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Nachricht vom 22.04.2015 - 13:21 Uhr    

Pferdesteuer einführen: Ein Griff in die Taschen der Pferdehalter

Die Ablehnung einer kommunalen Pferdesteuer hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) bekräftigt. Hintergrund ist, dass erstmalig eine rheinland-pfälzische Gemeinde im Rhein-Lahn-Kreis diese Thematik aufgriff. Es ist ein „Griff in die Taschen der Pferdehalter“, kritisiert jedoch der Verband.

Pferdesteuer hat der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau rundweg abgelehnt. Foto: Wolfgang Tischler

Region. Der Reitsport und die Pferdehaltung stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum dar. Für die Landwirte erweitert die Pferdehaltung die Möglichkeiten, ihren Betrieb weiterzuentwickeln und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu realisieren.

Vor allem in Stadtnähe hätten viele Landwirte in den letzten Jahren ihre Hofstellen auf Pensionspferdehaltung umgestellt und erhebliche Investitionen getätigt. Hinzu komme, dass etliche Grünlandflächen durch extensive Pferdehaltung sinnvoll bewirtschaftet werden könnten, was dem Naturschutz und der Artenvielfalt zu Gute komme. Der Reitsport sei in Deutschland außerdem ein beliebter Breitensport mit rund 1,7 Millionen Menschen, die ihre Freizeit mit dem Reiten, Voltigieren oder Kutschenfahren gestalten. Mit der kommunalen Pferdesteuer würde erstmals die Ausübung einer Sportart in Deutschland besteuert. Dies lehnten der Bauernverband, die Reiterliche Vereinigung, der Deutsche Olympische Sportbund und auch der Bund der Steuerzahler Deutschlands entschieden ab. Weder den Landwirten noch den Pferdebesitzern sei eine solche Steuer zuzumuten, betonte der BWV.

Er weist darauf hin, dass bereits mit der Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für die Pferdepension vor einigen Jahren und mit der zum 1. Juli 2012 erfolgten Abschaffung des ermäßigten Steuersatzes beim Handel mit Reitpferden steuerliche Belastungen eingeführt worden seien. Nochmalige Belastungen würden die Existenz vieler Pensionsstallbetreiber bedrohen. Auch entstehe so ein steuerlicher "Flickenteppich". Pferdebesitzer würden in pferdesteuerfreie und somit günstigere Kommunen flüchten, warnte der Bauernverband.


Kommentare zu: Pferdesteuer einführen: Ein Griff in die Taschen der Pferdehalter

10 Kommentare

Wie schrecklich, dass nach den Kommunalpolitikern auch die Medien ihre Freude daran finden, Bürger aufeinander zu hetzen. Wo sind die Zeiten hin, als sich Journalisten in der Pflicht gesehen haben, aufzuklären und zu mahnen. Hier wird unterschlagen, was in den Pferdesteuergemeinden bereits für Schäden entstanden sind. Wie verzweifelt müssen die Reitvereine mit ihren Schulpferden und ihren ReitAGs etc. noch informieren, bis auch der letzte Spötter mal zur Abwechslung erschrocken den Mund hält. (Ich habe kein Pferd!)
#10 von Benjamin Tecklenborg, am 26.04.2015 um 07:36 Uhr
Sehr Herr Bosch,
Man merkt das sie sich mit dem Thema kaum oder gar nicht befasst haben, was man schon an dem Punkt mit den Waldschäden sieht.
Googlen sie mal nach Forstarbeiten und die entsprechenden Bilder.
Sie werden "dezente" Unterschiede finden zwischen den Maschinen die dort arbeiten, oder wenn dabei Rücke-Pferde eingesetzt werden.
Nur mal so als Beispiel von wegen Flurschäden mit Pferd.

Was sind für sie liederlich eingezäunte Pferdeweiden?
Meinen sie die Weiden mit den transportablen Zäunen?
Viele Pferdeweiden sind gepachtet, dadurch entscheidet der Besitzer was für eine Umzäunung genutzt werden darf.
Die meisten entscheiden sich für eine, die relativ schnell wieder weg kann.
Wollen sie das dort Mauern gezogen werden, dann dürfen sie sich gerne mit dem Besitzer und der Stadt auseinander setzen.
Aber wo sie von Touristen reden, ich finde es faszinierend das gerade diese oft vor den von ihnen verteufelten Pferdeweiden stehen und fotografieren.

