Werbung

Region |


Nachricht vom 05.08.2008    

Grube als geothermische Ressource

Weltweit wird angesichts der fortschreitenden Verknappung und Verteurung von fossilen Brennstoffen und wegen der ebenso fortschreitenden Klimaerwärmung mit all ihren negativen Folgen nach Möglichkeiten der Nutzung regenerativer Energien geforscht. In der Verbandsgemeinde Flammersfeld ist dies in ein interessantes Projekt gemündet: In Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und der Uni Mainz werden die Möglichkeiten der Nutzung des geothermischen Potentials der gefluteten Grube Georg erkundet.

Willroth. Auf dem Gelände der ehemaligen Erzgrube Georg bei Willroth ist die Erschließung eines Industriegebietes vorgesehen. Dieses Gelände bietet einige Vorteile: Sehr gute verkehrstechnische Lage durch unmittelbare Nähe zur Autobahn A 3, Umsetzung moderner bodenschutzrechtlicher Anforderungen durch Wiedernutzung von Industriebrachen, Nutzung regenerativer Energien in Form des geothermischen Potenzials der gefluteten Erzgrube Georg.
Wegen der wachsenden Klimaveränderung werden weltweit verstärkt Anstrengungen unternommen, die Nutzung Klima schädigender Energierohstoffe durch regenerative Energie zu ersetzen. Dies hat auch die Verbandsgemeinde Flammersfeld zum Anlass genommen, in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz (MUFV) sowie dem Institut für geothermisches Ressourcenmanagement (IGEM)/An­gewandte Geologie Uni Mainz das geothermische Potential der gefluteten Grube Georg zu ermitteln und Nutzungsmöglichkeiten zu prüfen. Diese Untersuchungen werden unter Federführung von Prof. Dr. Georg Wieber (SGD Nord/Uni Mainz) durchgeführt.
Das nördliche Rheinland-Pfalz (Rheinisches Schiefergebirge) war reich an Erzlagerstätten, die bis in Tiefen von über 1000 Metern unter Geländeoberkante abgebaut wurden. Mit zunehmender Tiefe flossen den Bergwerksanlagen zunehmend wärmere Grundwässer zu (geothermischer Gradient: 3°C/100 m). Nach Einstellung des Bergbaus wurde die Wasserhaltung in den Gruben eingestellt und das Grundwasser stieg entsprechend an. Es entstanden bedeutende Wasserreservoire in den gefluteten Bergwerken. Die in den Bergwerken eingestauten Grubenwässer sind gegenüber dem "normalen" oberflächennahen Grundwasser (ca. 10°C) durch erhöhte Temperaturen gekennzeichnet. Diese Wässer kommen für eine geothermische Nutzung in Betracht und können insbesondere für die Wärmeversorgung (Heizung) von (größeren) Neubaugebieten umweltschonend und auf einem niedrigen Preisniveau genutzt werden. So auch in der Grube Georg. Erste Untersuchungen weisen Wassertemperaturen von 16°C bis über 19°C auf. Das in der Grube eingestaute Wasservolumen beträgt mehrere 100.000 Kubikmeter bis möglicherweise mehr als 1.000.000 Kubikmeter. Bisher nicht geklärt sind insbesondere die Grundwasserverhältnisse (Neubildung und Abfluss). Diese Parameter sind jedoch für eine Ermittlung und Bewertung des geothermischen Potentials zwingend erforderlich. Dem Grundwasser kann die Wärme über Wärmetauscher entzogen und über Wärmepumpen auf ein Temperaturniveau gebracht werden, welches zum Beispiel zur Raumheizung geeignet ist.
In Deutschland gibt es bereits einige Einzelprojekte, bei denen geothermische Nutzungen von Grubenwässern erfolgreich durchgeführt werden. Beispiele sind Steinkohlezechen im Ruhrgebiet sowie Erzgruben in Sachsen. Auch in Rheinland-Pfalz werden neben der Grube Georg bei zwei weiteren gefluteten Erzbergwerken Studien zum geothermischen Potential im Auftrag der Kommunen und des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums durch die Arbeitsgruppe angewandte Geologie der Universität Mainz erstellt. In beiden Gebieten ist ein geothermisches Potential vorhanden, welches erhebliche Verdampferleistungen ermöglicht und somit zur Heizung für größere Neubaugebiete oder weniger größere (zum Beispiel kommunale) Gebäude (wie Rathaus, Stadthallen, Schulen o.ä.) geeignet wäre.
Neben der Nutzung der geothermischen Energie zur Raumheizung bestehen weitere Nutzungsmöglichkeiten wie beispielhaft Bäder, Treibhäuser, Fischzucht, Industrie, landwirtschaftliche Trocknung oder bei geringeren Temperaturen auch zur Kühlung.
Die Verbandsgemeinde Flammersfeld, so Bürgermeister Josef Zolk, bemüht sich seit einiger Zeit, im Bereich der erneuerbaren Energie zukunftsweisend zu arbeiten. So wird zum Beispiel das Kaplan-Dasbach-Haus in Horhausen mit Erdwärme beheizt. Sollte, so Zolk, aus der Grube Georg Erdwärme gewonnen werden können, wäre dies für den Willrother Berg von größter Bedeutung.



