Werbung

Nachricht vom 05.02.2015    

IHK Koblenz fordert verlässliche Rahmenbedingungen zur Integration

Zuwanderung und Integration: Diese Themen werden aktuell in Politik und Verwaltung vielfach diskutiert. Was dabei bisher kaum Beachtung gefunden hat: Die Mehrheit der Betriebe zeigt sich bei dem Thema offen und positiv. Die Wirtschaft würde Flüchtlinge gern als Fachkräfte, Hilfskräfte und auch als Auszubildende beschäftigen. Das belegt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz.

Region. Zuwanderung und Integration: Diese Themen werden aktuell in Politik und Verwaltung vielfach diskutiert. Was dabei bisher kaum Beachtung gefunden hat: Die Mehrheit der Betriebe zeigt sich bei dem Thema offen und positiv. Die Wirtschaft würde Flüchtlinge gern als Fachkräfte, Hilfskräfte und auch als Auszubildende beschäftigen. Das belegt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz, die jetzt ihre Mitgliedsbetriebe zur Beschäftigung von Flüchtlingen befragt hat. Allerdings herrscht an vielen Stellen noch Unklarheit über die Rahmenbedingungen. „Hier ist die Politik dringend zum Handeln aufgefordert“, betont Manfred Sattler, Präsident der IHK Koblenz.

Mit ihrer Umfrage hat der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz jetzt eine bundesweit einmalige Einschätzung von Unternehmern und Personalverantwortlichen vorgelegt. „Die Integration von Zuwanderern und Flüchtlingen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor der wir stehen, aber auch die Wirtschaft sieht sich hier durchaus in der Verantwortung“, unterstreicht Manfred Sattler.

„Vielfach werden Fachkräfte händeringend gesucht", sagt Sattler. In der Zuwanderung liege für die deutsche Wirtschaft eine große Chance. Daher gelte es, schnell die Rahmenbedingungen für eine Beschäftigung von Flüchtlingen zu verbessern. „Wir müssen den Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, eine Perspektive bieten - und zwar möglichst unbürokratisch und schnell", sagt Sattler.

Denn aktuell besteht bei den Unternehmen noch großer Klärungsbedarf: So sehen 70 Prozent der Befragten Unklarheit über die rechtlichen Regelungen noch als mögliches Hindernis für die Beschäftigung von Flüchtlingen. 76 Prozent nennen eine unklare Aufenthaltsdauer als wesentliche Barriere.



IHK-Präsident Manfred Sattler hatte sich erst kürzlich schon einmal dafür stark gemacht, dass etwa Jugendliche nicht während ihrer Ausbildungszeit abgeschoben werden können: „Die Politik ist hier gefordert, schnell die nötigen Voraussetzungen zu schaffen - für die Betriebe wie auch die Menschen", fordert Sattler. „Junge Menschen, die eine Ausbildungsstelle gefunden haben, müssen ihre Ausbildung auch abschließen können, ohne dass sie eine Abschiebung fürchten müssen.“ Darüber hinaus drängt Sattler aber auch auf deutlich schnellere Asylverfahren. „Nur so können wir die Menschen schnell auf dem Arbeitsmarkt integrieren.“

Die IHK Koblenz hatte sich jüngst gemeinsam mit den anderen drei rheinland-pfälzischen IHKs direkt an die Landesregierung gewandt und konkrete Vorschläge zur Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Flüchtlingen und Zuwanderern unterbreitet.

Rund 90 Prozent der Unternehmen sehen des Weiteren unzureichende Sprachkenntnisse als mögliches Beschäftigungshindernis. Auch hier sieht Manfred Sattler die Notwendigkeit politischer Weichenstellungen: „Asylsuchende und Flüchtlinge sollten so schnell wie möglich Zugang zu einem Sprachkurs haben.“

An der aktuellen Umfrage der IHK Koblenz beteiligten sich mehr als hundert Betriebe aller Größenklassen und Branchen aus dem Bezirk der IHK Koblenz mit insgesamt über 170.000 Beschäftigten.


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Westerwälder Naturtalente 2026/27: Ausbildungsinitiative mit digitalem Fokus

Die Westerwälder Naturtalente starten in die sechste Runde und bieten Schülern im Schuljahr 2026/27 erneut ...

Warnstreik im Nahverkehr: Busse in Siegen-Wittgenstein betroffen

Am Dienstag, 17. März, stehen die Busse der Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd und Suerlänner GmbH still. ...

Hachenburger Brauerei geht mit Cola und Cola Zero neue Wege

Was denkt wohl ein Braumeister in einem Familienbetrieb, wenn sein Chef zu ihm ins Büro kommt und sagt: ...

Transformationsbegleitung in Kirchen: Ein Dialog über die Zukunft der Arbeitswelt

In der Verbandsgemeinde Kirchen fand ein aufschlussreiches Gespräch zwischen Bürgermeister Andreas Hundhausen ...

Neue Ausbildungsplattform vernetzt Schüler und Betriebe in Kirchen

In der Verbandsgemeinde Kirchen gibt es ein neues Projekt, das Schüler und lokale Unternehmen enger zusammenbringen ...

Von Altenkirchen zur CREATIVA 2026 in Dortmund: Kreisvolkshochschule bietet Busfahrt an

Die CREATIVA in Dortmund ist Europas größte Kreativmesse. Die Kreisvolkshochschule Altenkirchen organisiert ...

Weitere Artikel


2. Kunst und Genussmarkt

Am kommenden Sonntag gibt es in der Siegerlandhalle wieder alles rund ums Thema „Kunst & Genuss“. Die ...

Grüne Berufe im Wettbewerb

Am 9. Februar um 8 Uhr ist es soweit. Ministerin Ulrike Höfken wird den Berufswettbewerb der deutschen ...

Vorbereitung für den Frühling

Rund 40 Nistkästen wurden in einer Gemeinschaftsaktion des NABU Gebhardshainer Land/Wissen und der Waldberechtigten ...

Weiterbildung erfolgreich beendet

Einen Qualifizierungskurs zur Praxisanleitung in Kindertagesstätten erfolgreich abgeschlossen haben 20 ...

Erster Auswärtssieg für SSV 95

Den ersten Auswärtssieg konnten die Handballer des SSV 95 Wissen gegen den TuS Kaisersesch (32:20) feiern. ...

Zukunftsdialog zum Thema Bildung

Unter dem Motto: "Heute die Bildung von morgen gestalten" lädt MdL Thorsten Wehner zum Zukunftsdialog ...

Werbung