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Nachricht vom 02.10.2014    

IG Metall-Verwaltungsstelle Betzdorf wieder komplett

Innerhalb kurzer Zeit hat sich personell einiges verändert in der Verwaltungsstelle der IG Metall in Betzdorf: Neuer Erster Bevollmächtigte, neue Jugendsekretärin – und nun auch neuer politischer Sekretär. Reiner Peters-Ackermann beschreibt sich selbst als „Quereinsteiger“ in die Gewerkschaftswelt. Seine Personalie passt auch in die Neuausrichtung der Verwaltungsstelle.

Die Spitze der IG Metall Betzdorf: Uwe Wallbrecher, Nicole Platzdasch und Reiner Peters-Ackermann (rechts). Foto: Daniel Pirker

Betzdorf. Jetzt ist das hauptamtliche Team der IG Metall-Verwaltungsstelle in Betzdorf auch offiziell komplett. Im Juni übernahm Uwe Wallbrecher die Arbeit als Erster Bevollmächtige und Anfang September startete Nicole Platzdasch als Jugendsekretärin. Und nun beginnt Reiner Peters-Ackermann als politischer Sekretär in der Moltkestraße und löst damit den erkrankten Leonhard Epping ab.

Seinen Schwerpunkt wird der 59jährige in der Betreuung der Vertrauensleute in den Betrieben haben. Schließlich seien sie von hoher Bedeutung für die gewerkschaftliche Arbeit, wie die drei „Neuen“ zusammen mit Bruno Köhler und Gerardo Tulimiero vom Vorstand betonten.
Die Vertrauensleute fungierten als erste Anlaufstelle für die Arbeitnehmer. Sie seien einfach „nah dran“ am Betriebsalltag. So könne sich der Betriebsrat vor allem den „großen Kloppern“ widmen, erklärte Peters-Ackermann.

Die Qualifizierung der Vertrauensleute ist ihm dabei ein Herzensanliegen. Naheliegend, wenn man sich den Lebenslauf des neuen politischen Sekretärs anschaut. Denn eigentlich ist er Kunstlehrer und nicht unbedingt ein typisches Gewerkschaftsgewächs. Er selbst bezeichnet sich als „Quereinsteiger“, der bis zum 23. Lebensjahr keine Berührung mit einer Gewerkschaft gehabt hätte. Immerhin ist Peters-Ackermann im Bremer Umland auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern groß geworden. Zwischen Abi und Studium jobbte er und knüpfte so erste Kontakte zur Gewerkschaft. Während des Studiums arbeitete er schließlich nebenbei bei der IG Metall. Kunstlehrer wurde er nach der Uni dann nicht. Stattdessen verdingte er sich in der Erwachsenenbildung. Seit rund sechs Jahren arbeitet Peters-Ackermann nun festangestellt für die IG Metall.

Bis zu seiner Verpflichtung in Betzdorf war er beim Frankfurter IG Metall-Vorstand als politischer Sachbearbeiter aktiv. Peters-Ackermann passt auch in die neue Ausrichtung, die Wallbrecher auf dem Pressetreffen vorgab. Die „organisierte Bildungsarbeit“ soll einen neuen Stellenwert erfahren. „Wieder an Bord holen“, heißt das bei Wallbrecher. Die Möglichkeiten des Arbeitnehmerweiterbildungsgesetzes habe man da vor Ort noch nicht voll ausgeschöpft. Nicht nur bestimmte Zielgruppen sollen hiervon profitieren, sondern auch – neben beispielsweise den Vertrauensleuten – normale Mitglieder. Auch deshalb habe sich für Peters-Ackermann entschieden, der ausgewiesene Fähigkeiten im Bildungsbereich vorweisen könne. Ausschließlich für Vertrauensleute wird er also nicht zuständig sein.




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Wallbrecher stellte klar: Generell gelte für die Verwaltungsstelle, dass zwar Schwerpunkte von einzelnen beackert würden, aber jeder in allen Gebieten sprachfähig und vor allem ansprechbar für die Arbeitnehmer sein solle. „Wenn jemand hier anruft, dann muss klar sein, dass ihm geholfen wird“, brachte Peters-Ackermann diesen Ansatz auf den Punkt.
Aber bei der Gewerkschaftsarbeit geht es nicht nur darum angesprochen zu werden, sondern auch anzusprechen. Das wurde immer wieder deutlich in den Beiträgen der IG Metall-Vertreter auf dem Pressegespräch. Bestes Beispiel: Die Arbeit der neuen Jugendsekretärin Nicole Platzdasch. Sie hat gezielt bereits einige Betriebe besucht und Kontakte zu Azubis geknüpft. Dabei steht für sie immer wieder die Frage im Vordergrund: „Wie komme ich an die Leute ran?“ Schließlich will sie die jungen Arbeitnehmer dafür sensibilisieren, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Tatsächlich könnte das auch die Überschrift für die vergangenen drei Aktivitäten sein, die auf dem Pressegespräch besonders hervorgehoben wurden. So freute sich Wallbrecher über die zahlreichen Teilnehmer des Betriebsräteempfangs, der Anfang September stattfand. Auch die Teilnahme am Freundschaftsfest in Betzdorf habe eine „ordentliche Resonanz“ gehabt. Platzdasch hob daneben die Beteiligung der heimischen Mitglieder am Aktionstag der Kampagne „Revolution Bildung“ in Köln hervor. Hier sei für alle spürbar gewesen, dass etwas gemeinsam bewegt werden könne. Für die Gewerkschaftsvertreter eine Mut machende Bilanz. Denn für sie bedeutet der Aktionstag auch einen Auftakt für die anstehende Tarifrunde. Und in die wird die Verwaltungsstelle dann mit einem kompletten Team gehen können. (ddp)


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