Kommentare zu: Grube als geothermische Ressource

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Großeinsatz wegen Gefahrgutunfall im Betzdorfer Güterbahnhof

AKTUALISIERT | Zu einem Gefahrgutunfall auf dem Bahngelände in Betzdorf ist es am Montag, 10. August, gekommen. Die Leitstelle Koblenz alarmierte gegen 5.30 Uhr die freiwillige Feuerwehr Betzdorf; die zuerst eintreffenden Kräfte fanden einen Kesselwagen vor, aus dessen Domdeckel Dämpfe austraten. Schnell stellte sich heraus, dass es sich bei der Ladung um konzentrierte Salpetersäure handelte. Daraufhin wurde auch die Teileinheit des Gefahrstoffzuges alarmiert.


Positiver Corona-Test im Haus St. Klara in Friesenhagen

Das Gesundheitsamt des Kreises Altenkirchen meldet aktuell einen neuen Corona-Fall: In der Friesenhagener Wohn- und Pflegeeinrichtung Haus St. Klara wurde eine dort zur Kurzzeitpflege untergebrachte Seniorin positiv auf das Virus getestet.


Ersthelfer finden bewusstlose Radfahrerin am Straßenrand

Auf der Landesstraße 269 zwischen Seifen und Döttesfeld ist es am Sonntagabend, 9. August, zu einem Unfall gekommen, bei dem eine Radfahrerin schwer verletzt wurde. Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zum Unfallhergang machen können.


Region, Artikel vom 10.08.2020

AWB verteilt kostenlose Obst- und Gemüsenetze

AWB verteilt kostenlose Obst- und Gemüsenetze

Nicht nur Coffee-To-Go-Becher sterben einen schnellen Tod. Tausenden von Plastiktüten geht es jeden Tag genauso. Deshalb verteilt der Abfallwirtschaftsbetrieb Landkreis Altenkirchen praktische Netze an die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises.


Altstadt-Brücke in Wissen zeugt von bewegter Vergangenheit

Noch in diesem Jahr soll die Erneuerung der Wissener Siegbrücke (L 278) abgeschlossen sein, so dass der Verkehr hier wieder fließen kann. Aber auch die alten ehemaligen Brücken in der Altstadt sind geschichtsträchtig. Erstmals auf einer Skizze aus dem Jahr 1590 ist die „Alte Zollbrücke“ eingezeichnet.




Aktuelle Artikel aus Region


Positiver Corona-Test im Haus St. Klara in Friesenhagen

Altenkirchen/Kreisgebiet. Am Montag hat das Gesundheitsamt Kontaktpersonen der Betroffenen – Mitbewohner, Personal und Angehörige ...

Großeinsatz wegen Gefahrgutunfall im Betzdorfer Güterbahnhof

Betzdorf. Die Feuerwehren koppelten zunächst den betroffenen Kesselwagen aus dem Zugverband und ließen ihn zunächst abseits ...

Energietipp der Verbraucherzentrale: Haus ohne Keller?

Kreis Altenkirchen. Vor der Entscheidung für einen Keller ist es besonders wichtig, ein Bodengutachten einzuholen. Und vor ...

Vor heimischem Fußball-Neustart: Konzepte und Maßnahmen beachten

Altenkirchen. Die Zwangspause war fast sechs Monate lang. Die Fußballer der heimischen Ligen maßen zum letzten Mal Anfang ...

AWB verteilt kostenlose Obst- und Gemüsenetze

Altenkirchen. Das soll motivieren, beim Einkauf ein Obst- und Gemüsenetz zu benutzen und somit die Umwelt zu entlasten. Denn ...

Ersthelfer finden bewusstlose Radfahrerin am Straßenrand

Seifen. Die 53 Jahre alte Frau war Polizeiangaben zufolge am Sonntag in der Zeit von ca. 20.45 Uhr bis 21 Uhr ohne Helm mit ...

Weitere Artikel


Bachpaten bei der Landesgartenschau

Hamm/Bingen. Kürzlich unternahmen die vier Bachpaten der Vebandsgemeinde Hamm auf Einladung des Landesamtes für Umwelt, Wasserwirtschaft ...

Rauchmelder löste Alarm aus

Flammersfeld. In der Straße Grüner Weg in Flammersfeld löste am späten Montagnachmittag gegen 18.40 Uhr ein Rauchmelder in ...

Neuer Lebensabschnitt begonnen

Kreis Altenkirchen. An den Grundschulen im Kreis Altenkirchen hieß es am Dienstag für fast 1500 Kinder die neue Umgebung ...

Diebes-Quartett wurde gefasst

Oberkreis. Am Donnerstag, 31. Juli, 0.46 Uhr, erfolgten in der Ortslage Daaden nach einem gezielten Hinweis eines geschädigten ...

Markus Freund 25 Jahre im Dienst

Betzdorf. Am 1. August blickte Markus Freund (44) von der Kriminalinspektion Betzdorf auf seine 25-jährige Tätigkeit bei ...

Plötzlich scherte Sportwagen aus

Kircheib-Mendt. Gegen 19 Uhr am Montagabend, 4. August, verunglückte ein Motorradfahrer aus Döttesfeld mit seinem Motorrad ...

Werbung