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Nachricht vom 24.10.2008    

Wandel am Ausbildungsmarkt

Der Nachvermittlungsbedarf für lehrstellensuchende Jugendliche ist in diesem Jahr so gering wie noch nie. Das teilen die Kammern im Bezirk Koblenz mit. Vielel Unternehmen beugen demnach bereits dem drohenden Fachkräftemangel vor.

Region. Im sechsten Jahr der Nachvermittlungsaktion „Chancengarantie“, die die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs), Handwerkskammern (HwKs) und die Agenturen für Arbeit gemeinsam durchführen, um aktuell noch unversorgte Lehrstellensuchende und Betriebe mittels Lehrstelle oder Einstiegsqualifizierung zusammenzubringen, sind 112 Jugendliche aus dem gesamten Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz erschienen. Eingeladen waren 209 noch offiziell als unversorgt registrierte Bewerber.

Die Zahl von 112 Teilnehmern bedeutet einen Rückgang von über 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist zugleich der niedrigste Wert seit Einführung der „Chancengarantie“ im Jahr 2003. Für den Landkreis Altenkirchen wurden 34 unversorgte Jugendliche eingeladen, von denen 21 das Angebot annahmen.

„Der Ausbildungsmarkt hat sich komplett gedreht. Viele Unternehmen begegnen dem drohenden Fachkräftemangel jetzt mit mehr Ausbildung. Nach dem Rekordplus von 15,6 Prozent im Vorjahr legen die Betriebe in 2008 noch einmal nach. Derzeit registrieren wir auf den Rekordwert von 2007 noch mal einen Zuwachs von 4,6 Prozent “, freut sich IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Jürgen Podzun. Allen 112 Jugendlichen, die heute erschienen sind, konnte mindestens ein passendes Angebot für eine Berufsausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung gemacht werden.

Über 97 Prozent aller ausbildungssuchenden Jugendlichen hatten schon vor der „Chancengarantie“ ein konkretes betriebliches Angebot – also Einstiegsqualifizierung oder Lehrstelle - in der Tasche. „Eine solche Quote würde auf dem Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung bedeuten“, erklärt Podzun. Gleichzeitig zeigt sie aber auch, wie schwer es für Unternehmen jetzt schon ist, noch geeignete junge Leute zu finden.



Auch für die Gruppe der Altbewerber, die seit einem Jahr oder länger auf der Suche sind und oftmals schlechte Voraussetzungen mitbringen, hat sich die Lage zwar entspannt, trotzdem besteht noch immer Handlungsbedarf: Mangelnde Ausbildungsreife ist für junge Menschen ein zentrales Hindernis für eine Berufsausbildung. „Nicht die Schulnoten alleine entscheiden über die Lehrstelle, sondern auch grundlegende Tugenden wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Unsere Betriebe können nicht alles auffangen, was in Elternhaus und Schule versäumt wurde“, so Podzun.

Vielen dieser Jugendlichen gelingt der Einstieg ins Berufsleben mithilfe der Einstiegsqualifizierung. Als betriebliches Praktikum von sechs bis zwölf Monaten bietet sie die Möglichkeit, auch begleitende sozialpädagogische Betreuung zu integrieren. Die Betriebe erleben die Jugendlichen in der Praxis, wo eventuelle formale Qualifizierungsmängel in den Hintergrund treten, während die Jugendlichen ihren späteren Beruf in der Praxis kennen lernen können. Allein für die Einstiegsqualifizierung standen bei der „Chancengarantie“ am 23. Oktober 2008 noch über 100 Angebote zur Verfügung. Informationen zur Aktion gibt es bei der IHK Koblenz, Aus- und Weiterbildung (Tel. 0261/106-281) und der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen (Tel. 02681-87897-10).



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