Werbung

Nachricht vom 13.09.2014    

Dreyer: Region ist gut gewappnet für die Herausforderungen der Zukunft

Ministerpräsidentin Malu Dreyer sprach auf der Funktionärskonferenz der IG Metall in der Betzdorfer Stadthalle zur wirtschaftlichen Stellung des nördlichen Westerwaldes aus Sicht der Landesregierung. Zuvor hatten die Delegierten der Verwaltungsstelle den Ersten Bevollmächtigten Uwe Wallbrecher mit großer Mehrheit gewählt.

Ein herzlicher Empfang für die Ministerpräsidentin, von links: Bezirksleiter IG Metall Bezirk Mitte, Armin Schild, designierter Politischer Sekretär der Verwaltungsstelle Betzdorf, Reiner Peters-Ackermann, Erster Bevollmächtigte Uwe Wallbrecher, Jugendsekretärin Nicole Platzdasch, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato, Revisor Gerardo Tulimiero, Zweiter Bevollmächtigte Bruno Köhler und Landrat Michael Lieber. Fotos: Daniel Pirker

Betzdorf. Poltische Baustellen gibt es genug in der Industrie. Auch der Kreis Altenkirchen steht unter dem Druck sich abzeichnender Umwälzungen wie dem Fachkräftemangel oder der Digitalisierung der Produktion.
Nicht nur Ministerpräsidentin Malu Dreyer versuchte auf der IG-Metall-Konferenz in Betzdorf Antworten zu liefern. Für Pessimismus war da kaum Platz in der Betzdorfer Stadthalle. Immerhin ging es auch um ein „Sorgenkind“ der Region.

Die SPD-Ministerpräsidentin war zum Heimspiel angetreten. Die meisten Gäste der IG-Metallfunktionärskonferenz begleiteten ihren Einzug in die Betzdorfer Stadthalle mit stehenden Ovationen. Auf der Empore prangte ein Transparent auf dem die Mitarbeiter des Scheuerfelder Automobilzulieferers Faurecia Dreyer für die Unterstützung dankten.

Und selbst CDU-Landrat Michael Lieber hielt sich zurück. Im Kommunalwahlkampf hatte er noch scharfe Kritik an der Landesregierung geübt.
Für Dreyer bot sich die perfekte Gelegenheit, das Bundesland und die Arbeit ihrer rot-grünen Regierung in positivem Licht zu präsentieren. Das Fazit ihrer Rede: Rheinland-Pfalz habe ausgezeichnete Betriebe, tolle Schulen und eine gute Lebensqualität zu bieten.

In ihrer Rede gab sich Dreyer als empathische Landesmutter. Denn auch ihr werde manchmal ganz schummrig, wenn sie Worte wie „Industrie 4.0“ höre. Damit wird sie nicht wenigen der Gewerkschaftsfunktionäre aus dem Herzen gesprochen haben. Denn mit dem Begriff ist die vierte industrielle Revolution gemeint, mit der die Vernetzung und Digitalisierung der Produktion einhergeht – und damit eine Produktivitätssteigerung. Und die kann eben auch Streichungen von Arbeitsplätzen bedeuten.
Aus Dreyers Sicht ist Rheinland-Pfalz gut gewappnet für solche Herausforderungen der Zukunft: Schließlich könne das Land die drittniedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer vorweisen. Das spiegele sich auch in der Wirtschaftskraft nieder. Wie kann diese Stellung in Zukunft behauptet werden?
Dreyer Rezept: Die Qualifizierung der Arbeitnehmer. Hier machte sie drei Zielgruppen aus, denen sich die Politik verstärkt widmen müsse:
Frauen:
Zu viele Frauen seien nur in Teilzeit beschäftigt. Hier appellierte sie an die Unternehmen: „„Bevor wir über Fachkräftemangel jammern, sollten wir gucken: Sind da nicht noch Frauen, die gerne mehr arbeiten würden?“
Ältere Arbeitnehmer:
Ein Wettbewerbsfaktor sei, wie der demographische Wandel bewältigt werde. Unverzichtbar seien da altersgerechte Arbeitsplätze. „Da hinken wir extrem hinterher.“
Junge Menschen:
Für sie wäre es „optimal“, wenn man direkt nach der Ausbildung studieren könne – auch ohne zwei Jahre berufliche Tätigkeit vorweisen zu können.
Auf dem Ausbildungsmarkt habe man grundsätzlich nichts zu „jammern“. Eigentlich. Ein Problem sei, dass sich die Berufswünsche mancher Jugendlichen nicht mit der Nachfrage der Unternehmen deckten. Deswegen soll die Berufswahlorientierung gestärkt werden. Insgesamt müsse die Duale Ausbildung gestärkt und hervorgehoben werden, ebenso wie die Möglichkeit, ein Duales Studium zu absolvieren.

