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Nachricht vom 04.01.2015    

Blick in die Vereinschronik

Ein zu Ende gehendes Jahr ist oftmals Anlass für den Rückblick in die Chronik der Vereinsgeschichte. Der Wissener Schützenverein tat dies und schaute auf den 1. Weltkrieg und die folgenden Notjahre, die keine oder nur wenig Vereinstätigkeit zuließ.

Die Aufnahme zeigt eine Reichsbanknote über 20.000 Mark aus dem Jahre 1923, für deren damaligen Gegenwert man gerade mal zwei Eintrittskarten für das Samstagabendkonzert in der Schützenhalle kaufen konnte. Foto: Archiv SV

Wissen. Wenige Tage nach dem Schützenfest des Jahres 1914, dem Friedrich Stangier als
Schützenkönig vorstand und zu welchem noch die "Koblenzer 8. Pioniere" die
Festmusik ausführten, brach der 1. Weltkrieg aus. Unmittelbar danach bewiesen
die Wissener Schützen bereits ihr Verständnis zur übrigens bis heute von ihnen
ausgeübten Gemeinnützigkeit, als sie für caritative Zwecke innerhalb der Gemeinde
Wissen, so berichtet die Chronik, dem „Vaterländischen Frauenverein" 100 Mark
und dem „Elisabethverein" 50 Mark zuwiesen.
Der Schützenverein selbst zeichnete 600 Mark „Kriegsanleihe", dies war in jenen Tagen so üblich. Während des Krieges beschränkte sich die Vereinstätigkeit lediglich auf Vorstandsitzungen, Schützenfeste fanden selbstverständlich keine mehr statt. Fast alle Schützen der jüngeren und die meisten der älteren Generation waren eingezogen. Viele von
ihnen sind auf den Schlachtfeldern Europas gefallen oder wurden verwundet.

Im Januar 1920 wurde die erste Generalversammlung seit dem Jahre 1915 abgehalten, zu der 39 Mitglieder anwesend waren. Wie die im Archiv vorliegenden Unterlagen weiterhin belegen, wurde ein Kassenbestand von 71,26 Mark festgestellt und ein zukünftiger
Jahresbeitrag von sechs Mark beschlossen.




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Nachdem man zuvor fünf Jahre lang kein Schützenfest hatte feiern können, schienen nunmehr die Notjahre vorbei zu sein. Aber wenn auch der eingekehrte Friede einem sinnlosen Morden ein Ende bereitet hatte und sich die Überlebenden ihres Daseins erfreuten, wurden ihnen bald durch die Inflationszeit in den Jahren 1919-1923 und wenige Jahre später durch die Weltwirtschaftskrise sowie die unselige Zeit des sogenannten „Dritten Reiches" weitere Zwänge und wirtschaftliche Not auferlegt.

Aber in Wissen ließ man sich nicht unterkriegen und begann 1921 mit dem Bau der Schützenhalle. Die neue Halle war nach damaligen Vorstellungen ein Schmuckstück und diente auch als Konzerthalle. 1923 kostete die Eintrittskarte für zwei Personen 200.000 Reichsmark, die Inflation zeigte schnell die Grenzen auch für die Vereine auf.

Ein weiterer Weltkrieg von 1939-1945 und dessen tragische Auswirkungen beendeten
letztlich noch einmal jede Vereinstätigkeit und zwangen die Wissener Bürger erneut
zum Verzicht auf ihr geliebtes Heimatfest bis hin zum Jahre 1950.

Die kommende Jahreshauptversammlung des Wissener Traditionsvereins findet am 17. Januar, 17 Uhr, im Schützenhaus statt. Verschiedenartige Berichte, Vorstandswahlen und Erläuterungen zu Vorhaben versprechen wieder einen interessanten Sitzungsverlauf.


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