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Nachricht vom 27.09.2014    

Feste in der Kapelle im Seniorendorf Herdorf sorgen für Unmut

Der Freundeskreis Seniorendorf Stegelchen Herdorf hatte Mitgliederversammlung, diesmal in der neuen Kapelle. Und um die Nutzung der Kapelle ging es, denn die von der Heimleitung durchgeführten Veranstaltungen sorgen für Ärger und Unmut, nicht nur beim Freundeskreis auch in der Herdorfer Öffentlichkeit. Der Freundeskreis hat zwar viel Geld in die Realisierung des Projektes Kapelle gesteckt, hat aber ansonsten kein Mitbestimmungsrecht.

Der Freundeskreis Seniorendorf Stegelchen führte seine Mitgliederversammlung in der Kapelle durch, über deren Nutzung derzeit große Uneinigkeit herrscht. Foto: anna

Herdorf. Zum 10. Male seit der Gründung des Freundeskreises Seniorendorf Stegelchen 2006 hielt dieser eine Mitgliederversammlung ab, erstmals in der neuen Kapelle der Einrichtung, denn um diese ging es wieder einmal.

In dem überschaubaren Zeitraum seit Bestehen des Freundeskreises hat dieser schon zwei Großprojekte zum Wohle der Bewohner des Seniorendorfes erfolgreich abgeschlossen. Sowohl für den Sinnesgarten, als auch für die am 28. Februar dieses Jahres eingeweihte Kapelle erhielt der Verein viel Lob und Anerkennung.
Doch jede Medaille hat zwei Seiten und was die Kapelle betrifft gibt es Unmut unter den Vereinsmitgliedern, Spendern und auch in der örtlichen Bevölkerung. Auslöser des Ärgers ist die Tatsache, dass die Kapelle seitens der Heimleitung als eine Art Mehrzweckraum angesehen wird und dort sowohl Karnevals-, wie auch Verkaufsveranstaltungen und Fußballübertragungen durchgeführt wurden. Als nächstes soll dort bei schlechtem Wetter das geplante Oktoberfest stattfinden.

Der Vorsitzende des Freundeskreises, Gerhard Fuchs berichtete, dass er immer wieder im Ort von verschiedenen Leuten angesprochen worden wäre, wie der Verein eine solche Zweckentfremdung der Kapelle nur zulassen könne. Das habe ihm wehgetan, so Fuchs. Dem Verein schiebt man also den „Schwarzen Peter“ zu.
Fuchs erklärte jedoch, dass der Freundeskreis keinerlei Direktionsrecht hinsichtlich der Kapelle habe, diese gehöre mit zur Gesamtanlage des Seniorendorfes und sei somit ebenso Bestandteil des vom Seniorenwerk in Nordhausen gemieteten und betriebenen Hauses wie alles andere. Warum der Heimleiter Martin Weber die Kapelle zu solcherlei Veranstaltungen nutzte, konnte Fuchs nicht erklären, der Heimleiter selbst war nicht anwesend, da er sich im Urlaub befindet.

Der Vereinsvorsitzende appellierte in dieser Angelegenheit auch an die beiden Kirchen, den Verein mit diesem Problem nicht alleine zu lassen. Fuchs setzt außerdem Hoffnungen in ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Christian Döring, das demnächst stattfinden soll.

Des Weiteren ist für den elften November ein Gespräch mit der neuen Inhabergesellschaft geplant, der bisherige Inhaber der Anlage, Peter Voss hat diese vor einiger Zeit an die Aachener Grundvermögen Kapitalgesellschaft mbH verkauft, eine Gesellschaft die den Diözesen Trier, Aachen, Limburg und Köln gehört.

Seitens des Vereinsvorstandes wurde eine Liste erstellt, mit Vorschlägen, wozu die Kapelle genutzt werden darf und wozu nicht. Erlaubt sein sollen: Gottesdienste der katholischen und evangelischen Gemeinden, Wortgottesdienste, Gebetsstunden, Andachten, Bibelabende, Trauungen, Advents- und Weihnachtsfeiern, Singstunden, Konzerte, Vorträge zu altersspezifischen Themen, Gesprächsrunden mit den Angehörigen der Heimbewohner, Diavorträge, Gymnastik der Heimbewohner, Seminare für die Beschäftigten, Bilderausstellungen und andere besinnliche Veranstaltungen.

Es sollen keine Karnevalsveranstaltungen, Sportübertragungen, Verkaufsveranstaltungen stattfinden oder Wahllokale eingerichtet werden. Zukünftig möchte Fuchs, dass der Heimleiter alle außergewöhnlichen Veranstaltungen mit dem Vorstand des Freundeskreises abspricht.
Für diese Vorschläge erhielt der Vorstand die ungeteilte Zustimmung der Mitglieder. Im Anschluss gab Kassierer Johannes Solbach einen Überblick der Finanzen. So wurden im Jahr 2013 Spenden in Höhe von über 44.500 Euro eingenommen und 38.500 Euro für die Kapelle ausgegeben. Damit hat der Verein nun schon über 50.000 Euro für die Kapelle gezahlt.

Es verbleibt noch ein Restguthaben von über 8.400 Euro. An Mitgliedern zählt der Freundeskreis aktuell 96 Personen und Solbach erklärte, dass der jährliche Beitrag künftig immer zum 15. Februar eingezogen werde, was mit der Umstellung auf das SEPA-System zusammen hängt. Der Vorsitzende kündigte an, das derzeitige Guthaben des Vereins eventuell für zwei zusätzliche Wege zum Sinnesgarten verwenden zu wollen. Fuchs dankte abschließend nochmals allen Spenderinnen und Spendern, sowie Peter Voss ohne die der Bau der Kapelle nicht möglich gewesen wäre. (anna)


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