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Nachricht vom 08.05.2015    

U23-Europameister im Zehnkampf Kai Kazmirek im Interview

Der U23-Europameister im Zehnkampf, Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied), war bei den Bezirksmeisterschaften in Hachenburg im Diskuswurf und Kugelstoßen in die Saison gestartet. Die Kuriere haben dies zum Anlass genommen, um mit dem Zehnkämpfer und seinem Trainer Jörg Roos ein Interview zu führen.

Kai Kazmirek (links) mit seinem Trainer Jörg Roos. Foto: Wolfgang Tischler

Neuwied. Zehnkämpfer Kai Kazmirek hat einen hervorragenden Saisonstart hingelegt. Wir haben mit ihm ein Interview über die bevorstehende Wettkampfzeit geführt.

Kai, du bist ja ganz hervorragend in die neue Saison gestartet, wenn ich die Ergebnisse aus Hachenburg höre.
Kai Kazmirek: Das stimmt, im Diskuswerfen habe ich eine neue persönliche Bestweite von 45,83 Metern aufgestellt. Im Kugelstoßen habe ich 14,25 Meter erreicht. Dies waren gerade mal zehn Zentimeter unter meiner bisherigen maximalen Weite. Es war ein toller Einstieg in die beiden Disziplinen.

Jörg und Kai, wie habt ihr euch auf die Saison vorbereitet?
Kai Kazmirek:
Wir waren drei Wochen in Südafrika und haben uns da intensiv auf die kommende Saison vorbereitet. Ein Ortswechsel ist psychisch und mental sehr wichtig. Außerdem war es dort schön warm und die Sonne ist für den Körper nach dem langen Winter auch wichtig. Wir haben sechs Tage die Woche je zwei Trainingseinheiten von bis zu drei Stunden durchgezogen und uns voll konzentriert.

Habt ihr denn auch etwas vom Land gesehen und ein wenig Urlaub gemacht?
Kai Kazmirek:
Nein, ich habe in der Zeit noch meine Bachelor-Arbeit geschrieben und dadurch quasi keinerlei Freizeit mehr gehabt. Du bist von dem intensiven Training anschließend auch kaputt, dann bist du froh ruhen oder schlafen zu können.

Was steht als nächstes an?
Jörg Roos:
Das Deichmeeting in Neuwied, dort wird Kai in vier Disziplinen starten. Wir werden ein hochkarätiges Starterfeld haben.




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Der Zehnkampf wird auch die Königsdisziplin der Leichtathletik genannt. Warum?
Kai Kazmirek:
Der Zehnkampf hebt sich ganz deutlich von der Leichtathletik ab. Wir müssen zehn Disziplinen in nur zwei Tagen absolvieren. Dies ist für den Körper eine extreme Belastung. Insofern können die Zehnkämpfer auch nur drei bis vier Wettkämpfe in der Saison absolvieren. Bei uns Zehnkämpfern gibt es weniger Konkurrenz, sondern mehr miteinander. Klar will jeder am Ende ganz oben auf dem Treppchen stehen. Trotzdem sind wir eine „große Familie“.

Jörg Roos: Wenn der Startschuss zum Zehnkampf fällt, dann gibt es kein Zurück mehr. Du musst das zweitätige Programm auf Gedeih und Verderb durchziehen. Im Zehnkampf sind ganz andere Anforderungen als in den Einzeldisziplinen gegeben. Zwischen den einzelnen Disziplinen sind die Sportler in besonderen Räumen zum Ausruhen. Das Reglement sagt, der Leichtathlet muss unter ständiger Wettkampfaufsicht sein.

Was werden die Highlights des Jahres sein?
Kai Kazmirek:
Die Zehnkampfmeisterschaften in Ratingen. Hier treten die stärksten Zehnkämpfer an. Es ist quasi die inoffizielle Deutsche Meisterschaft. Dort werden auch die Tickets für die Weltmeisterschaft in Peking gelöst.

Wer darf fahren?

Jörg Roos: Die erste Voraussetzung ist die Mindestpunktzahl von 8.200. Nur die besten Drei der Zehnkämpfer dürfen Deutschland bei der WM in China vertreten.

Dann drücken wir mal ganz fest die Daumen, dass es mit dem Ticket für Peking klappt. Ich danke euch für das Gespräch.

Das Gespräch führte Wolfgang Tischler.


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