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Nachricht vom 15.04.2015 - 22:26 Uhr    

Kriminalstatistik 2014 - wieder Anstieg bei Wohnungseinbrüchen

Laut der am Mittwoch, 15. April, vorgestellten Kriminalstatistik, bewegt sich die Anzahl der Straftaten bereits zum dritten Mal seit dem Jahr 2001 unter der 20.000-Marke. Der Fokus lag hier, neben dem Anstieg der Kinder- und Jugendkriminalität, besonders auf der gestiegenen Zahl der Wohnungseinbrüche. Mit einer Gesamt-Aufklärungsquote von 64,4 Prozent, liegt die Polizeidirektion Neuwied außerdem über dem landesweiten Durchschnitt in Rheinland-Pfalz.

Die Dienststellenleiter der Polizeidirektion und Polizeidirektor Gregor Gerhardt (vorne rechts) stellten die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2014 vor. Foto: PD

Neuwied. 19.422 Straftaten wurden im Jahr 2014 bei der Polizeidirektion Neuwied registriert, im Vorjahr waren es 0,48 Prozent weniger, doch insgesamt steht die Polizeidirektion im landesweiten Vergleich recht gut da, denn pro 100.000 Einwohnern wurden 6309 Straftaten bekannt. Im Landkreis Neuwied musste ein leichter Anstieg der Straftaten um 1,92 Prozent, also 216 Fälle, registriert werden. "Dies ist vor allem einem Anstieg bei den Rohheitsdelikten, also beispielsweise schwerer Körperverletzung, des schweren Diebstahls und der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zuzuordnen", erläuterte Gregor Gerhardt, Kriminaldirektor der Polizeidirektion Neuwied. Einen rückläufige Tendenz konnte Gerhardt bei den Sexualdelikten (von 127 auf 117 Fälle) und bei Straftaten gegen das Leben feststellen. Hierbei halbierte sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr sogar von sechs auf drei Delikte.

Im Landkreis Altenkirchen wurden 7943 Fälle, somit 123 weniger, als im Vorjahr erfasst. Zwar musste auch hier ein Anstieg der Diebstahls- und Rohheitsdelikte festgestellt werden, zusätzlich stieg die Anzahl der Sexualdelikte von 57 auf 84 Fälle, jedoch gingen beim Leistungsbetrug die Deliktzahlen stark zurück – von 416 auf nur noch 20 Fälle. Dieser immense Rückgang ist einem abgeschlossenen Verfahren zu verdanken, welches gegen eine Firma aus Kirchen/Sieg geführt wurde, die in den beiden Vorjahren im großen Stil, europaweit, durch “Abo-Verträge“ ihre Kunden in betrügerischer Absicht schädigte. Dies ließ auch die Fallzahlen im Landkreis Altenkirchen auf ein überdurchschnittliches Niveau steigen. Durch den Abschluss des Verfahrens gegen die Firma mit ständig wechselnden Geschäftsführern, konnte im Jahr 2014 im Bereich Leistungsbetrug ein starker Rückgang verzeichnet werden.

Nach einem Höchststand bei den Eigentumsdelikten im Jahr 2012 , waren diese im Jahr 2013 rückläufig, stieg aber im Jahr 2014 erneut um 5,3 Prozent auf 5439 Fälle an. Die Zahlen des Jahres 2012 wurden jedoch nicht erreicht. „Besonders im Landkreis Neuwied ist bei den Wohnungseinbrüchen durch die gute Verkehrsanbindung zum Großraum Köln/Bonn, eine wesentlich höhere Tatzahl zu vermerken, als im Landkreis Altenkirchen. Polizeiliche Ermittlungen belegen, dass die Täter vielfach aus den Kreisen überörtlich agierender Banden aus dem benachbarten NRW stammen“, führte der Kriminaldirektor aus. Um dem entgegen zu wirken, setzte die Polizei auf Strategien, wie die Einrichtung zentraler Sachgebiete zur Bearbeitung dieser Delikte, die Durchführung von “Haustürgesprächen“, sowie die verstärkte Bestreifung relevanter Wohngebiete. „Dieses Konzept wird auch im Jahr 2015 verstärkt Anwendung finden“, so Gerhardt.

Nach wie vor ist der Anteil der Männer bei den straffällig gewordenen sehr hoch, denn von den 9244 Personen, gegen die sich nach polizeilichen Ermittlungen der Tatverdacht begründete, waren 6822 männlich. Auch der Anteil der Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft stieg im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent an. Nachdem die Anzahl der Straftaten die von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden begangen wurden, in den letzten Jahren rückläufig war, musste hier im Jahr 2014 wieder ein Anstieg verzeichnet werden – 23,4 Prozent aller Tatverdächtigen gehörten zu dieser Gruppe. Während der Anteil der jugendlichen Straftäter um 8,4 Prozent zurück ging, begingen besonders Heranwachsende, also Personen zwischen 18 und 21 Jahren, und Kinder wieder mehr Straftaten. Um dem vorzubeugen, wurden auch im Jahr 2014 wieder zahlreiche Präventionsprojekte für diese Risikogruppe durchgeführt. So ist das Kinoprojekt des Landkreises Neuwied sehr erfolgreich gelaufen und wird auch im Jahr 2015 fortgeführt und auch das Projekt “MOEWE“ der Gesellschaft zur Förderung Beruflicher Integration, wurde unter Beteiligung der Polizei mit gutem Erfolg durchgeführt.

Auch im Bereich der Drogenkriminalität ist nun das zweite Jahr in Folge ein Anstieg in beiden Landkreisen zu beobachten. Die Aufklärungsquote fiel hier um 1,3 Prozentpunkte auf 91,9 Prozent, fünf Menschen kamen durch eine Betäubungsmittelintoxikation ums Leben. Ein besonderes Problem stellt für die Polizei aktuell der Konsum von Kräutermischungen, sogenannten “Legal-High“-Drogen, dar. Beinahe wöchentlich werden Fälle bekannt, bei denen Jugendliche und Erwachsene nach dem Konsum dieser Drogen, ärztlich behandelt werden mussten. Hier warnt die Polizei eindringlich davor, diese höchst gefährlichen Stoffe zu konsumieren. (EK)

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