Werbung

Nachricht vom 03.02.2015    

Was steckt hinter den Neubauplänen für ein Krankenhaus?

Am 9. Februar gibt es eine Kuratoriumssitzung zur Zukunft der Krankenhäuser in Altenkirchen und Hachenburg. Ob es dann Beschlüsse gibt und ob die Öffentlichkeit unterrichtet wird bleibt abzuwarten. Die Pläne des DRK für 80 Millionen ein neues Krankenhaus zu bauen sorgen jedenfalls für Verunsicherung bei der Bevölkerung und den politischen Gremien in beiden Landkreisen.

Diese Aufnahme zeigt die Gemeinde Giesenhausen. Von der L 290 aus in Blickrichtung B 414 nach Kroppach. Dort soll (siehe Pfeil) das neue DRK-Krankenhaus entstehen. Dann würden die bisherigen Krankenhäuser in Altenkirchen und Hachenburg geschlossen. Foto: Reinhard Panthel

Altenkirchen/Hachenburg. Zur Zeit wird in der Öffentlichkeit und „hinter verschlossenen Türen“ heftig über die von der DRK-Krankenhaus-Trägergesellschaft geplanten Krankenhaus-Neubaupläne auf der „grünen Wiese“ im Bereich der Gemeinde Kroppach diskutiert.

Dafür sollen die bestehenden Kliniken in Altenkirchen und Hachenburg geopfert werden, obwohl in den vergangenen Jahren heftig investiert wurde. Es ist an Investitionen in Höhe von ca. 80 Millionen Euro gedacht. „Wir befinden uns in der Endabstimmung“ heißt es aus Mainz auf Anfragen der Kuriere an die DRK-Krankenhausverwaltung und die zuständige Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Trotz schriftlicher Anfragen gab es keine Erklärung auf die gezielten Fragen, weder vom DRK noch von der Ministerin.

Inzwischen versuchen auch andere Gremien wie beispielsweise der Ältestenrat der Stadt Hachenburg und CDU-Verbände der Region zur Klärung der offenen Fragen beizutragen. Beruhigt wurde die Bevölkerung allerdings nicht. Die drohende Schließung der DRK-Krankenhäuser in Altenkirchen und Hachenburg erhitzt die Gemüter. Durch das Fehlen von klaren Stadtpunkten der Offiziellen wird nur ein Nährboden für Spekulationen geschaffen.

Für Neubaupläne – so sieht es ein bekannt gewordenes Gutachten vor – sollen zwei bisher funktionierende Kliniken in Altenkirchen und Hachenburg geschlossen werden. Es wird also vom Land Rheinland-Pfalz abhängen, ob diese Pläne Chancen für eine Verwirklichung haben. Ein Klinikneubau an der Kreisgrenze des Westerwaldkreises und Nachbarkreises Altenkirchen gilt als idealer Standort. In dem Bereich der Bahnhof Ingelbach/Kreuzung der Landstraße nach Eichelhardt soll der Neubau entstehen. In der öffentlichen Wahrnehmung stoßen diese Pläne bisher auf wenig Gegenliebe.

Falls es nicht zum Klinik-Neubau für ca. 80 Millionen Euro kommen sollte, haben die DRK-Strategen gleich eine Alternative parat: eine Neustrukturierung für die beiden Kliniken in Altenkirchen und Hachenburg. In Hachenburg soll künftig nicht mehr operiert werden, denn die chirurgische Abteilung wandert nach Altenkirchen ab.

Dafür – so sehen es die Pläne vor - wird in Hachenburg die internistische Abteilung ausgebaut. Die Neurologie wird dann von Asbach aus betreut. Wie gesagt, das sind Pläne, denn beschlossen ist noch gar nichts. Ob man nach der Kuratoriumssitzung am 9. Februar im Tagungshotel Glockenspitze in Altenkirchen schlauer ist, das bleibt abzuwarten.

Was aber passiert, wenn die Pläne so oder durch den Neubau, realisiert werden? Auch da gibt es wieder eine Menge unbekannter Reaktionen zu berücksichtigen. Mit Spannung wird ebenfalls erwartet wie die bisherigen Klinikgebäude in Hachenburg und Altenkirchen im Falle eines Neubaus in Kroppach anschließend sinnvoll weiter genutzt werden können. Vor allen Dingen bleibt abzuwarten ob man sich auf die Patientenströme zu den bisherigen DRK-Klinikstandorten in Altenkirchen und Hachenburg auch weiterhin verlassen kann.

