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Nachricht vom 25.09.2014    

ABOM 2014: Ausbildung wichtig wie nie zuvor

Mehr als 2000 Jugendliche kamen zur sechsten Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse (ABOM) in die Messehalle am SRS Sportpark in Altenkirchen. Der Erfolg dieser Veranstaltung ist nur schwer messbar, eines aber ist sicher: es gibt immer wieder neue Ideen um Jugendliche bei der Berufswahl und der anstehenden Bewerbung zu unterstützen. Und die Suche um die besten Azubis wird internationaler, auch im AK-Land.

Erfolgreich hatten sie das Bewerbungscasting inklusive eines Recalls durchgeführt, von links: Anja Witt, Nicole-Maria Weimar und WJ-Scout Daniel Geldsetzer. Fotos Helga Wienand-Schmidt

Altenkirchen. Für die 70 Aussteller auf der diesjährigen Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse (ABOM) gab es viel zu tun, vor allem vormittags, denn für viele Schülerinnen und Schüler war der Besuch der Messe eine Pflichtveranstaltung. Nachmittags kamen viele interessierte Jugendliche, teils mit ihren Eltern, um sich zum anstehenden Thema Berufswahl und Bewerbung zu informieren und womöglich erste Kontakte zu knüpfen. Mehr als 2000 Besucher verzeichnete die ABOM, eine Veranstaltung der IHK, der HwK, der Arbeitsagentur Neuwied, der Wirtschaftsjunioren Sieg-Westerwald und des Arbeitskreises "SchuleWirtschaft".

Geeignete Auszubildende mit den erforderlichen Qualifikationen zu finden, das wird für Betriebe und Unternehmen immer schwieriger, daran ließ IHK-Vizepräsident Thomas Bellersheim auch mit Blick auf den eigenen Betrieb keinen Zweifel. Im Rahmen eines moderierten Pressegesprächs gaben die jeweiligen Vertreter der Institutionen ein Blick auf die Situation zum Thema Ausbildung und Fachkräftemangel. Bellersheim sprach von aktuell rund 400 Ausbildungsverträgen im IHK-Bereich Altenkirchen. Die duale Ausbildung müsse sich neuen Herausforderungen stellen, dazu gehörten auch Auslandaufenthalte. Die internationale Entwicklung müsse man wahrnehmen, dazu gehörte auch, Azubis aus dem Ausland aufzunehmen wie auch junge Leute ins Ausland zu schicken.

Karl-Ernst Starfeld, Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur sieht längerfristig den Bedarf von ausländischen Jugendlichen, da es heute schon Engstellen gebe, die mit hiesigen jungen Leuten nicht besetzt werden können. Es wäre gut, wenn sich der Kreis Altenkirchen den aufgelegten Projekten zur Ausbildung ausländischer Jugendlicher der Agentur für Arbeit anschließen würde, empfahl Starfeld.

Michael Junglas von der Handwerkskammer Koblenz berichtet von dem Projekt mit spanischen Jugendlichen, die im Kammerbereich eine Ausbildung im Handwerk machen. Die Sprache sei das größte Problem, da müsse man neue Wege gehen.

Björn Hornburg vom Arbeitskreis Schule-Wirtschaft sieht die Sprachausbildung im beruflichen Bereich aus als eine Schlüsselqualifikation. Kommunikationsfähigkeit im Beruf und in der Wirtschaft seien entscheidend und Auslandspraktika seien da hilfreich.

Daniel Geldsetzer von den Wirtschaftsjunioren wies auf einen wichtigen Punkt hin. "Wir haben hier im Kreis viele Unternehmen die international ausgerichtet sind und weltweite Beziehungen unterhalten. Wir müssen schon früh die Jugendlichen für mögliche Auslandsaufenthalte und das dortige Lernen begeistern" so Geldsetzer. Er war beim Messetag als "WJ-Scout" unterwegs gewesen. Zu diesem Projekt waren Anja Witt von der IHK und Bewerbungstrainerin Nicole-Maria Weimar zuvor schon tätig gewesen. Es gab für teilnehmende Schülerinnen und Schüler ein Bewerbungscasting und das wurde dann als "echtes" Bewerbungsgespräch aufgelegt. Anschließend brachte Geldsetzer die Jugendliche zu den entsprechenden Firmen und stellte so die Kontakte her. "Bei rund 35 Jugendlichen kam das gut an", berichtete Geldsetzer und sprach von einer guten Veranstaltung.

Als Gast war Christoph Braun vom Leitungsteam der BBS Montabaur in Altenkirchen. Er berichtete kurz von den Erfahrungen der Schule, die seit 2009 international in der EU unterwegs ist. Es werden Industriekaufleute im 2. Ausbildungsjahr in unterschiedliche Länder geschickt, um zu lernen, bereits 30 Betriebe der Region sind mit im Projekt. Ein Ärgernis seien die EU-Anträge, die rund 120 Seiten umfassen. Braun wünschte sich ein kreisübergreifendes Netzwerk zwischen Schulen und Betrieben die am EU-Programm teilnehmen wollen.
Landrat Michael Lieber hatte eingangs die Gäste begrüßt und sein Dank galt den Veranstaltern und Ausstellern für ihr Engagement. "Wir müssen die Zukunft zusammen gestalten, Ausbildungsbetriebe und Schulen noch näher zusammenbringen", sagte Lieber. Er wies auf die Veränderungen hin die im internationalen Austausch liegen, das ginge auch nicht am Kreis Altenkirchen vorbei. (hws)



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