Was die verschmutzten Straßen (lustiger Weise finde ich egal wo ich bin, immer mehr Müll als sonst was an den Straßen....) angeht, wenn das Problem so stark ist, sprechen sie die Reiter "höflich" darauf an.
Jeder vernünftige Reiter macht die Hinterlassenschaften seines Pferdes dann auch weg.
Aber verwechseln sie dann auch nicht Fußweg, Straße und Radweg mit dem Reitweg, machen nämlich viele Nichtreiter und befinden sich dort verbotener Weise.

Und was das Ansprechen der Hundesteuer angeht, da wurde ja schon was geschrieben.
#9 von Danny Itzlinger, am 25.04.2015 um 11:23 Uhr
Es gibt leider immer wieder Menschen, die eine neue Steuer nur bejubeln, weil es sie nicht selbst betrifft. Dabei wird jedoch vergessen, wie schnell sie selbst betroffen sein könnten - nämlich spätestens bei der nächsten Fantasiesteuer oder, wie im Falle der "Pferdesteuer", wenn z.B. Frl. Tochter plötzlich ihre Liebe zum Reiten entdeckt... Von den Hundebesitzern ohne Pferd wird gerne verdrängt, dass viele Pferdebesitzer auch Hundebesitzer sind und alle gemeinsam lieber wegen der Abschaffung an einem Strang ziehen sollten, anstatt weitere Steuern zu begrüßen! Hunde- oder Pferdehinterlassenschaften werden von keiner Steuer beseitigt und auch keine Hundespielplätze oder Reitwege angelegt - ist das immer noch nicht klar? Diese Steuern dienen nur der Finanzierung der selbst verursachten Schulden der Gemeindehaushalte und wenn sich dort nichts ändert, liegt die nächste unsinnige Besteuerungsidee bestimmt schon auf dem Tisch...
#8 von S.Hegemann, am 25.04.2015 um 09:43 Uhr
Reitsport ist ein Wirtschaftsfaktor ! 4 Pferde = 1 Arbeitsplatz!
Reitsport ist wird primär von Jugendlichen ausgeübt - Jugendarbeit!
Pferde (gerade privat gehalten) stehen oft auf landwirtschaftliche uninteressanten Flächen. Durch die Beweidung bieten sie vielen Arten Lebensräume. - Naturschutz
Was passiert mit den Pferden, die sich die Besitzer nicht mehr leisten können? Viele sind als Nichtschlachtpferde eingetragen. Übernimmt die dann das Tierheimen?
Die meisten Reiter sind nicht wohlhabenden. Sie sparen das Geld für ihr Pferd woanders. Sie fahren nicht ins Ausland in Urlaub. Lassen ihr Geld im eigenen Land.
Wäre wirklich gut über die weitreichenden Folgen nachzudenken und nicht nur das vermeintlich schnelle Geld.
In den Gemeinden wo die Steuer eingeführt wurde, ist der Reitsport kaputt. Die Vereine teilweise aufgelöst, die Betriebe am Ende ind die Einnahmen weit unter den Erwartungen. Also wo ist der Sinn? Was ist daran wirtschaftlich?
#7 von A. Meier, am 24.04.2015 um 06:48 Uhr
Na grossartig.
Wie wäre es wenn wir dannnauch weitere Sportarten besteuern? Fussball zum beispiel. Fussballplätze empfinde ich als absolut störend in der Natur. Nur eine grosse Fläche, selten mit Rasen eher mit Grant aufegfüllt.
Fussballspiele kosten den Steuerzahler Unmengen wenn es zu Ausschreitungen kommt. Da wäre es doch nur logisch auch diesen Sport zu besteuern....
Ich bin beruflich sehr viel mit dem PKW in Deutschland unterwegs, bis jetzt habe ich noch nie eine ungepflegte Pferdekoppel gesehen. Auch finde ich einfach, dass Tiere zur Natur gehören.
Aber wer sich an Pferdäppeln stört (die man als reiter auch weg räumen kann) dann stört man sich wohl auch durch die Ausscheidungen von Rehen und anderen Wildtiere gestört. Wie besteuern wir die bloss?
Alle Waldwege die ich entlang laufe sind zerstört! Und wie! Durch Maschinen die im Wald zur Holzernte eingesetzt werden oder durch Mountainbiker.Am schlimmsten sind aber die Motorcrossfahrer die durch Den Wald pflügen. Nur stellt sich auch hier die frage wie man die denn besteuern sollte? !
Wäre es nicht einfache einfach friedlich nebeneinander her zu leben? Eure Kinder freuen sich bestimmt wenn sie mal ein Pferd draussen treffen und das dann sogar streicheln dürfen wenn sie die Besitzer nett fragen.
Im übrigen sollten sich die Befürworter auch mal darüber Gedanken machen was für ein Wirtschaftszweig und was für Einnahmen der Staat durch die Mehrwertsteuer ohnehin schon an Pferden verdient.
#6 von Sonja Behrens, am 23.04.2015 um 17:02 Uhr
Auch eine Hundesteuer ist nicht sinnvoll, wenn sie nicht dafür eingesetzt wird, tatsächlich dem Zweck zu dienen, von dem alle meinen, er wäre der Grund der Steuer. Bei der Hundesteuer gheht es aber doch überhaupt nicht darum, Wege und Straßen von Hundekot zu befreien (was auch nicht getan wird). Die Hundesteuer ist eine Lenkungssteuer, die regeln soll, wie viele Hunde in Deutschland gehalten werden (siehe auch http://www.finanzforscher.de/lexikon/hundesteuer). Wer sagt, dass die Pferdehalter es für richtig erachten, dass eine hundesteuer gezahlt wird? Viele Pferdebesitzer sind auch Hundebesitzer! Warum arbeitet man nicht lieber gemeinsam als gegeneinander?
Und wie viele Waldwege sind tatsächlich schon durch Pferde zerstört worden, wie es immer heißt? Ich persönlich habe noch keinen einzigen gesehen, dafür aber schon viele, die durch Traktoren oder andere Kraftfahrzeuge gradezu umgepfügt wurden.
Eine Pferdesteuer, die nur aus dem Grund erhoben wird, dass die Gemeinden Geld in die Kassen gespült bekommen, wird auch niemandem helfen - nicht einmal der Gemeinde selber, da der Verwaltungsaufwand viel zu hoch ist, als dass sich diese Steuer rentieren würde.