Speziell in Hachenburg konnte sich das gesamte Gebiet des „oberen Westerwald-Kreisteils“ zunächst als Kreiskrankenhaus und Unfallklinik und später als DRK-Klinik auf gewisse „treue“ Patientenströme verlassen. Ob das so bleibt, wenn nur noch in Altenkirchen eine Chirurgie angeboten würde? Berücksichtigt man die geografische Lage der Verbandsgemeinden Bad Marienberg, Westerburg und Rennerod, dann sind auch Mitbewerber-Kliniken in Siegen und Limburg attraktiv und leicht zu erreichen. (repa)



Dazu ein Kommentar von Reinhard Panthel:
Vorher Investieren und dann schließen?
In jüngster Vergangenheit wurde noch viel Geld in die Modernisierung der beiden DRK-Kliniken in Altenkirchen und Hachenburg investiert. Jetzt droht sogar eine Schließung?
Solche finanziellen Transaktionen versteht nur die Politik, aber die Bürger haben für ein solches Verhalten kaum Verständnis. Es gehört auch zu den politischen Ungereimtheiten, dass Neubauten oder generell Investitionen vollzogen werden, nur weil es um „Zuschüsse“ geht. Landesmittel sind auch Steuergelder die vernünftig investiert werden sollten. Die „Nürburgring-Finanzierung“ war ein Beispiel dafür, wie man gut gemeinte Investitionen für Strukturverbesserungen „in den Sand setzt“.

Mit drohenden roten Zahlen hat man auch damals dafür gesorgt, dass das einzige Kreiskrankenhaus in Hachenburg (auch in Altenkirchen) einem neuen Investor übertragen wurde, während im unteren Kreisteil drei weitere Kliniken in ihrer Existenz ungefährdet weiter arbeiten konnten. Die Krankenhäuser in Selters, Dernbach und Montabaur betreuen den unteren Westerwald, der räumlich nicht viel größer strukturiert ist.

Für das Hachenburger Kreiskrankenhaus gab es damals ein dubioses Übernahmeangebot der CTT Trier das der Westerwaldkreis favorisierte. Zum Glück – so dachte die Bevölkerung – erhielt damals das DRK den Zuschlag für die Krankenhaus-Übernahme in Hachenburg. Eine Entscheidung für eine sorgenlose Zukunft und Existenz auf Dauer war es offensichtlich nicht.
„Keimfreie Krankenhäuser“ vor Ort haben künftig eher eine Chance in der Bevölkerung akzeptiert zu werden, als dezentrale „hypermoderne Zweckbauten“.



Kommentare zu: Was steckt hinter den Neubauplänen für ein Krankenhaus?

3 Kommentare
Aber wieso erst so viel Geld investieren?

Was passiert dann mit den alten Krankenhäusern?

Nach Altenkirchen kommen z.T. jetzt schon Patienten aus dem Siegkreis.
Das Krankenhaus einige Kilometer zu verschieben, würde daran auch nicht mehr viel ändern.

Die Patienten brauchen beide Krankenhäuser!
#3 von Lea, am 03.02.2015 um 18:12 Uhr
Interessant wäre zu wissen was für Behandlungen bzw was für Stationen in den Neubau des Krankenhauses sollen? Wenn es so werden wird wie es jetzt ist, warum bauen?
#2 von Andrea Fuchs, am 03.02.2015 um 12:05 Uhr
Ein neues Krankenhaus in dieser Lage könnte natürlich auch Patienten aus dem Siegkreis, vor allem der Gemeinde Windeck anziehen. HIer ist die Versorgungslage durch die Insolvenz des Krankenhaus Eitorf und das "abgespeckte" Krankenhaus in Waldbröl auch als unbefriedigend zu bezeichnen.
#1 von Stefanie Willach, am 03.02.2015 um 10:01 Uhr

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Inzidenz im Kreis Altenkirchen sinkt weiter – 28 Neuinfektionen am 21. April

Am Mittwochnachmittag weist die Corona-Statistik für den Kreis Altenkirchen im Vergleich zu Dienstag 28 laborbestätigte Neuinfektionen aus. Aktuell sind 620 Personen im Kreis positiv auf eine Corona-Infektion getestet, bei rund 90 Prozent handelt es sich um eine Virus-Mutation.


