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Nachricht vom 25.07.2014    

Hygienemanagement im Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg

Das Hygienemanagement stellt heute in jedem Krankenhaus einen unverzichtbaren Bereich dar und ist ein wichtiger Teil des Qualitätsmanagements. Die DRK-Krankenhäuser Altenkirchen und Hachenburg haben deshalb Hygienefachkräfte installiert. Darüber hinaus baut der Kreis Altenkirchen ein Netzwerk gegen multiresistente Erreger auf.

Im DRK-Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg ist der Hygienestandard extrem hoch. Foto: Wolfgang Tischler

Altenkirchen/Hachenburg. Krankenhäuser sind aus Sicht der Bakterien besonders gute Orte für eine Resistenzentwicklung. Dort werden viele verschiedene Infektionen mit ebenso vielen Antibiotika behandelt und es gibt viele abwehrgeschwächte Menschen, die ideale Wirte für Erreger sind. Außerdem ist permanenter Nachschub in Form neuer Patienten gewährleistet. Das Ergebnis ist eine immer größer werdende Zahl an so genannten multiresistenten Keimen, die im schlimmsten Fall kaum mehr auf eine Behandlung ansprechen.

Hautkeime, wie zum Beispiel die Staphylokokkus aureus leben natürlicherweise auf der Schleimhaut des Nasenvorhofs. Hier ist die Antibiotika resistente Variante (kurz MRSA genannt) problematisch. Diese Keime können sich im Körper eines gesunden Menschen nicht ausbreiten, da die gesunde Haut einen Schutz gegen MRSA darstellt. Bei tiefen Verletzungen oder Operationen können sie jedoch Wundinfektionen verursachen.

Der Krankenhausverbund Altenkirchen-Hachenburg hat speziell zum Thema MRSA früh reagiert, um seine Patienten zu schützen. Bereits 2011 wurde ein Schnelltest etabliert, um eine Besiedlung des Patienten zeitnah zu erkennen. In 2013 wurden die Nachweise weiter verbessert und der so genannte „Goldstandard“ eingeführt. Die installierte Hygienekommission hat zudem beschlossen, das Screening auf alle stationär aufgenommen Patienten auszudehnen. Die Abstriche werden einige Tage vor der geplanten Operation durchgeführt, damit kann das Risiko einer Wundinfektion vermieden werden. Falls der Patient den Keim hat, wird eine Sanierung durchgeführt. Bei nicht aufschiebbaren Operationen werden die positiv getesteten Patienten isoliert.

Das Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg ist nach eigenen Angaben derzeit das einzige Krankenhaus in den Kreisen Altenkirchen und Westerwald, das einen derart hohen Aufwand zur Sicherheit seiner Patienten betreibt.

Es gibt aber auch noch andere Infektionskrankheiten, zum Beispiel Noroviren, Clostridien, die stetig zunehmen. Patienten mit diesen Krankheiten werden ebenfalls in separaten Räumen untergebracht.

Die Problematik der verschiedenen Keime und Erreger betreffen nicht nur Krankenhäuser, sondern alle Institutionen des Gesundheitswesens, wie Alten- und Pflegeheime, Arztpraxen, häuslicher Pflegedienst, Rettungsdienst und viele mehr. Der Kreis Altenkirchen hat deshalb in 2013 damit begonnen ein Netzwerk für multiresistente Erreger („MRE-Netzwerk“) aufzubauen. Ziel ist es ein einheitliches Vorgehen sicherzustellen und eine gemeinsame Strategie zur Eindämmung der Problemkeime zu verfolgen.

Entsprechend den Richtlinien für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Berliner Robert-Koch-Institutes umfasst das Team der Krankenhaushygiene des DRK-Krankenhauses Altenkrichen-Hachenburg einen externen beratenden Facharzt für Krankenhaushygiene, eine Hygienefachkraft und je Standort einen hygienebeauftragten Arzt. Ab Oktober wird eine zusätzliche Hygienefachkraft das Team unterstützen. Ferner sind seit letztem Jahr je Haus sieben Mitarbeiter zu Hygienebeauftragten in der Pflege berufen worden. Wolfgang Tischler



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