Landrat Lieber dürfte ihr da beigepflichtet haben. Schließlich betonte er in seinem Beitrag, dass es im Kreis Altenkirchen möglich sei, neben dem Studium eine Ausbildung im Betrieb zu absolvieren. Auch die Zusammenarbeit mit Fachhochschulen und der Uni Siegen habe man angegangen. Die Motivation dahinter: Den Fachkräftenachwuchs in der Region zu sichern und den Wegzug der Jugend zu reduzieren. Hier, wie in der regionalen Wirtschaftspolitik insgesamt, sei das Instrument schlechthin: Zusammenarbeit.

Betzdorfs Bürgermeister Bernd Brato brachte es in seinem Grußwort auf den Punkt: „Wenn wir qualifizierte Arbeitsplätze schaffen wollen in unserer Region, müssen alle Akteure zusammenrücken.“ Den Kampf um die Betriebe müsse die Politik gemeinsam führen mit der IG Metall. Konkret meinte er damit den Scheuerfelder Automobilzulieferer Faurecia.

Die Ministerpräsidentin zeigte sich hier zuversichtlich. Sie führe Gespräche mit den Geschäftsführern. Ihr Motto: „Gemeinsam Hand in Hand mit den Gewerkschaften.“ Und die seien in solchen Fällen unverzichtbar, betonte der Bezirksleiter IG Metall Bezirk Mitte, Armin Schild. Er rechnete vor, dass allein in Rheinland-Pfalz durch das Eingreifen der Gewerkschaften rund 9500 Arbeitsplätze gesichert worden seien. Seine Schlussfolgerung: Die IG Metall muss stark sein, sodass sich Unternehmen sehr gut überlegen, ob sie Arbeitsplätze abbauen sollen.“

Die Verwaltungsstelle Betzdorf hätte bewiesen, dass sie Teil einer solchen starken Gewerkschaft sein. Tatsächlich hatte die Delegiertenversammlung, die vor der Konferenz stattgefunden hatte, Uwe Wallbrecher deutlich als Ersten Bevollmächtigten bestätigt. Er gab sich dann auch zuversichtlich: „Wir sind diejenigen, die an der Kette zusammen reißen vor Ort.“ Da werde man auch die vierte Revolution für die Arbeitnehmer nutzen. (ddp)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Betzdorf-Gebhardshain auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
     


Kommentare zu: Dreyer: Region ist gut gewappnet für die Herausforderungen der Zukunft

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Wirtschaft, Artikel vom 31.05.2020

Bäckerei Schumacher macht zwei Filialen dicht

Bäckerei Schumacher macht zwei Filialen dicht

Die Bäckerei Schumacher aus Eichelhardt schließt Ende Mai zwei ihrer Filialen. Wie die Bäckerei selbst auf Facebook bekannt gab, ist der Standort in Hachenburg bereits am Samstag dicht gemacht worden, nun folgt der in Bruchertseifen. Vorausgegangen war ein Insolvenzantrag des Unternehmens im März beim Amtsgericht Betzdorf. Doch es gibt auch gute Nachrichten für alle Kunden.


Feuerwehr Altenkirchen nach Flugzeugabsturz in Langenhahn im Einsatz

Der Absturz eines Kleinflugzeuges in Langenhahn (Westerwaldkreis) am Samstagabend, 30. Mai, hatte auch Auswirkungen auf die Stromversorgung in Teilen der VG Altenkirchen. Nach dem Alarmplan der Verbandsgemeindefeuerwehr wurden die Anlaufstellen für die Bevölkerung besetzt.


