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Nachricht vom 26.03.2015    

Jugendliche lernten Grenzen kennen

Im Rahmen eines Anti-Aggressions-Trainings, organisiert von der Schulsozialarbeiterin Isabell Pfeifer, besuchten Matthias Wirths von der Kripo Betzdorf und Ralf Kohlhaas von der Einrichtung „Die Brücke“ die Marion-Dönhoff-Realschule plus in Wissen.

Die Formen der Kommunikation kennenlernen gehörte zum Trainingstag. Foto: Schule

Wissen. Die Jugendlichen der Jahrgangsstufen 7 und 8 kamen für insgesamt drei Schulstunden zusammen und erörterten gemeinsam mit den Referenten Themen, über die sonst oft nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird.

Zu Beginn wurden verschiedene strafrechtliche Vergehen präsentiert und überlegt, welche Strafen hierfür drohen. Speziell die älteren Jugendlichen aus den achten Klassen zeigten sich in der Mehrzahl überrascht, dass bereits 14-Jährige nicht nur zu Sozialstunden, sondern, je nach Härte des Falls, zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden können. Besonders informativ war die Auskunft über die Akteneintragungen bei der Polizei, die vorgenommen werden, sobald eine Anzeige beispielsweise wegen Diebstahls oder Beleidigung eingeht.

„Eine Mutprobe, wie etwas zu klauen mag den Kumpels gegenüber vielleicht cool erscheinen“, sagte der Polizist, „doch müsst ihr euch den einschlägigen Folgen bewusst sein, die Einfluss auf eure gesamte Zukunft haben!“

Während des Brainstormings zum Thema Kommunikation ging den Schülerinnen und Schülern schnell auf, dass der Gegenüber viel mehr als nur Worte wahrnimmt. Gestik, Mimik, Körperhaltung und die körperliche Distanz zueinander sowie Redelautstärke machen etwa 90 Prozent der gesamten Kommunikation aus. In einem Experiment, bei dem ein Jugendlicher Kohlhaas alias Nico in einem Jugendclub ohne Worte erklären sollte, dass dieser seine Zigarette ausmachen solle, zeigte sich schnell, dass nonverbale Kommunikation mindestens genauso wichtig und effektiv ist wie lautstarkes Sprechen. Die Vermeidung, Stress zwischen sich und dem Gesprächspartner aufzubauen, war ein wesentlicher Bestandteil dieses Experiments.

Zum Ende der Veranstaltung zeigten die Referenten einen Kurzfilm mit dem Titel „Handygewalt“. Dieser zeigt das, was heutzutage leider Alltag ist: Ein Außenseiter wird von einer Gruppe provoziert, verprügelt, das Ganze gefilmt und ins Netz gestellt. Eine Mitschülerin schaut zu, unternimmt zunächst jedoch nichts, bis sie dem Opfer einen Zettel zukommen lässt, auf dem sie darauf hinweist, dass er sich wehren soll.

Eine Anzeige gegen die Beteiligten folgt, Eintragungen in die polizeilichen Führungsakten ebenso. Der Film sorgt für zahlreichen Redebedarf unter den Jugendlichen. So ist eigentlich allen sofort klar, dass die Täter mehr als nur eine Straftat mit dem unerlaubten Filmen, Verprügeln und Zerstören der Kleidung begangen haben. Vor allem aber haben sie die Wichtigkeit erkannt. Nämlich, dass man sich als Opfer nicht verkriechen soll, sondern jegliches Vergehen an der eigenen Person zur Anzeige bringen muss, sodass die Täter sehr bald die Folgen ihrer Untaten zu spüren bekommen.

„Der Film macht Mut und hat mir gezeigt, dass ich mich von den anderen nicht unterbuttern lassen muss“, so eine Schülerin aus der achten Jahrgangsstufe. Bereits ärgstes Mobbing und/oder Beleidigungen sind ein Grund zur Polizei zu gehen und die Täter anzuzeigen.


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