Amtsgericht Altenkirchen verhandelte sexuellen Missbrauch von Jugendlichen

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte Anklage gegen einen heute 46 Jahre alten Mann aus der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld erhoben. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch von Jugendlichen sowie des Verbreitens von pornographischen Schriften in sieben Fällen an Jugendliche.


Güterverkehr startet am 3. Mai wieder auf der Holzbachtalbahnstrecke

Alles neu macht der Mai?! In diesem Fall nicht ganz, aber immerhin schon mehr als ein bisschen. Mit Beginn des Wonnemonats wird ein weiteres Kapitel in der Geschichte der Holzbachtalbahnstrecke aufgeschlagen, nachdem in den vergangenen Monaten der Schienenstrang schon an vielen Ecken und Enden saniert worden ist.


Neue Jesus-Figur für Kreuz auf Molzberg: Welche gute Seele war am Werk?

Pater Hubert und Bruno Wittershagen bedauerten in einem zufälligen Gespräch den fehlenden Korpus am Wegekreuz auf dem Molzberg in Betzdorf. Seit einigen Tagen ziert nun tatsächlich eine hölzerne Jesus-Figur das Kreuz. Jetzt fragen sich die beiden: Wer war verantwortlich für diese gute Tat?


Im Blick: Lebendige Gewässer in Rheinland-Pfalz

Einladung zur Onlinediskussion: Jeder Interessierte kann sich mit Ideen und Vorschlägen einbringen. Gewässerschutz geht uns alle an.




Aktuelle Artikel aus Region


Wissen: Hundehalter-Begegnung mit Gesichtsschlägen und Unfallverursacher ohne Verantwortung

Mittelhof/Wissen. Einer 45-Jährigen wurde am Dienstag, den 20. April, mehrfach ins Gesicht geschlagen im Mittelhofer Katzenthal. ...

Missachtung Ausgangssperre und Sachbeschädigungen

Verstoß gegen Ausgangssperre
Linz. Im Rahmen der Überwachung der Rechtsverordnung der Kreisverwaltung Neuwied zur Ausgangssperre ...

„Elterndigital“ startet am Betzdorfer Gymnasium

Betzdorf/Altenkirchen. Eine der größten Herausforderungen der Corona-Pandemie für Familien war und ist der Fernunterricht. ...

„Gefühle sind kleine Männchen hinter den Augen“

Alsdorf. Die Kinder sollten ihre eigenen Gefühle besser kennenlernen und einen positiven Umgang mit diesen pflegen, da diese ...

Kreis-Förderung: Betreuungsvereine erhalten 164.000 Euro

Altenkirchen. Die Mittel sind als Zuschuss zu den Personal- und Sachkosten einer hauptamtlichen Fachkraft in den Betreuungsvereinen ...

Amtsgericht Altenkirchen verhandelte sexuellen Missbrauch von Jugendlichen

Altenkirchen. Die Sitzung wurde geleitet vom Vorsitzenden Richter Volker Kindler, die Staatsanwaltschaft Koblenz war durch ...

Weitere Artikel


Musikverein Scheuerfeld startete festlich ins Jubiläumsjahr

Scheuerfeld/Betzdorf. Ein Festakt muss nicht langweilig sein. Dies bewies der Musikverein Scheuerfeld eindrucksvoll mit seinem ...

Kreativ-Wettbewerb der VR-Banken auf der Zielgeraden

Hachenburg/Westerwald. Die 45. Auflage des Internationalen Jugendwettbewerbs „jugend creativ“ der Volks- und Raiffeisenbanken ...

SPD-Kreistagsfraktion will Klarheit

Kreis Altenkirchen. Mit viel Schwung und angesichts der zahlreichen Herausforderungen „breit aufgestellt“ widmete sich die ...

Wirtschaft auf Wachstumskurs - Politik gefährdet Aufschwung

Region. Die Unternehmen nahezu aller Branchen bewerten ihre wirtschaftliche Situation merklich positiver als in der Vorumfrage. ...

Silber für die Wissener Bogenschützen

Wissen. Wieder einmal gab es Edelmetall für die Wissener Bogenschützen. Insgesamt konnten sich sechs Bogenschützen und Schützinnen ...

Letzter Schultag für Schulleiter Klaus Zimmer

Herdorf. Der letzte Schultag vor den Ferien ist für Kinder immer ein ganz besonderer Tag. Für Schulleiter Klaus Zimmer war ...

Werbung