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Nachricht vom 23.07.2008 - 10:54 Uhr    

Frauen mit schlechteren Karten

Neue Daten zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt für Frauen hat jetzt die Arbeitsagentur in Neuwied veröffentlich. Das Fazit: In den vergangenen zehn Jahren hat sich beim Rollenbild kaum etwas geändert. Nach wie vor gibt es für Frauen und Männer unterschiedliche Chancen, obwohl die Frauen über einen deutlich besseren Bildungsabschluss verfügen. Völlig überrepräsentiert sind die Frauen dagegen bei den geringfügig Beschäftigten.

Region. "Es hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert", resümiert Gisela Kretzer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Neuwied beim Blick auf die neuesten Zahlen: "Auf dem Arbeits- und Ausbildungsstellenmarkt haben Männer und Frauen nach wie vor unterschiedliche Chancen."
Das gerade erschienene Faltblatt der Arbeitsagentur "Frauen und Männer am Arbeits-
und Ausbildungsmarkt" lässt die Situation der Frauen auf den ersten Blick
gar nicht so schlecht dastehen. Vom Abbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in den letzten zehn Jahren waren hauptsächlich die Männer betroffen.
Mit rund 49.500 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männern waren 700
weniger erwerbstätig als 1997, während die Frauenbeschäftigung im gleichen Zeitraum um rund 500 auf 36200 gestiegen ist. Bei näherem Hinschauen wird jedoch
deutlich, dass die Zahl der Frauen in Teilzeitbeschäftigung seit 1997 um mehr als
2000 gestiegen ist, viele Vollzeitarbeitsplätze also abgebaut wurden. Die Zahl der
teilzeitbeschäftigten Männer hat sich in den letzten 10 Jahren zwar fast verdoppelt, aber mit einem Anteil von 90 Prozent bleibt Teilzeitbeschäftigung eine Domäne der Frauen. Mehr als ein Drittel der arbeitslosen Frauen sucht eine Teilzeitbeschäftigung.
Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist seit der Einführung der 400-Euro-Mini-Job-Regelung 2003 deutlich gestiegen, der Frauenanteil beträgt hier 65 Prozent.
Frauen sind in der Hauptsache im Verwaltungs- Gesundheits- und Dienstleistungsbereich tätig, in den Fertigungsberufen sind sie weiterhin deutlich unterrepräsentiert.
Bei ihrem Eintritt ins Erwerbsleben verfügten im letzten Jahr 54 Prozent der bei der Agentur für Arbeit Neuwied gemeldeten Mädchen mindestens über einen mittleren
Bildungsabschluss, während es bei den Jungen lediglich 40 Prozent waren. Mit diesem Potenzial bieten sich für Arbeitgeber hochinteressante Bewerberinnen
für die Entwicklung ihrer Betriebe in Zeiten wirtschaftlichen Wandels.
"Trotz höherer Schulabschlüsse beschränken sich die Frauen allerdings immer
noch auf traditionelle Beschäftigungsfelder", so Gisela Kretzer, Beauftragte für
Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Arbeitsagentur. "Mehr als die Hälfte
aller Bewerberinnen um einen Ausbildungsplatz konzentriert sich auf nur sechs
Berufe. Hier hat trotz aller Beratung und Information in den letzten 20 Jahren kein Wandel stattgefunden."
"Frauen müssen sich technischen Berufen öffnen, denn im Hinblick auf den demografischen Wandel und den absehbaren Fachkräftebedarf bieten sich gerade hier
große Chancen", betont Gisela Kretzer. Gleichzeitig appelliert sie an die Unternehmen, das Potenzial an gut ausgebildeten Frauen stärker zu nutzen. "Um
rechtzeitig genügend Fachkräfte an sich zu binden, müssen die Betriebe über
neue Wege nachdenken. Investitionen in eine familienorientierte Personalpolitik
zahlen sich aus. Auch die Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
stellen sich nach wie vor in erster Linie die Frauen. Es ist jedoch zu beobachten,
dass sich der Stellenwert des Berufes und der Erwerbsarbeit bei den jungen Frauen
deutlich erhöht hat", so Kretzer.
40 Prozent aller arbeitslosen Frauen sind von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen,
während es bei den Männern mit 30 Prozent deutlich weniger sind.
Ausführliche Informationen finden sich im Faltblatt "Frauen und Männer am Arbeits-
und Ausbildungsmarkt". Die Broschüre kann telefonisch bei der Beauftragten
für Chancengleichheit am Arbeitmarkt, Gisela Kretzer, unter 02631/891-560 angefordert werden.



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