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Nachricht vom 08.07.2015 - 18:48 Uhr    

Das Landeskriminalamt warnt vor Enkeltrick-Betrügern

Es gibt immer wieder Warnungen und doch gelingt es den Betrügern ältere Menschen mit dem sogenannten "Enkeltrick" um ihr Geld zu bringen. Die Fallzahlen steigen besorgniserregend, und dies ist mit ein Grund, warum das Landeskriminalamt erneut an die Öffentlichkeit geht und vor den Betrügern warnt

Symbolfoto: AK-Kurier

Region. Immer wieder warnt die Polizei vor dem Enkeltrick, dennoch reißen die Anrufe bei den meist älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern nicht ab. Bereits im ersten Halbjahr 2015 registrierte die Polizei in Rheinland-Pfalz 615 Fälle mit einem Gesamtschaden von 302.000 Euro. Ein Vergleich zum gesamten Vorjahr mit insgesamt 765 Fällen und einer Schadenssumme von 493.000 Euro zeigt, dass die Fallzahlen dieser besonders perfiden Form des Betruges massiv steigen.

Daher ist zu besonderer Wachsamkeit geraten, denn nur dank der Aufmerksamkeit der Senioren und deren Angehörigen blieb es dieses Jahr in 598 Fällen beim Versuch. Die Vorgehensweise ist immer dieselbe: „Rate Mal, wer hier am Telefon ist." So oder ähnlich melden sich Enkeltrickbetrüger. Sie geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und täuschen eine finanzielle Notlage vor. Entweder wird ein Unfall als Grund aufgeführt oder der Kauf einer Immobilie oder eines Autos erfordere die sofortige Zahlung eines hohen Geldbetrages. Die Lage wird immer als äußerst dringlich dargestellt. Durch wiederholte Anrufe werden die Opfer zusätzlich unter Druck gesetzt. Der angebliche Enkel gibt an, dass jemand anderes das Geld abholen kommt, weil man selbst verhindert sei.

Der Enkeltrick wird von Banden mit klar verteilten Rollen begangen. Der Anrufer sitzt oft im Ausland. Ein Logistiker koordiniert die Täterteams, die bereits mit einem PKW in der zuvor festgelegten Region sind. Das Team hat die Aufgabe, das Anwesen des potentiellen Opfers zu überwachen, ob möglicherweise die Polizei vor Ort erscheint. Zudem beobachtet es das Opfer auf dem Weg zur Bank. Denn wenn der Betroffene die geforderte Summe Zuhause nicht parat hat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Nicht selten werden die Opfer sogar instruiert, wie sie sich zu verhalten haben, wenn Bankangestellte nachfragen oder das Geld nicht auszahlen wollen.

Die folgenden wichtigen Vorsichtsmaßnahmen gilt es zu beachten, damit die Täter erst gar keine Chance erhalten:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand am Telefon nicht selbst mit Namen vorstellt.

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner Geld von Ihnen fordert.

Vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist: Rufen Sie die jeweilige Person unter der bisher bekannten und benutzten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.

Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.

Informieren Sie sofort die Polizei über die Notrufnummer 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt.

Wenn Sie Opfer geworden sind: Wenden Sie sich an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.

Die Polizei bittet darum, dass auch Verwandte, Freunde und Bekannte ihre Angehörigen über diese Art des Betruges informieren und ihnen nach Möglichkeit ein Merkblatt oder eine Broschüre zu dem Phänomen aushändigen. Die Broschüre „Nicht mit uns – mehr Sicherheit im Alter!“, die man im Internet unter www.polizei.rlp.de (unter Vorbeugung – Projekte) kostenfrei herunterladen kann, enthält neben einer detaillierten Beschreibung des Enkeltricks zusätzliche Informationen über weitere betrügerische Maschen sowie Ratschläge zum Schutz vor solchen Straftaten. Außerdem findet der Leser Hinweise auf zahlreiche bestehende Hilfs- und Unterstützungsangebote von Polizei, Justiz und gemeinnützige Einrichtungen.

Auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Banken und Geldinstituten gibt es entsprechende Handlungsempfehlungen. Ein entsprechendes Infoblatt finden Sie im Medienangebot der Polizeilichen Kriminalprävention unter www.polizei-beratung.de.



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