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Nachricht vom 06.06.2015    

Alsdorfer Konflikt um Stromtrasse: Keine Lösung in Sicht

Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Thorsten Wehner tauschten Vertreter des Netzbetreibers Amprion und des Rats Alsdorf Standpunkte aus. Wenig überraschend konnte der Konflikt rund um die geplante Stromtrasse nicht gelöst werden. Nun sei die Genehmigungsbehörde am Zug, unterstrich Wehner.

Von links: Peter Imhäuser, Rudolf Staudt, Herr Gronau (Amprion), Klaus Rusteberg, Anna Neuhoff (MdL Grüne), Christiane Muhl-Kempf, Thorsten Wehner (MdL SPD). (Komplettes Foto siehe Galerie). Fotos: MdL Wehner

Alsdorf.Nein, dass ein Gespräch zwischen den Konfliktparteien keine Lösung zu solch einem späten Zeitpunkt gebracht hätte, sei absehbar gewesen. Darüber war sich der SPD-Landtagsabgeordnete Thorsten Wehner bewusst, als er zu einem Treffen einlud, an dem auch seine Landtagskollegin von den Grünen, Anna Neuhof teilgenommen hatte. Wehner ist überzeugt, wie er nun in einer Pressemitteilung über die Zusammenkunft schreibt: „Ganz zu Anfang hätten die Interessen der Bürgerinnen und Bürger von Alsdorf politisch stärker in den Vordergrund gebracht werden müssen.“ Nun sei die SGD Nord als Genehmigungsbehörde am Zug. Bei einem für die Gemeinde negativen Planfeststellungsbeschluss, der noch vor den Sommerferien erwartet wird, müsse die Gemeinde dann entscheiden, ob sie gerichtlich gegen den Beschluss vorgehen wird.

Und wozu dann noch ein solches Treffen? Um sich nochmals über die unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der geplanten 3809kV-Trasse auszutauschen, heißt es in der Mitteilung hier weiter. Tatsächlich hätte es am vergangenen Dienstag bereits in Mainz ein Gespräch zwischen den beiden Landtagsabgeordneten, Staatssekretär Hüser vom Wirtschaftsministerium und Vertretern der Amprion gegeben.

Konkrete Ergebnisse, die ein Eingehen auf den Standpunkt der Ortsgemeinde Alsdorf andeuten, konnten jedoch nicht vermeldet werden. Bei dem Gespräch am Freitag ging es darum, die Argumente für die unterschiedlichen Standpunkte nochmals im Detail zu beleuchten. Ortsbürgermeister Rudolf Staudt verdeutlichte, dass die Gemeinde nicht grundsätzlich gegen eine neue Trasse ist: „Uns ist bewusst, dass es in unmittelbarer Nähe zur größten Umspannanlage Deutschlands auch eine Konzentration von Stromleitungen geben muss, um die Energie zu- und abzuleiten.“ Er führte weiter aus, dass der geplante Trassenverlauf jedoch der Entwicklungsfähigkeit der Gemeinde in diesem Bereich für die nächsten rund 100 Jahre einen Riegel vorschieben würde und sich die Gemeinde schon sehr früh in dem Verfahren für eine Alternative ausgesprochen hat.
Er hob außerdem anhand von Daten der Amprion hervor, dass der Flächenverbrauch für die von der Gemeinde favorisierte Alternativtrasse nur geringfügig über dem Flächenverbrauch für die Antragstrasse liege (31,5 Hektar zu 30 Hektar). Unterstellt wird dabei, dass die über Teile des Wohnbereiches in Alsdorf verlaufende 110kV-Trasse in die Umspannanlage Alsdorf der Westnetz mittelfristig laut einer schriftlichen Zusage der Westnetz komplett entfallen kann, wodurch mehr als 11 Hektar Trassenfläche frei würden.

Herr Gronau von der Amprion führte aus, dass für die Auswahl der besten Trassenführung der Flächenverbrauch nur einer unter vielen anderen, als gleichwertig anzusehenden Aspekten sei. Demzufolge hätte die Amprion auch die Alternativtrasse in der gleichen Detaillierung untersucht wie die Antragstrasse. In der Gesamtschau aller Aspekte erfülle nach Ansicht der Amprion die Antragstrasse am besten die engen gesetzlichen Vorgaben. Dies hätte die Amprion letztlich dazu veranlasst, diese Trasse zu favorisieren.



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