Werbung

Nachricht vom 25.04.2015    

Luchs und Wolf waren Themen beim Landesjägertag

Neben den derzeit heiß diskutierten Themen "Luchs" und "Wolf" standen auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf der Tagesordnung der Jahreshauptversammlung des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz, der in Altenkirchen stattfand. Laut Festredner gab es 1967 schon einmal einen Landesjägertag in Altenkirchen.

Hartwig Fischer (Präsident des Deutschen Jagdschutzverbandes), Jürgen Rehard (Träger der DJV-Verdienstnadel in Silber), Burkard Runkel (Ehrenpreis), Jagdkönigin Verena I., Alois Trapp (Träger der LJV-Ehrennadel) und Kurt Alexander Michael (LJV-Präsident).
Fotos: Linda Weitz

Altenkirchen. Zahlreiche Jäger aus ganz Rheinland-Pfalz waren zur Jahreshauptversammlung des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. im Sport- und Seminarhotel Glockenspitze in Altenkirchen gekommen. Die Kreisgruppe Altenkirchen hatte keine Kosten und Mühen gescheut, um die Eventhalle des Hotels in eine naturnahe Location zu verwandeln. Neben zahlreichen Bäumen, Ständen mit jagdlichen Produkten oder zünftiger Kost sorgten auch die Darbietungen der Jagdhornbläser Alsdorf-Hachenburg für das passende Ambiente.

Landrat Michael Lieber begrüßte die Anwesenden mit einem zünftigen "Waidmannsheil". Die Jagd sei ein gutes Beispiel dafür, wie sich Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Berufsgruppen zusammenschließen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten, so Michael Lieber. Er dankte den Jägern auch für die Unterstützung: "Ohne euch hätten wir die Schweinepest nicht in den Griff bekommen." Obwohl das Verständnis für die Jäger zunehmend sinke, sei im Kreis Altenkirchen das Verhältnis zwischen Jägern und Anwohnern sowie zwischen Jägern und Landwirten sehr gut. "Genießen Sie Ihr Hobby und freuen Sie sich auf die anstehende Bockjagd", schloss der Landrat.

Eine emotionale Ansprache richtete Michael Billen (MdL) an die Jäger: "Die Politik soll den Rahmen setzen – wir Landwirte und Jäger müssen zusammen halten, denn wir haben das Eigentum!" Große Zustimmung und Szenenapplaus erntete er auch für seine politischen Empfehlungen im Bezug auf die anstehende Landtagswahl im kommenden Jahr.

Landtagsabgeordnete Anna Neuhof (Bündnis 90/Grüne) bescheinigte den Waldgebieten in der Region einen hohen Erholungswert und bekräftigte "Die Jagd erfüllt auch gesellschaftspolitische Aufgaben." Thorsten Wehner (MdL), sprach für die SPD-Fraktion im Landtag und deren Vorsitzenden Alexander Schweitzer. "Dieser Verband verschafft sich Gehör, er tut etwas für den Naturschutz - wir sind als Partner an ihrer Seite. Behalten sie den Kreis Altenkirchen in guter Erinnerung", wünschte er in seinen Grußworten.

Anschließend erfolgten die jagdpolitischen Ausführungen des Präsidenten des Landesjagdverbandes, Kurt Alexander Michael. Die derzeit kontrovers diskutierte Änderung des Bundesjagdgesetzes sprach er dabei ebenso an wie den Zusammenhalt zwischen allen Vertretern des ländlichen Raumes. "Wir müssen unsere Interessen und Rechte gemeinsam vertreten", so Kurt Alexander Michael. Auch das Thema Schweinepest griff er auf. Seit Beginn des Jahrzehnts hat die rheinland-pfälzische Jägerschaft mehr als 250.000 Stück Schwarzwild zur Strecke gebracht, aktuell ist deutschlandweit kein Fall der europäischen oder afrikanischen Schweinepest mehr bekannt. In diesem Zusammenhang setzte sich der Präsident für eine Schonzeit der Muttertiere ein, wie diese bereits in Nordrhein-Westfalen praktiziert wird. "Für uns Jägerinnen und Jäger ist das Wort Tierschutz keine leere Worthülse", erklärte er. Auch die Luchsansiedlung im Pfälzerwald sowie den umfassenden Wolfsmanagementplan sprach der Präsident des Landesjagdverbandes an. "Wir legen größten Wert auf die Feststellung, dass niemand (anders als beim Luchs) die aktive Wiederansiedlung des Wolfes fordert oder gar fördert."

Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, ergriff ebenfalls das Wort. "Es ist nicht unsere Politik, Jagd zu behindern, zu verhindern oder ihr Steine in den Weg zu legen." Er sah keinen gesetzgeberischen Änderungsbedarf. Sowohl das Fütterungsverbot bei Schalenwild als auch das Gesetz zum Töten von wildernden Hunden und Katzen sei gut. Die Praxis zeige, dass es aktuell keinen Änderungsbedarf gebe. Die Landwirte seien auf die Schwarzwildjagd im Sinne des Bestandsregulierungsmanagement angewiesen, erklärte er. Auch das Wildschutzprogramm "Feld und Wiese" stellte er vor. Basierend auf den vier Säulen Monitoring, Beratung, Lebensraumgestaltung und –sicherung sowie Öffentlichkeitsarbeit soll sich hier verstärkt engagiert werden. "Sie haben Naturschutzverband nicht nur im Namen stehen – hier wird der Naturschutz tatsächlich gelebt", schloss er seine Ansprache an die Jäger.

"Wir fühlen uns als Anwälte für Tier und Natur", bekräftigte Hartwig Fischer, Präsident des deutschen Jagdschutzverbandes. Er sprach den Dreiklang zwischen Tierschutz, Artenschutz und Naturschutz an. "Keine Tierart in Deutschland wurde durch die Bejagung ausgerottet, sondern durch falsches Prädatorenmanagement. Die Artenvielfalt wird in Deutschland zur Seltenheit – und ich will nicht zu denen gehören, die hierfür verantwortlich sind", so Hartwig Fischer. Besonders seine Ausführungen zum Tierschutz belohnten die Zuschauer mit großem Applaus. "Für uns ist Tierschutz nicht teilbar und wir möchten auch keine Wanderjäger", bekräftigte er und sprach sich damit entschieden gegen kurzfristige Pachtverträge aus.

Für besonderes Engagement geehrt wurden anschließend Alois Trapp und Jürgen Rehard. Alois Trapp, Landesobmann für das Hundewesen und Vorsitzender der LJV-Kreisgruppe Altenkirchen, wurde mit der LJV-Ehrennadel ausgezeichnet. Jürgen Rehard, Ehren-Hornmeister der Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg, erhielt für seine großen Verdienste um die Jagdmusik die DJV-Verdienstnadel in Silber.

Den Ehrenpreis für Natur- und Umweltschutz des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz e.V. erhielt Burkard Runkel. In seinem im Dreiländereck liegenden Revier in Partenheim pflanzte er, mit Unterstützung seiner Enkel, bereits über 5.000 Bäume, baute hunderte Nistkästen für Singvögel und Fledermäuse und engagierte sich in hohem Ausmaß für den Natur- und Tierschutz vor Ort. (daz)


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
       
   


Kommentare zu: Luchs und Wolf waren Themen beim Landesjägertag

2 Kommentare
Es ist eine Frechheit, das Dr. Griese und die Jäger das Abschießen unserer Hunde und Katzen gutheißt. Die Katzen werden von den Jägern im Wald vergraben, die Besitzer suchen sie verzweifelt. Jagd ist Tierquälerei und Freude am Töten! Hobbyjagd gehört abgeschafft!

#2 von Dagmar Hintz, am 27.04.2015 um 10:15 Uhr
Ich war Stammwähler der Grünen, aber jetzt ist Schluss! Mit Menschen, die das abknallen von Haustieren oder das brutale Töten mit Fallen gut finden, will ich nichts zu tun haben!
#1 von Jörg Binder, am 27.04.2015 um 07:06 Uhr

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


SG Berod-Wahlrod gewinnt Hachenburger Pils-Cup

Der 29. Hachenburger Pils-Cup wurde am Sonntagabend, den 26. Januar in der Rundsporthalle in Hachenburg entschieden. 384 Tore konnten bejubelt werden. Sieger nach Neunmeter-Schießen wurde die SG Berod-Wahlrod/ Lautzert-Oberdreis. Nach 2014 trug sich das Team nun zum zweiten Mal in die Siegerliste ein.


Brand in Scheunenanbau sorgt für Großaufgebot der Feuerwehr

In Flammersfeld hat am Sonntag, 26. Januar 2020, der Anbau einer Scheune gebrannt. Die Einheiten der Feuerwehren Flammersfeld, Oberlahr und Pleckhausen wurden gegen 14.40 Uhr von der Leitstelle Montabaur mit dem Stichwort „Feuer 3 Scheunen Vollbrand“ in den Einsatz geschickt.


