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Nachricht vom 17.04.2015 - 19:05 Uhr    

Netzwerk Inklusion stellte zukünftige Projekte vor

Verschiedene Organisationen trafen sich im Kuppelsaal der Verbandsgemeinde Wissen zum Thema "Inklusion". Im Mittelpunkt standen konkrete Projekte der bereits bestehenden Partner des Netzwerkes. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte der Hilfsdienst für Behinderte und ihre Angehörigen (Hiba) Wissen vertreten durch den stellvertretenden Vorsitzenden Christof Weller.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Jochen Krentel warb für Mitarbeit im Netzwerk "Inklusion". Fotos: Manfred Hundhausen

Wissen. Was Inklusion bedeutet scheint vielen Menschen immer noch nicht bewusst zu sein, das wurde bei dem Treffen der Partner des Netzwerkes "Inklusion" im Kuppelsaal der Verbandsgemeinde Wissen am Mittwochabend wieder einmal aus den Aussagen und Erfahrungen betroffener Eltern mit behinderten Kindern deutlich.

Sonja Flesch-Brinkmann von der Lebenshilfe Altenkirchen verdeutlichte dies aber dann den Zuhöreren mit einer Bildschirmpräsentation. Inklusion bedeutet: "Das allen Menschen das gleiche volle Recht auf individuelle Entwicklung und soziale Teilhabe, ungeachtet ihrer persönlichen Unterstützungsbedürfnisse, zugesichert sein soll. Für den Bildungsbereich bedeutet dies einen uneingeschränkten Zugang und die unbedingte Zugehörigkeit zu allgemeinen Kindergärten und Schulen des sozialen Umfeldes, die vor der Aufgabe stehen, den individuellen Bedürfnissen aller zu entsprechen - und damit wird dem Verständnis der Inklusion entsprechend jeder Mensch als selbstverständliches Mitglied der Gemeinschaft anerkannt".

"Obwohl Deutschland die UN-Menschenrechtskonvention unterzeichnet und sich damit verpflichtet hat, alles zu tun, damit behinderte Menschen gleichberechtigt in unserer Gesellschaft leben können, ist bedauerlicherweise noch nicht viel passiert und es muss noch viele Jahre wachsen", so Flesch-Brinkmann.

Daran möchten die Verantwortlichen der Lebenshilfe Altenkirchen, die bereits seit mehr als einem Jahr, darunter Geschäftsführer Jochen Krentel und Gerlinde Räder, die das
"Netzwerk Inklusion" planten, in den kommenden drei Jahren mit finanzieller Unterstützung der Aktion Mensch ganz bewusst für den Kreis Altenkirchen etwas ändern. In ihrem Netzwerk haben die Organisatoren inzwischen viele Partner um sich gesammelt, die dieses Ziel unterstützen.

Dazu gehören neben dem Hiba in Wissen die Landjugendakademie, die Betreuungsvereine der Arbeiterwohlfahrt Betzdorf und Altenkirchen, der Regionalladen Unikum, die ASG Altenkirchener Sportgemeinschaft (alle Altenkirchen), der Förderverein für nachhaltiges, regionales Wirtschaften, der Evangelische Kirchenkreis Altenkirchen, das Diakonische Werk Altenkirchen sowie der Landkreis Altenkirchen mit dem Schirmherrn des Netzwerkes "Inklusion" Michael Lieber.

Mit diesem Netzwerk haben die Lebenshilfe Altenkirchen und ihre Kooperationspartner ganz klare Ziele: In den drei Jahren, in denen das von der Aktion Mensch geförderte Projekt läuft, sollen konkrete Projekte im Landkreis Menschen mit Behinderung in Sportvereinen, Unternehmen und im gesellschaftlichen Leben selbstverständlich mit einbeziehen. Als Institution, die viele Lebensbereiche von Menschen mit Behinderung begleitet und unterstützt, ist ihnen wichtig, dass behinderte Menschen auch im Kreis Altenkirchen selbstverständlich am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das bedeutet, dass sie mit nichtbehinderten Menschen in den gleichen Unternehmen arbeiten, in Sportvereinen Sport treiben oder sich in Seminaren und Workshops weiterbilden können.

Jochen Krentel erklärte, dass ein Umdenken der Geldgeber für den Einsatz der Fördermittel stattgefunden habe und dass nicht mehr nur in Steine und Gebäude investiert werde, sondern mehr in „menschliche Projekte“, was sehr zu begrüßen sei. Krentel bat die Anwesenden auch um Werbung für weitere Partner und auch Ideen für aussichtsreiche Projekte einzubringen. „Jeder der einen Kopf hat kann mitmachen und ist aufgerufen sich zu melden“, sagte Krentel.

Dass noch nicht alles reibungslos abläuft kritisierten anwesende betroffene Eltern. So gebe es zum Beispiel bei der Eingliederung behinderter Kinder in Kitas, Schule und in den 1. Arbeitsmarkt noch erhebliche Probleme und Vorurteile zu überstehen und man fühle sich oft mit den Problemen allein gelassen.

Einige Teilnehmer wie Susanne Sprengard vom Hiba, zuständig für den Bereich Schulintegration und Ingo Reichart von der ASG Altemkirchen, Abteilung Aikido stellten ihre Projekte wie Bücherpakete und sportliche Aktivitäten vor.

Mit der treffenden Bemerkung eines Anwesenden: „Nicht behindert zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk und Inklusion beginnt im Kopf und im Herzen“, fand die Versammlung ein würdiges Schlusswort. (phw)

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