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Nachricht vom 20.05.2015    

Metall-Erlebnistag soll für Ausbildung begeistern

Der ölverschmierte Blaumann: eines von vielen Vorurteilen mit denen der „Heavy-Metal(l) Day“ aufräumen will. Dazu schnupperten Schüler wieder in heimischen Betrieben Praxis-Luft. So auch bei Alho Systembau. Ein Vor-Ort-Besuch in Friesenhagen-Steeg.

Schüler lernten den Alltag in metallverarbeitenden Betrieben im AK-Kreis kennen, darunter auch Christian und Vanessa (außen) bei Alho Systembau in Friesenhagen-Steeg. Vor Ort machten sich ein Bild (v.l.): Jennifer Kothe von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Alho-Geschäftsführerin Silvia Matschke und Landrat Michael Lieber. Fotos: Daniel Pirker

Friesenhagen-Steeg. Entspannt sitzen sie nun da und essen in Ruhe die belegten Brötchen. Die 16 Jugendlichen aus den achten und neunten Klassenstufen waren an diesem Dienstag nicht in der Schule. Gelernt haben sie trotzdem viel. Nur heute können sie das Ergebnis ihrer Anstrengungen in den Händen halten: einen Würfel aus Metall. Sie haben in den Werkräumen des Unternehmens Alho Systembau in Friesenhagen-Steeg die Arbeit eines Konstruktionsmechanikers kennengelernt und auch selbst gefeilt oder gefräst. „Cool“ sei das gewesen, erzählt das einzige Mädchen, Vanessa, begeistert. Aber von vorne:

Alho Systembau plagt ein Problem. Dabei ist das Unternehmen führend beim Bau von dreidimensionalen, vorgefertigten Raummodulen aus Stahl und beschäftigt insgesamt 700 Mitarbeiter, 400 davon in Friesenhagen. Eine dieser Branchengrößen, von denen es im Kreis Altenkirchen mehr gibt als der Außenstehende vermuten würde. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt bei den Schülern, die morgens extra mit einem Bus angekarrt worden waren – gesponsert von der Kreissparkasse und der Westerwald Bank.

Denn laut Geschäftsführer Horst-Günter Schmidt gestalte es sich schwierig, Jugendliche für eine Ausbildung in der Region zu begeistern. Mit diesen Sorgen scheint er nicht alleine zu sein im Kreis Altenkirchen. Zunehmender Fachkräftemangel, insbesondere in den Metall-Berufen, ist dem AK-Land nicht fremd. Das liegt nicht nur an der für Jugendliche vermeintlich höheren Anziehungskraft größerer Städte. Auch das schlechte Image von Berufen in der Metall- und Elektrobranche schreckt junge Menschen ab. Zu Unrecht, wie Oliver Schrei von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des AK-Kreises findet: Das Bild vom „ölverschmierten Blaumann“ habe nichts mit der Realität zu tun, unterstreicht er in einem Pressegespräch an dem neben den Geschäftsführern von Alho oder Vertretern der beiden erwähnten Banken auch Landrat Michael Lieber teilnimmt.




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Um mit solchen Vorurteilen aufzuräumen und Interesse bei Schülern für potentielle Ausbildungsunternehmen zu wecken, wird im Kreis Altenkirchen zum achten Mal der Metall-Erlebnistag von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft durchgeführt, wieder unter dem Motto „Heavy Metal(l) Day“.
Die für das Projekt zuständige Referentin Jennifer Kothe nennt die Zahlen: Neben den 16 Schülern, die bei Alho reinschnuppern, besuchen noch 161 weitere Jugendliche 20 Unternehmen im Kreis. Insgesamt finden sich darunter immerhin rund 25 Mädchen.

Laut Kothe seien manche Lehrer sogar so begeistert vom Metall-Erlebnistag, dass sie das Projekt zu einer Pflichtveranstaltung erklärten. Und selbst wenn der Praxistag nicht zu einer Ausbildung führe, sei eine Teilnahme als Erfolg zu werten. Denn die Schüler des „Heavy Metal(l) Day“ würden ihre Erfahrungen in den Betrieben wieder an Bekannte und Freunde weitertragen und somit Werbung für einen Einstieg in die Branche machen.

Dabei täten karriereorientierte Schüler durchaus gut daran, eine entsprechende Ausbildung anzustreben. Zumindest wenn man den Worten von Alho-Geschäftsführer Schmidt glaubt: Für sein Unternehmen gelte, dass fast alle Führungspositionen mit ehemaligen Azubis besetzt seien.

Ob Vanessa mal zu ihnen gehören wird? Immerhin scheint das einzige Mädchen der Schülergruppe am engagiertesten gewesen zu sein, wie man aus Gesprächen zwischen Mitarbeitern während eines Firmenrundgangs entnehmen kann. Aber Vanessa ist sich noch nicht sicher, ob sie mal in der Branche arbeiten möchte – trotz ihres positiven Fazits des Erlebnistags in Friesenhagen-Steeg. Auf eine Alternative hat sie sich allerdings ebenfalls noch nicht festgelegt. (ddp)


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