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Nachricht vom 28.01.2015    

Grüne stellten Abfallwirtschaftskonzept vor

Bündnis 90/die Grünen im Kreis Altenkirchen erstellten ein Abfallwirtschaftskonzept für den Landkreis Altenkirchen unter den neuen Rahmenbedingungen in Rheinland-Pfalz. Dem Bau einer neuen Umladestation für Müll wurde ein Absage erteilt. Es gehe darum, bereits bestehende Firmen mit entsprechendem Gelände zu nutzen.

Betzdorf. Am Montag, 26. Januar traf sich die Kreistagsfraktion der Grünen des Kreisverbandes Altenkirchen um über die möglichen Modernisierungsmaßnahmen der Mülldeponie in Nauroth zu informieren. Friedrich Hagemann, Anna Neuhof sowie Fraktionssprecher Gerd Dittmann und Schatzmeister Dr. Rudolf Bayer stellten sich hierbei den Fragen der Presse und erläuterten im wesentlichen die Vorteile einer Modernisierung der bestehenden Deponie in Nauroth anstelle der Errichtung einer neuen Umladestation, die letztlich vor allem den Steuerzahler belasten würde.

Eröffnet wurde die Sitzung durch Hagemann, der auf das technisch erprobte Verfahren zur Be- und Entlüftung von Mülldeponien im Allgemeinen verwies. Durch die Zersetzung organischen Abfalls entstehe Methan, ein Stoff, der durch seine Freisetzung in die Atmosphäre, unserer Umwelt nachhaltig schadet. Das in diesem Zusammenhang erwähnte Belüftungssystem ermögliche es jedoch dem schädlichen Methan Sauerstoff zuzuführen, wodurch die einzelnen Methanbakterien abgetötet würden. Zwar entstehe hierbei Kohlenstoffdioxid. Dieses Nebenprodukt sei jedoch bekanntermaßen weitaus ungefährlicher als Methan.
Die Kreistagsfraktion der Grünen unterstützt die Umsetzung dieses Vorhabens außerordentlich. So sei es wünschenswert ein Privatunternehmen zu akquirieren, welches durch 50 Prozent Kostenübernahme des Bundes unterstützt würde. Wie hoch diese Kosten jedoch seien, darüber konnten zunächst keine Angaben gemacht werden. Hinzu komme, dass die alternative Suche nach einem Standort zur Errichtung einer gänzlich neuen Umladestation für Abfälle bislang erfolglos blieb. Dies liegt aber ganz im Interesse der Kreistagsfraktion.

Landtagsmitglied Neuhof erklärte vor diesem Hintergrund, dass es vor allem wichtig sei die Region zu stärken, sie dementsprechend mit ein zu beziehen um in diesem Sinne eine lokalnahe Firma für bereits erwähnte Modernisierungsmaßnahmen zu gewinnen. Die Firma Remondis in Katzwinkel beispielsweise verfüge über eine von Fläche von 30.000 Quadratmetern, ausreichend Platz also um auf den Bau einer komplett neuen Anlage verzichten zu können. Hierdurch würden nicht nur Ferntransporte vermieden, die ebenfalls schlecht für die Umwelt seien, sondern man erhöhe auch die Wirtschaftlichkeit der eigenen Region.




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Außerdem sei es „in keinster Weise erwiesen, dass es sich bei der Verladung im Sinne einer neu gebauten Umladestation um etwas Sinnvolles“ handele. Dies würde nach Angaben eines Gutachtens, das der Abfallwirtschaftsbetrieb des Kreises Altenkirchen hat anfertigen lassen, in etwa 6.000.000 Euro kosten. Der potenzielle Pächter müsse in diesem Sinne über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren ungefähr 300.000 Euro pro Jahr berappen um das Projekt realisieren zu können. Die Finanzierung belaste dahingehend in erster Linie den Steuerzahler, was ohnehin sehr abwegig erscheint, da sich bereits in Bindweide, einem möglichen Standort zur Errichtung einer neuen Deponie, klare Bürgerproteste formiert hatten.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs lobten die Vertreter der Kreistagsfraktion insbesondere den Bürger selbst, der sich vor allem bei der Sortiertiefe seines Abfalls außerordentlich pflichtbewusst zeige. Nicht umsonst gilt der Kreis Altenkirchen als eine der Regionen, mit dem wenigstens Gesamtmüllaufkommen.
„Wer einmal Mülltrennung gelernt hat, verlernt das nicht“ bemerkte Neuhof diesbezüglich mit einem zufriedenen Lächeln. Bei der quantitativen Entsorgung des Restmülls sei der Kreis sogar bundesweit an vorderster Front. Unabhängig dieser lobenden Worte ginge es jedoch stets noch besser, wonach es für jeden Einzelnen sinnig wäre zum Beispiel organischen Abfall eigenständig zu kompostieren.
Denn auch Pflichtbewusstsein und Eigenverantwortung seien bisweilen wichtige Faktoren gewesen um den Neubau eines Entsorgungszentrums zu missbilligen, da hiermit selbst keine Verbesserung der Müllentsorgung angestrebt werden könne, sondern dies lediglich eine Steigerung der Kosten zur Folge hätte. (Benjamin Bender)


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