Sporthallen im Kreis Altenkirchen bleiben geschlossen

Die kommunalen Träger der Sporteinrichtungen haben sich abgestimmt: Bis zum Ende der Sommerferien Mitte August sollen Sporthallen und andere Indoor-Einrichtungen für den außerschulischen Sport im Kreis Altenkirchen geschlossen bleiben.


Verkehrssicherheit von Anliegerstraßen Thema bei CDU Wissen

Aufgrund der teils hoch frequentierten Anliegerstraßen im Wissener Stadtgebiet möchte sich der CDU-Stadtverband Wissen der Verkehrssicherheit stärker widmen. Anlass ist dabei ein Bürgerwunsch von Anwohnern aus der Parkstraße im Wissener Stadtteil Schönstein, einen Verkehrsspiegel in der Parkstraße zu installieren.


18-Jähriger rastet aus und kommt gefesselt ins Krankenhaus

Die Polizei in Betzdorf informiert am Samstagmorgen, 30. Mai, über diverse Einsätze vom Freitag und der Nacht zu Samstag. Unter anderem ist ein 18-Jähriger Randalierer von den Beamten aufgegriffen worden. Die Polizei sucht zudem Zeugen nach einem Verkehrsunfall in Gebhardshain.




Aktuelle Artikel aus Region


Sonderpostwertzeichen "200. Geburtstag Katharina Kasper"

Dernbach. Auszug aus der Website des Bundesministeriums der Finanzen Juni 2020 Im frühen 19. Jahrhundert war die soziale ...

Sporthallen im Kreis Altenkirchen bleiben geschlossen

Altenkirchen/Kreisgebiet. Darauf haben sich der Kreis, die Verbandsgemeinden und, soweit zuständig, die Ortsgemeinden als ...

Abtei Marienstatt kehrt langsam zur Normalität zurück

Marienstatt. Um Informationen aus erster Hand zu erhalten, vereinbarten wir einen Gesprächstermin mit Abt Pater Andreas, ...

24-Stunden-Pflege auch während Covid 19-Pandemie sichergestellt

Wissen. Die Bedingungen für Seniorenbetreuer/innen wurden durch die Covid19-Pandemie massiv verschlechtert. Viele Staaten ...

Rüddel: Waldbegehung offenbart dramatische Schäden im Kreis

Kreisgebiet. Hauptgründe für die derzeitige Situation des Waldes sind längere Trockenphasen mit Hitze und dadurch bedingt ...

Nicole nörgelt….über die süßen Versuchungen

Dierdorf. Liegt es am schönen Wetter und an verspäteten Frühlingsgefühlen? Komme ich langsam ins Alter der Torschlusspanik? ...

Weitere Artikel


Beim Geschichtswettbewerb mitmachen

Kreisgebiet. „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“ ist der Titel des aktuellen Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, ...

Deutschkurs für Frauen beginnt

Betzdorf. Der Integrationsbeirat der Stadt Betzdorf bietet ab der kommenden Woche in Zusammenarbeit mit dem AWO Kreisverband ...

Pepe Rahl jetzt auf Platz 10 der Nachwuchsbundesliga

Pracht-Niederhausen/Altenberg. Kürzlich fand in Altenberg in der sächsischen Schweiz (40 km südöstlich von Dresden) der vorletzte ...

Es ist soweit: Das Spiegelzelt präsentiert sein Programm

Altenkirchen. 700 Jahre Stadt Altenkirchen, 28 Jahre Felsenkeller Kultur und acht Jahre „Kultur für die Sinne“ im original ...

Betzdorfer „pack zu“ neueröffnet

Betzdorf. Ein gutes Vierteljahr dauerten die Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen – nun konnte Geschäftsführer Michael Pagnia ...

Flammersfelder Ausstellung zeigt Geschichte der Genossenschaftsidee

Flammersfeld. Gemeinsam lassen sich wirtschaftliche Ziele besser erreichen als alleine. Die Idee der Genossenschaft entstand ...

Werbung