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Nachricht vom 30.12.2014    

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk

Straßenumbauten können ja manchmal zur Freude der Anlieger besonders gelungen sein und auch unerwartete Aktionen auslösen. So geschehen in Wissen, Gymnasialstraße. Aus einer bogenförmigen Erweiterung des Bürgersteigs wurde eine Piazza Don Manfredo. Die Einweihung soll in der Silvesternacht stattfinden.

Jetzt hat Wissen auch eine Piazza. Foto: Manfred Steinmann

Wissen. Die großzügige Ausgestaltung der Einmündung der Gymnasialstraße in die Schulstraße bescherte den dortigen Anliegern, dem Ehepaar Ursel und Manfred Steinmann, eine so üppige schmucke bogenförmige Erweiterung ihres Bürgersteiges, dass ein richtiger kleiner Vorplatz entstand.

Manfred Steinmann, nicht verlegen um eine humorvolle Kommentierung, erklärte hier und da, dass er gedenke, im Sommer hier den zahlreich vorbeikommenden Schülern Eis anzubieten. Wintertags sei Glühwein für die Erwachsenen vielleicht eine Alternative. Außerdem sei dieser Platz für ihn jetzt eine Piazza. Um einen Namen dafür war Steinmann auch nicht verlegen. „Piazza Don Manfredo“ erschien ihm durchaus akzeptabel.

Da das unfreundliche Wetter eine kleine Einweihung und Übergabe der wohl fertigen Baumaßnahme der Gymnasialstraße verhinderte, von einer Stimmung à la bella Italia ganz zu schweigen, richtete Steinmann sich innerlich darauf ein, zum Silvesterfeuerwerk Betrieb auf seiner Piazza zu haben. Um so größer war sein Erstaunen als er jetzt von einem Besucher zu hören bekam, „Piazza Don Manfredo“ mache sich ganz gut.

„Wie, was, von was redest du da?“ fragte Steinmann, wartete aber eine Antwort nicht ab, sondern ging an den Beginn seines Treppenaufganges, wo er etwas Neues sah. Das Neue war ein solides Schild in Pfeilform, das auf den Vorplatz seines Hauses hinwies, und darauf war in großen klaren weißen Buchstaben zu lesen „PIAZZA DON MANFREDO“.

Steinmanns Freude war offensichtlich. Das gefiel ihm, das war originell. Aber wer hatte das bewerkstelligt? Die Kolpingsfamilie kam in Verdacht. Das war deshalb logisch, weil deren Vorsitzender Richard Walter ja gerade auf eine Stippvisite gekommen war. Er musste da mitgewirkt haben. Wenn man ihn ansah, wirkte er genau wie so ein Straßenschildermacher, so sah er aus, so bewegte er sich, so sprach er, mochte sagen und beteuern was er wollte, nur er konnte der Straßenschildermacher sein.

Der Besucher ging, und Manfred Steinmann ging ebenfalls nach draußen, hatte aber den kürzesten Weg, denn er wollte dieses tolle Schild fotografieren. Während er noch damit beschäftigt war, wurde er auf Italienisch angesprochen.

„Buona sera“ bekam er zu hören und antwortete ebenso. Es war die Nachbarin vom übernächsten Haus, Frau Klomann, der er schilderte was ihm da Fröhliches passiert sei. Nein, er wisse noch nicht wer für diesen Spaß zuständig sei. Aber er neige dazu, das könne nur die Kolpingsfamilie gewesen sein.
Dem widersprach die freundliche Nachbarin: „Nein, das waren wir!“ Frohsinn auf beiden Seiten und der Vorsatz: „Wenn‘s wärmer wird, dann wird irgendwie die Piazza Don Manfredo eingeweiht!“ Zuerst hat sie aber das Silvesterfeuerwerk als Einweihungsprobe zu bestehen.

Zum Schluss dieser kleinen Geschichte, seit geklärt ist wer der Macher und Aufsteller des Piazza-Schildes ist, wirkt der in Verdacht geratene Besucher nicht mehr wie ein Straßenschildermacher, geht nicht mehr so, sieht nicht mehr so aus.



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