Interview (Teil 1) mit Fly&Help-Gründer Reiner Meutsch: „Ich wollte einen Sinn“

Die nackten Zahlen heben eine Leistung heraus, die ihresgleichen sucht: In zehn Jahren des Bestehens eröffnete die Stiftung "Fly & Help" von Reiner Meutsch (Kroppach/64) 369 Schulen in 47 Ländern. 16 Millionen Euro wurden investiert. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Im dreiteiligen Exklusivinterview mit den Kurieren offenbart der Stiftungsgründer viele private Aspekte. Lesen Sie im ersten Teil über Meutschs Abschied vom Unternehmen "Berge & Meer", über eine neue Charaktereigenschaft und wie er lernte, sich in höchsten Politikkreisen und in der High Society zu bewegen.


Region, Artikel vom 26.01.2020

Wieder Diebstahl von BMW mit Keyless Go System

Wieder Diebstahl von BMW mit Keyless Go System

Im Kreis Altenkirchen sind in dieser Woche zwei BMW gestohlen worden, die mit dem Keyless Go System ausgestattet sind, in Gieleroth und in Reiferscheid. Vermutlich nutzen die Täter einen technischen Trick. Die Polizei bittet um Hinweise.


SUV-Fahrer überholt an roter Ampel und rast in Kurve

Zu einem Fall von Straßenverkehrsgefährdung und Nötigung im Straßenverkehr kam es am Freitagmorgen in Herdorf, als der Fahrer eines SUV an einer roten Ampel überholte und in eine Kurve raste. Die Polizei bittet Zeugen sich zu melden.




Aktuelle Artikel aus Region


Marienthaler Forum: Woher kommt der Werteverfall unserer Zeit?

Wissen. Schmalz hatte die beiden Pastoren Martin Kürten von der kath. Pfarrgemeinde Wissen und Dr. Michael Klein von der ...

Brand in Scheunenanbau sorgt für Großaufgebot der Feuerwehr

Flammersfeld. Am frühen Sonntagnachmittag, 26. Januar, wurden die Feuerwehren Flammersfeld, Oberlahr und Pleckhausen durch ...

Interview (Teil 1) mit Fly&Help-Gründer Reiner Meutsch: „Ich wollte einen Sinn“

Blicken wir zurück zu Anfang der 1980er-Jahre, als wir uns kennenlernten: Können Sie sich an den damaligen Menschen Reiner ...

Creativkreis steigert Basarerlös und spendet für guten Zweck

Betzdorf. Jeweils 500 Euro gingen an die Organisation „Open Doors“ (die sich für verfolgte Christen einsetzt), Augenarzt ...

Gutachten: Keine Windräder im Wildenburger Land

Friesenhagen/Altenkirchen. Dieses Gutachten wurde am 20. Januar 2020 Dr. Peter Enders, Landrat des Kreises Altenkirchen, ...

Wieder Diebstahl von BMW mit Keyless Go System

Kreisgebiet. In der Zeit zwischen Montag, den 20. Januar, 22 Uhr und Dienstag, den 21. Januar 2020, 6.30 Uhr kam es zu einem ...

Weitere Artikel


Westerwälder Holztage eröffnet

Oberhonnefeld. Landrat Rainer Kaul begrüßte als Vertreter der Initiative „Wir Westerwälder seine Mit-Kollegen Michael Lieber ...

Überschwemmungsgebiet am Holzbach neu kartiert

Raiffeisen-Region. Aktuell hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord das Überschwemmungsgebiet am Holzbach durch ...

Heimische Reservisten zogen Jahresbilanz

Wissen. Neben den zahlreich erschienenen Mitgliedern begrüßte der Wissener Reservistenchef, Oberstleutnant d.R. Axel Wienand, ...

Fußballer weiterhin auf Erfolgskurs

Wissen. Das von Sportlehrer Carsten Harmel und vom stellvertretenden Schulleiter des Kopernikus-Gymnasiums Wissen, Thomas ...

Mudersbach hat neues Geschäft

Mudersbach. Während woanders Einzelhandelsgeschäfte schließen wurde in Mudersbach ein neues Geschäft eröffnet. In der Koblenzer ...

Jugendliche waren "Eltern auf Probe"

Altenkirchen. An der Realschule Plus fand das Projekt "Babybedenkzeit" in den Klassenstufen 9 und 10 statt. Insgesamt nahmen ...

Werbung