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Nachricht vom 14.05.2015    

Zecken haben wieder Saison

Die DRK-Kinderklinik Siegen informiert über Vorgehensweise bei Zeckenbefall und zu vorbeugenden Maßnahmen. Dr. Simon Danckworth, Oberarzt der Kinderklinik und niedergelassener Kinderarzt, gibt Tipps und wichtige Informationen. Zeckenbisse sind kein Notfall, man sollte die lästigen Blutsauger in Ruhe entfernen und die Bissstelle beobachten.

Dr. Simon Danckworth im Arztzimmer MVZ Praxis Freudenberg. Foto: DRK Pressestelle

Region. Endlich Frühling. Nach dem relativ milden Winter steigt mit der wärmeren Jahreszeit auch die Aktivität der Zecke an. Der im Gras und Unterholz lebende „gemeine Holzbock“ ist auch in unseren Breiten weit verbreitet. Er wird im Frühling aktiv, allzu hohe Temperaturen und trockene Luft meidet er. Der Mensch ist in seiner Eigenschaft als Wirt für die Zecke nur ein Ersatz für die eigentlichen Wirtstiere wie Maus, Igel, Kaninchen oder Reh.

Entgegen dem Irrglauben fallen Zecken nicht von Bäumen, sondern lassen sich von Grashalmen oder Sträuchern abstreifen oder laufen zu ruhenden Personen im Gras. Auf den Körpern ihres Wirtes laufen sie erstaunlich schnell zu Stellen, an denen sie besonders gut an das Blut herankommen. Dort beißen sie sich fest, saugen über Stunden und lassen sich dann voll gesogen wieder abfallen.

„Der Biss einer Zecke an sich ist nicht gefährlich, doch können diese Tierchen verschiedene Erkrankungen übertragen. Bei uns in Europa sind dies die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) und die Borreliose“, so Dr. Simon Danckworth, Oberarzt an der DRK-
Kinderklinik Siegen und niedergelassener Kinderarzt in Freudenberg.

„Die FSME ist eine Viruserkrankung, die ähnlich einer schweren Grippe abläuft und schwere neurologische Ausfälle zur Folge haben kann. Sie tritt jedoch nur in begrenzten Gebieten in Europa auf (südlich der Mainlinie und Osteuropa) und kann durch rechtzeitige Impfung wirkungsvoll verhindert werden.

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, welche europaweit auftritt und deren Erreger in der Regel erst nach einer Saugdauer von etwa 24 Stunden übertragen werden.“ Falls es nach einem Zeckenbiss zu einer Übertragung von Borrelien gekommen ist, können Erkrankungen der Haut, der Hirnhäute und der Gelenke entstehen, sehr selten sind auch andere Organe betroffen. Folgeerkrankungen, wie eine Hirnhautentzündung oder eine Gelenkerkrankung, treten Wochen bis Monate nach dem eigentlichen Zeckenbiss auf, sind selten und heilen bei einer antibiotischen Infusionstherapie fast immer folgenlos aus. Dennoch mussten alleine in der Kinderklinik in 2014 mehr als 30 Kinder und Jugendliche entsprechend an den Folgen eines Zeckenbisses durchaus aufwendig stationär behandelt werden.




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„Wenn man eine Zecke an sich oder einer anderen Person entdeckt, sollte diese in Ruhe entfernt werden, indem sie möglichst nahe über der Haut mit einer feinen Pinzette oder einer Zeckenzange gegriffen und mit gleichmäßigen Zug aus der Haut entfernt wird. Sollte das Mundwerkzeug in der Haut stecken bleiben, ist dies nicht gefährlich, da es
sich lediglich um einen kleinen Fremdkörper in der Haut handelt, ähnlich einem Splitter im Finger“, erläutert Dr. Danckworth. Weiterhin empfiehlt er, die Bissstelle bis zu vier Wochen zu beobachten, um auf eventuelle Hautveränderungen mit einem Besuch beim niedergelassenen Kinder- und Jugendarzt reagieren zu können.

Ein Zeckenbiss ist kein Notfall und in der Regel nicht schlimmer als ein Mückenstich. Die beschriebenen Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden können, sind die Ausnahme. Zur Vorbeugung von Zeckenbissen empfehlen die Kinderärzte vom Wellersberg bei längeren Aufenthalten im Freien, vor allem im Bereich der Beine, geschlossene und eng anliegende Kleidung zu tragen. So wird es Zecken erschwert, an die bevorzugten Hautstellen zu gelangen. Weiterhin ist es sinnvoll, seine Kinder und sich selbst nach einem längeren Aufenthalt im Grünen nach Zecken abzusuchen. Milbentiere können so gefunden werden, bevor
sie sich festgebissen haben. Bei geplanten Reisen in ein gefährdetes Gebiet empfiehlt sich eine Impfung gegen FSME.

Über aktuelle FSME-Hochrisikogebiete informiert die im Internet veröffentlichte Karte des Robert Koch Instituts: www.rki.de – Suchbegriff „FSME Karte“ eingeben.


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