#5 von Sarah Kausemann, am 23.04.2015 um 17:01 Uhr
Wo wir bei der Findung von Einnahmequellen für den personell überbordenen öffentlichen Dienst insbesondere in den oberen Rängen sind, möge man noch eine Fahrrad-Maut einführen, die als Quellensteuer bei jedem Fahrradkauf vom Handel abgeführt wird. Die Privilegieung von Fahrradfahrer, Pferd- und Eselreitern im öffentlichen Nahverkehr ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Wer sich einen Araber halten kann (gilt auch für Boatpeople aus besagter Region), wird sich als Gutmensch doch nicht diese staatlichen Verpflichtung entziehen wollen. Die Vierbeiner bekommen ein Nummernschild ans Halfter, nur,frage ich mich, wie machen wir es mit den Zweibeinern...?
#4 von Reinhold Mund, am 23.04.2015 um 07:01 Uhr
Ich stimme Herrn Bosch uneingeschränkt zu. Ich vermag keinen vernünftigen Grund zu erkennen, der die Steuerfreiheit der Pferde rechtfertigt. Und Fische und Katzen richten keine Schäden an den Wegen an, Herr Bauer. Auch großkalibrige Hinterlassenschaften finden sich von Meerschweinchen und Fischen ebenfalls nicht in der Umwelt.
#3 von Maekus Bollmann, am 23.04.2015 um 07:00 Uhr
Wenn man die Schäden an Wald und Wanderwegen und die häufig sehr verschmutzten Straßen in den Ortschaften mit hoher Pferdedichte betrachtet, sowie den Umstand das die leider häufig sehr liederlich eingezäunten und ungepflegten Pferdeweiden auch keine Augenweide für Touristen darstellen, so kann man die Frage stellen warum mit großer Selbstverständlichkeit in jeder Gemeinde eine Hundesteuer bezahlt werden muss und die Pferdehalter davon verschont bleiben. Sollte dabei etwa der Wirtschaftsfaktor " Pferd + Freizeitreiter " eine Rolle spielen?
#2 von Volker Bosch, am 22.04.2015 um 19:21 Uhr
Ich würde es, als Hundebesitzer, begrüßen. Aber was kommt als nächstes: Die Katzen und Meerschweinchen Steuer? Die Vogel und Fischsteuer? Die von uns gewählten wissen einfach nicht mehr woher sie das ganze Geld nehmen sollen um die AUSGABEN die Sie haben zu bezahlen.
#1 von Volker Bauer, am 22.04.2015 um 18:31 Uhr

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