war, Vorschläge zu erarbeiten bei den entsprechenden Veranstaltungen im Kulturwerk, sowie die fehlende Unterstützung im Arbeitskreis Touristik bei der Überarbeitung des Wanderwegekonzeptes wozu jede Fraktion ein Mitglied entsandt hatte.
Ohne den vorbildlichen Einsatz der 80 ehrenamtlichen Mitglieder im Arbeitskreis Kultur gebe es heute auch das Kulturwerk nicht, so Rolland. (PHW)



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Kommentare zu: Lewentz: Ehrenamt ist unverzichtbar und braucht Jugend

3 Kommentare

Solche Widersprüche gibts in der SPD überall. Nach meiner Meinung belügen sich gewisse Herren selbst und veräppeln die Wähler in einer Art und Weise, die schon als unverschämt betitelt werden muss. Man müsste da mal gehörig aufräumen. Leute wie Lewentz, Wehner, Hering und Brato machen meine einstige Partei kaputt, weil sie sich nur grinsend ablichten aber ansonsten nur heiße Luft loslassen. Nichts wird von den Wahlversprechen gehalten werden. Die Herren werden sich eher darauf verständigen, dass sie sich "versprochen" hätten... Ich habe es inzwischen wirklich satt, mich von diesen Herren weiter an der Nase herumführen zu lassen.
#3 von Willi Schneider, am 06.05.2014 um 06:42 Uhr
Was lernen wir von dieser Veranstaltung:
1. Jeder Anwesende kam anscheinend zu Wort - hat man ja nicht oft - lag aber wohl an der extrem geringen Teilnehmerzahl.
2. Es wird endlich eine Fußgängerbrücke zum Kulturwerk gebaut - die Finanzlage der Stadt scheint ja sehr gut zu sein. Noch vor einem Jahr hat Herr Wehner, gesagt "„Die Wunschliste der Bürgerinnen und Bürger ist lang. Aber nicht alles wird finanziell machbar sein“, so Wehner."(http://www.ak-kurier.de/akkurier/www/overview.php?news=22023&key=%20kulturwerk). Damals hat er seinem Stellvertreter nicht widersprochen, als dieser sagte: "Um Kosten zu minimieren sei ggf. auch die Möglichkeit eines beschrankten Bahnübergangs für Fußgänger in Erwägung zu ziehen, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jürgen Linke."

#2 von Peter Bach, am 05.05.2014 um 07:19 Uhr
Ich frage mich schon, was diese Wahlkampfpeinlichkeiten unserer Abgeordneten sollen. Macht doch einfach EHRLICHE POLITIK, dann kommt ihr auch beim Bürger an. Im Moment merkt die SPD es nicht, dass sie sich immer mehr von ihm entfernt. Man glaubt den Damen und Herren im Moment doch nichts mehr. Versprechungen, unnötige Diskussionen und peinliche Veranstaltungen, dass ist nur noch dumm.
#1 von Liane Landt, am 04.05.2014 um 09:41 Uhr

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