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Nachricht vom 25.07.2015    

Finissage zur Ausstellung Pionierinnen im Pfarramt

Heute sind Frauen in vielen Ämtern der evangelischen Kirche. Ein Pfarrerin oder Bischöfin keine Seltenheit mehr, Gott-sei-Dank. Die Gleichstellung der Pfarrerinnen und Pfarrer ist gerade mal 40 Jahre alt, daran erinnerte ein interessante Ausstellung, die mit einer Finissage in Weyerbusch endete.

Auf reges Interesse stieß der intensivere Blick auf eine heimische „Pionierin im Pfarramt“. Nicht nur Dr. Ilse Böhmer (Bildmitte), die Schwester der ehemaligen Birnbacher Gemeindepfarrerin Ursula Köhler, sondern auch zahlreiche Weggefährten aus Gemeinde und Kirchenkreis, nutzten die Begleitveranstaltungen im Weyerbuscher Gemeindezentrum für Erinnerungen an gar nicht so ferne Zeiten. Fotos: Petra Stroh

Kreis Altenkirchen. Bis Frauen als Gemeindepfarrerinnen in der evangelischen Kirche die gleichen Rechte hatten wie ihre männlichen Amtskollegen, dauerte es viele Jahrzehnte. Erst vor 40 Jahren, im Januar 1975, beschloss die damalige Landessynode die volle rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern im Pfarrdienst. In einer Wanderausstellung, die in den vergangenen Wochen in Daaden und Weyerbusch gezeigt wurde, konnte Besucher den „langen Weg zur Gleichstellung“ am Beispiel von Zeitzeuginnen und historischen Dokumenten wahrnehmen.

Gemeindereferentin Barbara Pottmann versorgte die Besucher der Ausstellung im Daadener Gemeindehaus (darunter auch Frauengruppen) mit zusätzlichen Informationen. Bei den Zeittafeln, auf denen deutlich wurde, was sich in den vergangenen Jahrzehnten wandelte – gab es unter anderem Einblicke zu den ersten kirchlichen (Superintendentinnen, Bischöfin), aber auch politischen Amtsträgerinnen (Ministerpräsidentin) – die zu manchem Erstaunen „Ist das wirklich erst gestern gewesen?“ führten.

Deutlich wurde der Wandel auch in Zahlen: Gut ein Drittel der rund 1870 Pfarrstellen im Rheinland ist heute mit Frauen besetzt. Tendenz: steigend; in Vikariat und Probedienst liegt der Frauenanteil inzwischen bei über 60 Prozent, bei den Studierenden haben die Frauen längst die Mehrheit übernommen.

Eine der „Pionierinnen im Pfarramt“ war die spätere Birnbacher Gemeindepfarrerin Ursula Köhler. Sie wurde 1963 als erste Kölner Gemeindepfarrerin berufen. Von 1980 bis 1994 war sie Gemeindepfarrerin in Birnbach und wurde 1984 im Kirchenkreis Altenkirchen auch zur ersten Synodalassessorin (stellvertretende Superintendentin) gewählt: abermals ein Novum!

Innerhalb der Ausstellung „Pionierinnen im Pfarramt“ in Weyerbusch informierte daher eine Sonderausstellung über Ursula Köhler. Die Reihe der Begleitveranstaltungen dazu endete mit einer Finissage, auf der Öffentlichkeitsreferentin Petra Stroh den Lebensweg der früheren Gemeindepfarrerin in „Geschichten innerhalb der Geschichte“ zusammenfasste.
Kreiskantor Alexander Kuhlo trug dazu ein musikalisches Rahmenprogramm mit Orgelwerken von Komponistinnen aus verschiedenen Jahrhunderten bei: Clara Schumann, Liselotte Kunkel, Fanny Hensel und Jeanne Demessieux. Erinnert wurde so an deren besondere Herausforderungen sich in einer Männerdomäne zu bewähren.

Zahlreiche Weggefährten Ursula Köhlers aus Gemeinde und Kirchenkreis, darunter der ehemalige Superintendent Pfarrer Rudolf Steege aus Daaden, aber auch Köhlers Schwester Ilse, die mit ihrer Familie aus Trier angereist war, freuten sich über die Erinnerungen an eine heimische „Pionierin“. Abgeschlossen wurde die Finissage mit einem gemeinsam gesungenen Choral. Auch dies hatte eine besondere Frau im Blick: die mittlerweile 90jährige Altenkirchenerin Christa Werner-Weiss, ehemals Dozentin an der Landjugendakademie, ist Verfasserin zweier Liedtexte im Evangelischen Gesangbuch. Ihre Verse „Bevor die Sonne sinkt“ beschloss das Ausstellungsprojekt, das im Kirchenkreis Altenkirchen vielfach beachtet wurde. (PES)


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