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Nachricht vom 04.02.2015    

AWO schließt alle Dorfläden im Westerwald

Die Mitarbeiter der Dorfläden der Arbeiterwohlfahrt wurden am Montag, den 2. Februar von der Geschäftsleitung darüber informiert, dass ihre Läden geschlossen werden. Es besteht das Angebot, dass sie den Laden in eigener Regie weiterführen können. Als Betreiber fungiert der AWO-Kreisverband Neuwied, speziell der Gemeinde-Psychiatrie-Verbund.

Region. Es gibt elf Dorfläden, die von der Arbeiterwohlfahrt, Gemeindepsychatrie-Verbund, angeschlossen dem AWO-Kreisverband Neuwied, in den Landkreisen Westerwald, Altenkirchen und Rhein-Lahn betrieben werden. Sie alle sind von der Schließung betroffen. Der Hintergrund ist ein wirtschaftlicher. „Alle Dorfläden produzieren Verluste, die teils sehr hoch sind“, erklärt der Geschäftsführer Jürgen Borniger gegenüber den Kurieren.

Folgende Standorte sind betroffen: Bad Marienberg und der Ortsteil Eichenstruth, Fehl-Ritzhausen, Hattert, Roßbach, Mündersbach, Höhr-Grenzhausen, Nauroth (Kreis Altenkirchen), Oberwambach, Miehlen und Dausenau.

Die Mitarbeiter bekommen die Gelegenheit die Läden in eigener Regie weiterzuführen. In Oberwambach wird dies der Fall sein. Dort kann die Bevölkerung weiter vor Ort in dem MiO-Laden einkaufen. Das Problem ist in der Tat die Wirtschaftlichkeit der Läden. „Wir können uns auch als Wohlfahrtsverband nicht leisten, auf Dauer defizitär zu arbeiten“, fasst Borniger die Fakten zusammen.

Der Geschäftsführer berichtet auch, dass die Annahme der Dorfläden durch die Bevölkerung vor Ort oft zu wünschen übrig lässt. Viele Bewohner, auch die älteren Mitbürger, sind oft so gut vernetzt, dass sie zum Einkaufen in die Supermärkte mitgenommen werden. Beim Diskounter sind viele Artikel oft preiswerter, auch wenn es nur wenige Cent sind, der Konsument nutzt dies.



Jürgen Borniger hob als Beispiel Mündersbach heraus. Der kleine Supermarkt liegt an der Bundesstraße. „Er wird von der heimischen Bevölkerung nicht angenommen.“ Die fahren in die Märkte auf der „grünen Wiese“. Ein Politiker sagt in dem Zusammenhang treffend: „Die Leute stimmen über den Laden im Dorf mit den Füßen, respektive mit dem Gaspedal ab.“ Natürlich verhehlt Borniger nicht, dass ihm diese Entscheidung mehr als schwer gefallen ist und er die Betroffenheit der Kunden, die bislang bei den MiO-Läden einkauften, und die Nöte der Mitarbeiter klar sieht.

Letztlich liegt die Entscheidung beim Konsument, denn die AWO habe laut Borniger auch versucht einen Lieferservice über das Internet zu installieren, um das Defizit der Läden zu verringern. „Auch dies wurde nicht angenommen“, berichtet der Geschäftsführer. Der AWO-Kreisvorsitzende Fredi Winter sagte gegenüber den Kurieren: „Ich bedauert die einzelnen Schließungen sehr, aber der Verband konnte auf Grund der tatsächlichen Fakten nicht anders entscheiden." Wolfgang Tischler



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Kommentare zu: AWO schließt alle Dorfläden im Westerwald

