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Nachricht vom 07.12.2014    

Dreiköpfige Tätergruppe hielt Polizei für Stunden in Atem

Körperverletzung, Sachbeschädigung, versuchter Taschendiebstahl, Fahrraddiebstahl und Verdacht der Trunkenheitsfahrt durch Mitglieder einer dreiköpfigen Tätergruppe hielt die Polizei Betzdorf von Samstag, 6. Dezember bis in die frühen Morgenstunden am Sonntag an der Arbeit. Für andauernde Festnahmen gab es aufgrund der Geschehnisse und der Rechtsgüterabwägung keine Grundlagen.

Betzdorf. Das Geschehen stellt sich laut Polizeibericht Betzdorf wie folgt dar und begann am Samstag, 6. Dezember, gegen 17.29 Uhr. Es gingen bei der Polizeiinspektion Betzdorf mehrere Hinweise auf eine Schlägerei unter Beteiligung mehrerer Personen auf dem
Bahnhofsgelände in Betzdorf ein.

Am Bahnsteig konnten acht junge auf den Zug wartende Frauen festgestellt werden,
welche von drei alkoholisierten Männern im Alter von 24, 26 und 30 Jahren belästigt
wurden. Einer der drei Männer (26) kniete sich vor einer 22-Jährigen auf einer Bank
sitzenden Geschädigten nieder und fasste ihr mehrmals mit der Hand an den Oberschenkel. Die Frau schob die Hand immer wieder zurück. Plötzlich spuckte der 26-Jährige auf das Knie der 22-Jährigen.
Ein 24-jähriger zufälliger Zeuge des Geschehens mischte sich in die Auseinandersetzung ein und versuchte zu schlichten und den Frauen zu helfen. Hierbei kam es dann zu einem leichten Gerangel, wobei aber keine Personen verletzt wurden.

Die drei alkoholisierten Männer wurden zur Identitätsfeststellung zur Wache gebracht. Der 26-Jährige zeigte sich hier sehr aggressiv. Während die beiden anderen Männer
nach der Identitätsfeststellung wieder entlassen wurden, verblieb der 26-Jährige nach
richterlicher Anordnung zunächst noch im Polizeigewahrsam.

Hier beschädigte er mit den bloßen Fingernägeln die Rigipsplatten der Zellendecke. Nach erneuter richterlicher Rücksprache wurde der 26-Jährige nach einer Stunde ebenfalls aus dem Gewahrsam entlassen. Gegen ihn wurde eine Strafanzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgelegt.

Aber es ging auf dem Weihnachtsmarkt weiter:
Eine 17-jährige Zeugin meldete sich gegen 20:41 Uhr bei der Polizeiinspektion Betzdorf und gab an, soeben einen versuchten Taschendiebstahl beobachtet zu haben. Hierbei hätten 2 bis 3 männliche Täter sich in verdächtiger Weise an den Weihnachtsmarktständen aufgehalten. In einem Fall hatte sie beobachtet, wie einer der Täter in die Tasche einer Marktbesucherin gegriffen und versucht hatte, deren Portmonee zu entwenden. Dieser Diebstahlversuch wurde auch von zwei weiteren Marktbesuchern beobachtet. Diese Zeugen gingen dazwischen und verhinderten so den Diebstahl. Die drei Täter flüchteten.

Aufgrund der detaillierten Personenbeschreibung der Zeugen bestand von Anfang an der Verdacht, dass es sich bei der Tätergruppe um die drei Männer handeln könnte, die am Nachmittag bereits polizeilich in Erscheinung getreten waren. Eine gemeinsame Suche der Polizei mit den Zeugen führte zur Feststellung zweier der drei Tatverdächtigen im Bereich der Unterführung zur Viktoriastraße. Die beiden 26 und 30 Jahre alten Tatverdächtigen wurden eindeutig von den Zeugen wiedererkannt und zur Verhinderung weiterer Straftaten erneut zur Wache gebracht.

