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Nachricht vom 15.05.2015    

Typisch Mann, typisch Frau: Rollenbild prägt das Berufsleben

Leider sind Klischees in der Arbeitswelt immer noch an der Tagesordnung: „Männer und Frauen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“ heißt ein Flyer, den die Agentur für Arbeit Neuwied alljährlich herausgibt und der jetzt für 2014 vorliegt. Einmal mehr wird dokumentiert, dass vieles im Berufsleben noch immer geschlechts- und rollenspezifisch ist.

Neuwied / Altenkirchen. Mädchen haben bessere Zeugnisse und Schulabschlüsse. Männer arbeiten überwiegend in Vollzeit, während Teilzeitstellen vor allem von Frauen besetzt sind. Mädels wollen bevorzugt Verkäuferin oder Friseurin werden, Jungs Kfz-Mechatroniker oder Metallbauer. Was nach Klischee klingt, ist Realität. Leider.

Am Start haben Mädchen die Nase vorn. Bei der Arbeitsagentur Neuwied meldeten sich im Ausbildungsjahr 2013/2014, also von Oktober 2013 bis September 2014, insgesamt 2.540 junge Leute, die einen Ausbildungsplatz suchten, davon waren 1.079 Mädels und 1.461 Jungs. 29 Prozent der jungen Frauen haben einen Hauptschulabschluss, 42 Prozent die Mittlere Reife und 26 Prozent die (Fach)Hochschulreife. Die jungen Männer schneiden mit 41 Prozent, 38 Prozent und 18 Prozent deutlich schlechter ab.

In Deutschland gibt es etwa 330 Ausbildungsberufe. „Junge Leute, die ins Berufsleben einsteigen wollen, haben eine riesige Auswahl“, sagt Karl-Ernst Starfeld, Leiter der Neuwieder Arbeitsagentur. Aber die Statistik zeigt Jahr für Jahr, dass die meisten Jugendlichen sich auf wenige, altbekannte Tätigkeiten konzentrieren. Dieses Verhalten ist bei den Mädchen besonders ausgeprägt: Die Hälfte hat fünf Berufe im Visier, die die „Hitliste“ anführen. Darunter sind die Verkäuferin, die medizinische Fachangestellte und die Friseurin. Die Jungen sind zu knapp einem Drittel auf sechs Berufe fixiert, darunter den Kfz-Mechatroniker, den Fachlageristen und den Metallbauer. „Dabei gibt es viele spannende Tätigkeiten mit guten Verdienst- und Karrierechancen. Und die Aussichten für Schulabgänger sind dank der guten Konjunktur und angesichts der demografischen Entwicklung so günstig wie lange nicht mehr“, so Starfeld. Es lohnt also, sich gründlich zu informieren und möglichst viele Alternativen zu checken.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk ist zwischen 2006 und 2014 kontinuierlich gestiegen: Von 85.009 auf 91.581 Personen. Von diesem Zuwachs profitieren die Frauen zu mehr als 50 Prozent, allerdings vor allem über Teilzeitjobs. Diese sind und bleiben eine Frauendomäne.




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Zwar arbeiten immer mehr Männer und Frauen mit reduziertem Stundenkontingent. Im Jahr 2014 waren dies insgesamt 22.479 Personen. Aber nur 3.246 von ihnen sind männlich. Das entspricht 6,3 Prozent. Aus anderer Perspektive betrachtet: Etwa 50 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen haben einen Teilzeitjob.

Ausgeprägte Unterschiede gibt es auch bei der geringfügigen Beschäftigung. Hier wurden 2014 insgesamt im Neuwieder Agenturbezirk exakt 20.718 Personen gezählt. Fast zwei Drittel dieser Mini-Jobber, die bis zu 450 Euro im Monat verdienen, sind weiblich. 46,9 Prozent der Frauen arbeiten ausschließlich auf dieser Basis, bei den Männern sind es 15,2 Prozent. Auffallend ist aber auch, dass die Minijobs als Nebenverdienst für beide Geschlechter wichtiger bzw. interessanter geworden sind: Sie haben gegenüber 2006 um etwa 45 Prozent zugenommen.

Was mit der Berufswahl beginnt, spiegelt sich im späteren Arbeitsleben. Es gibt „geschlechtstypische“ Schwerpunkte. Die Mehrzahl der Frauen ist im Gesundheitswesen, im Handel und im Sozial- und Erziehungswesen beschäftigt. Eine große Rolle spielt auch das verarbeitende Gewerbe, allerdings weit weniger als bei den Männern, die zu 22 Prozent in dieser Branche arbeiten. In großem Abstand und mit abnehmender Tendenz folgen das Baugewerbe und der Handel (inklusive Kfz-Reparatur).

Die Broschüre „Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt“ der Agentur für Arbeit Neuwied gibt es in der Hauptagentur und allen Geschäftsstellen. Nähere Informationen: Pressstelle/Natascha Lentes 02631 – 891 202.


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