11 Kommentare
Das schlimmste ist, so etwas nennt sich gemeinnützige GmbH.... Bitte liebes Finanzamt, sofort aberkennen. Danke
#11 von Berthold, am 07.02.2015 um 07:15 Uhr
Vor acht Wochen wurde überall umgeflaggt, wahrscheinlich mal schön um die Gewinne von 2013-2014 kaputtzuschreiben....überall neue Schilder von Dorfladen auf MIO, Sowas gibt's auch nicht für 50.- Euro pro Laden.....
#10 von Berthold, am 07.02.2015 um 07:15 Uhr
Die Arbeiterwohlfahrt als Sozialverband sollte sich einen neuen Namen zulegen.
Was mit den Dorfläden jetzt passiert hat mit sozialem Verhalten nichts mehr zu tun.
Hier werden mutwillig Arbeitsplätze vernichtet.Der Dorfladen in Mündersbach ist immer
sehr gut besucht.Die Aussagen von Herrn Borniger kann ich nicht nachvollziehen.
Dem Kommentar von Herrn Netter kann ich in allen Punkten nur zustimmen.
#9 von Karl-Heinz Wolf, am 05.02.2015 um 11:23 Uhr
Als Nachbarin des Dorfladens in Mündersbach kann ich beobachten, dass alle Mitarbeiter des Dorfladens motiviert, freundlich und hilfsbereit ihre Arbeit im Dorfladen Münders-bach verrichten.
Dass die AWO, als Sozialverband, auch auf die psychisch kranken Beschäftigten, die einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, keine Rücksicht nimmt und entlässt, ist mir unverständlich.
Ich kann berichten, dass der Dorfladen in Mündersbach gut besucht und von der Bevöl-kerung angenommen wird.
Christel Sältzer, 05.02.2015, 7.50 Uhr
#8 von Christel Sältzer, am 05.02.2015 um 09:45 Uhr
In Mündersbach ist immer was los! Ich kaufe da selber jeden Tag nach der Arbeit ein!
#7 von Lea, am 05.02.2015 um 09:45 Uhr
Meines Wissens wurden die Läden erst durch den Wechsel in der Geschäftsführung defizitär. Mir drängt sich der Verdacht auf, dass die Läden seit ca. drei Jahren nicht mehr gewollt waren. Was der AWO-Vorstand aus Neuwied zum Besten gibt, sind meiner Meinung nach, nur Krokodilstränen. In Höhr-Grenzhausen entwickelte sich der Laden ganz sicher positiv in die richtig Richtung. Mir tun die Behinderten, die in den Läden arbeiteten, vor allem leid. Die AWO ist eigentlich ein Sozialverband! Jetzt regiert wohl nur noch der Mammon! Schade!
#6 von Herbert Netter, am 05.02.2015 um 06:58 Uhr
Bei mir entsteht bei der Meldung ein ungutes Gefühl.
Ich denke an die geweckten Erwartungen / den Aufwand / die Euros - auch Fördergelder ?
die investiert wurden.
Und im Besonderen an die enorme Kraft der psychisch kranken Beschäftigten die sich trauten etwas zu wagen.
Alle Läden machen Verluste - die "sollen"/dürfen jetzt Einzelne/die Mitarbeiter tragen?
Alles fühlt sich komisch an. Und klar, auch die Verbraucher sind beteiligt.
Aber hat nicht auch die AWO als Initiator / Anbieter Verantwortung - man eröffnete 11 !!! Läden. Genauso häufig jetzt Ent-täuschung.
#5 von Hildegard Luttenberger, am 04.02.2015 um 22:24 Uhr
Kann ich nicht verstehen. In Mündersbach und Hattert ist immer was los.
#4 von Sebastian, am 04.02.2015 um 22:24 Uhr
Ich bin auch gerade geschockt. Bin auch immer gerne Mündersbach im Mio. und das gerade hier Nix los sei kann ich überhaupt nicht verstehen.
#3 von Tanja, am 04.02.2015 um 22:23 Uhr
Ich bin gerade auch geschockt. Sehe immer viele Kunden in Mündersbach... Kann ich wirklich nicht verstehen.
#2 von Lena, am 04.02.2015 um 18:09 Uhr
Das ist der größte schwachsinn das bsp mit Mündersbach ! Es gibt sehr viele Leute die durchaus gerne hingehen ! Und es ist immer was los !
#1 von Janine, am 04.02.2015 um 14:21 Uhr

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