Eine Durchsuchung der beiden Personen führte nicht zum Auffinden von etwaigem Diebesgut. In diesem Zusammenhang wird die nicht mehr am Weihnachtsmarkt angetroffene Geschädigte des versuchten Taschendiebstahls gebeten sich bei der Polizeiinspektion Betzdorf unter der Telefon-Nummer 02741-9260 zu melden.

Erneut in der Zelle sich der 26-Jährige wiederum sehr aggressiv. In der Zelle mussten ihm daher Handfesseln angelegt werden.
Der vorläufig festgenommene 30-Jährige Mittäter deutete an, sich in der Zelle das Leben nehmen zu wollen. Nach dem Zusperren der Zellentür sprang er von Innen scheinbar mit vollem Anlauf mit dem Kopf gegen die Sicherheitsglasscheibe in der Zelle und erlitt eine geschwollene, blutende Unterlippe. Zur Verhinderung weiterer Aggressionen wurde der 30-Jährige von zwei Beamten zunächst solange festgehalten, bis er sich wieder beruhigt hatte.
Nachdem er losgelassen wurde schlug er erneut mit dem Kopf gegen die Zellenwand, sodass er ebenfalls mit Handfesseln in der Zelle fixiert werden musste. Die Eigengefährung war nicht auszuschließen. Etwas später legte sich der 30-Jährige auf den Boden und stellte sich bewusstlos. Auf Ansprache reagierte er nicht mehr.
Der alarmierte Rettungsdienst verbrachte den 30-Jährigen ins Krankenhaus, wo er ebenfalls randalierte und nach wenigen Stunden verschwand, da es keine gesetzliche Handhabe zur weiteren Unterbringung gab.

Der 26-Jährige wurde nach dem Ende des Weihnachtsmarktes ebenfalls aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Gegen alle drei Tatverdächtigen wurde eine Anzeige wegen versuchtem Taschendiebstahl vorgelegt.

Doch es war noch nicht zu Ende:
Um 1.40 Uhr meldete ein anderer Zeuge einen in starken Schlangenlinien fahrenden
Radfahrer in der Austraße in Kirchen. Aufgrund der Zeugenhinweise konnte dieser zu
Fuß angetroffen werden. Bei der Person handelte es sich um den 24- jährigen Mittäter der vorhergehenden Straftaten. Das Fahrrad hatte er kurz vor seiner Überprüfung in der Austraße abgelegt.
Bei dem Fahrrad handelte es sich um ein rotes Trekkingrad der Marke „Trek“, welches er vermutlich in Betzdorf, Nähe Weihnachtsmarkt, entwendet haben dürfte. Der Eigentümer des Fahrrades ist noch nicht bekannt und wird ebenfalls gebeten, sich bei der PI Betzdorf zu
melden.
Während der Überprüfung des 24-Jährigen wurde starker Alkoholgeruch festgestellt. Einen Atem-Alkoholtest konnte oder wollte er nicht ordnungsgemäß durchführen. Eine Blutprobe wurde angeordnet. Weitere Strafanzeigen wegen Verdacht des Fahrraddiebstahls und Trunkenheit im Straßenverkehr wurden gegen den 24-Jährigen gefertigt. Nach Beendigung der Maßnahmen wurde auch der 24-Jährige nach Hause entlassen. Soweit der Polizeibericht.

Was Leser vielleicht irritiert ist erklärbar. Alle drei Tatverdächtige wurden jeweils entlassen und sind auf freiem Fuß. Es wurden alle Rechtsgrundlagen von der Polizei beachtet, ein Richter eingeschaltet und für andauernden und anhaltenden Freiheitsentzug gab keine gesetzlichen Grundlagen. Die Eigenfährdung und geäußerten Suizidabsichten in der Zelle des 30-Jährigen wurden beachtet. Dies ergaben Rückfragen und Recherchen des AK-Kuriers. (hws)


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