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Nachricht vom 30.01.2015    

Rexnord-Belegschaft zeigte trotz Kälte Kampfbereitschaft

5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, darum geht es bei den derzeitigen Tarifverhandlungen der IG Metall. Der Warnstreik bei Rexnord in Betzdorf am Freitag zeigte, es wird Härte demonstriert und derzeit ist von "Schön-Wetter" an der Tariffront nichts zu spüren. Die Belegschaft erteilte dem Angebot der Arbeitgeber (2,2 Prozent) eine klare Absage.

Die Rexnord-Belegschaft zeigte sich beim ersten Warnstreik der diesjährigen Lohnrunde kämpferisch. Fotos: Daniel Pirker

Betzdorf. Die Merkelisierung der politischen Rhetorik mag bis tief in die Gesellschaft festgefressen zu sein; das leise „Sowohl-als-auch“, das Erfolgsmotto ganzer Generationen von Politikern, Managern und teilweise auch Gewerkschaftlern. Einen testosteron-geschwängerten Kontrapunkt setzte hier der Warnstreik der Belegschaft von Rexnord in Betzdorf.
„Wir haben Ausdauer!“, rief der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Betzdorf den Angestellten auf dem Parkplatz vor dem Firmengebäude entgegen. Es könne sein, brüllt Uwe Wallbrecher, dass man wieder in die Kälte müsse, die an dem Vormittag Hände und Gesicht so röteten. Denn: Zwar sei Deutschland wirtschaftsstark, aber in der Lohntüte sähe es ziemlich mau aus.
Auch deshalb fordert die Gewerkschaft 5,5 Prozent mehr Gehalt. Das derzeitige Angebot der Arbeitgeber sei einfach lächerlich!
Auch sonst setzt die Gewerkschaft auf Härte: Die Streikkassen seien prall gefüllt. Immer und immer wieder könne man sich versammeln vor den Werktoren. In diesem Fall waren es rund 190 Rexnord-Beschäftige, vor allem aus der Fertigung. Auch ein paar der ohnehin schwach gewerkschaftlich organisierten Angestellten streikten ebenfalls mit, wie IG-Metall Vorstandsmitglied Geraldo Tulimero erklärte. Rund 10 Mann vom Betriebsrat der Nachbarfirma „Elco“ unterstützten zusätzlich ihre Kollegen.

Das, was sie von Wallbrecher zu hören bekamen, unterschied sich nicht wesentlich von dem, was er tags zuvor bereits der Belegschaft von Federal Mogul mit auf dem Weg gab – nur, dass er gegen fieseres Wetter anbrüllen musste.
Es müsse mehr in Weiterbildung investiert werden. Einerseits klagten die Arbeitsgeber über Fachkräftemangel, aber könnten nicht beantworten, wo denn neue, gut ausgebildete Beschäftigte her kommen sollen. Und sowieso: „Alle Bildungswege sind für die Jüngeren verschlossen.“ Zeit für Weiterbildung sei als Schichtarbeiter schlicht nicht drin. Die Angebote der Arbeitnehmerseite momentan? „Null!“



Auch beim Thema Altersteilzeit forderte Wallbrecher mehr Entgegenkommen von Seiten der Arbeitnehmer. Mehr Ältere müssten ausscheiden können, damit Jüngere ihnen nachfolgen.
Wie viel von all dem wohl in den Chefbüros des Rexnord-Gebäudes ankam, kann man nur mutmaßen. Immerhin schnappte der ein oder andere Nicht-Gewerkschaftler aus den Reihen der Rexnord-Beschäftigten Wortfetzen auf – auf dem Weg zum Auto. (ddp)



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