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Nachricht vom 04.08.2015    

Pfarrer Werner Friesdorf offiziell verabschiedet

Vor 1083 Tagen hatte Diakon Wilfried Rankenhohn an St. Laurentius Asbach die Aufgabe den langjährigen, inzwischen verstorbenen Pfarrer Heribert Hausen, zu verabschieden. Am Sonntag hielt Rankenhohn im Gottesdienst die Ansprache zur offiziellen Verabschiedung von dessen Nachfolger Pastor Werner Friesdorf.

Pfarrer Werner Friesdorf beim Auszug aus dem Gottesdienst. Fotos: Erwin Höller

Asbach. Der Geistliche wird noch bis zum 14. August für die Pfarreien Asbach, Buchholz, Ehrenstein, Limbach, Oberlahr und Windhagen als Leitender Pfarrer im Amt sein. Friesdorf wird zukünftig als Pfarrvikar in Hürth wirken und sich dort losgelöst von den anstrengenden, vielfältigen Verwaltungsaufgaben eines Pfarrers ausschließlich der Seelsorge widmen.

Der Umzug von Asbach in das Pfarrhaus in Hürth-Hermülheim steht Mitte September an. Der Priester war vier Jahre im Westerwald als Seelsorger tätig. Er hielt begleitet von einer großen Schar von Messdienern Einzug in die Pfarrkirche in Asbach. Die musikalische Gestaltung hatte die Seelsorgebereichsmusikerin Gertrud Murr-Roth. Eine große Schar von Gläubigen füllte den Kirchenraum.

Zusammen mit Subsidiar Msgr. Clemens Feldhoff aus Oberlahr zelebrierte Pastor Werner Friesdorf die Messe. In der Ansprache zitierte Diakon Wilfried Rankenhohn aus einer Predigt des früheren Innsbrucker Bischofs Reinhold Stecher. Der kirchliche Würdenträger hatte anlässlich einer Priesterweihe den Beruf und die Aufgaben des Priesters mit einem Omnibusfahrer verglichen. Der Begriff "omnibus" stamme aus dem Lateinischen und bedeute "für alle". Der Priester sei nicht Priester für sich, sondern für die Menschen und ein Omnibus sei auch für alle da.

Der Priester als Omnibusfahrer fahre im Auftrag seines Chefs Jesus Christus ein Fahrzeug für alle. Er müsse dabei an den Haltestellen des Lebens die Türen der Verkündigung weit öffnen. Manchmal gehe es bei der Fahrt rasant vorwärts, meistens aber recht gemächlich dahin, ab und zu auch gelegentlich rückwärts und es müssten auch Umwege gefahren werden, um zum Ziel zu gelangen. Dabei gäbe es ein Auf und Ab wie im Leben. Ein Priester müsse in seinem Rückspiegel immer die mitfahrenden Menschen im Blick haben. Er habe dabei auch immer darauf zu achten, dass er für die Fahrt genug Sprit im Tank habe.

Der Sprit für seine Aufgaben seien das Gebet und die Feier der Eucharistie. Die Gläubigen seien hier aufgefordert, mit ihrem Gebet dem Geistlichen zu helfen. "Viele von Ihnen werden rückblickend auch auf die vier Jahre mit Pfarrer Werner Friesdorf sagen können: trotz einiger bescheidener Schrammen war es eine schöne Fahrt und auch eine schöne gemeinsame Zeit", sagte Diakon Rankenhohn.

Nach der Ansprache und auch zum Abschluss der hl. Messe brandete Beifall der Gottesdienstbesucher auf und gaben dem Gottesdienst einen emotionalen Eindruck. Bei Pfarrer Werner Friesdorf flossen danach, wie bei so manchem Gläubigen Tränen. Nach der Messfeier hatte der Pfarrgemeinderat zum Empfang in das Pfarrheim eingeladen, dass bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Für den wegen einer Rehamaßnahme abwesenden Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Peter Muß nahmen Margit Buslei-Gödtner und Martha Müller zusammen mit Hans-Heinrich Becker (alle Vorstand) die Verabschiedung vor. Sie berichteten unter anderem über die gemeinsamen Aktionen mit dem Pfarrer. Es sei zunächst ein Schock gewesen, als dieser im Frühjahr bekannt gegeben habe, dass er den Seelsorgebereich verlassen wolle. Der Entschluss von Pastor Friesdorf, zukünftig nur noch als Seelsorger zu arbeiten, sei aber nachzuvollziehen.

Er habe aufgrund der kurzen Zeit zwar keine große Bautätigkeit im Rheinischen Westerwald angestoßen, aber sich stets dafür eingesetzt, dass die Pfarreien im Seelsorgebereich im Zusammenwirken mit dem Pastoralteam zu einer Einheit zusammenfinden und dabei auch Spuren hinterlassen, die bleiben werden.



Während der nun anstehenden Vakanz gelte es für alle Pastor Ulrich Olzem und Diakon Stephan Schwarz, die verstärkt die seelsorgerischen Lasten und Aufgaben zu bewältigen hätten, durch verstärkte Mitarbeit und Gebet zu unterstützen. Für die Gläubigen gelte es dabei auch Verständnis dafür zu zeigen, dass die Zahl der Gottesdienste reduziert werden müssten und so manches bisher Selbstverständliche wegfalle. Letztendlich sei aber die Vakanz auch eine Chance für die Laien sich noch mehr einzubringen und so die Pfarreien näher zusammenzurücken.

Die Gläubigen in Hürth könnten sich freuen, einen so guten und menschlichen Seelsorger zu bekommen, der sich ihren Sorgen und Nöten annehmen würde, lautet es in der Ansprache der Pfarrgemeinderatsmitglieder abschließend. Eine Abordnung aus der Hürther Pfarrei war vorher auch im Gottesdienst anwesend gewesen.


Für die evangelische Kirchengemeinde Asbach-Kircheib dankte Pfarrer Jörg Wilkesmann-Brandtner dem Amtskollegen Werner Friesdorf für seine gute Zusammenarbeit, die ökumenisch gesehen, noch nie so gut gewesen sei. Und da der Pfarrer genug Bücher in seinem Fundus habe, gab es auch ein außergewöhnliches Abschiedsgeschenk von seinem Kollegen für den Loriot-Fan zum Nachspielen des beliebten Badewannensketches: unter anderem eine Badekappe und das Quietscheentchen.

Bei der Verabschiedung von Pastor Friesdorf gehörte das "Schade, dass sie gehen, herzlichen Dank und Vergelts Gott" nicht zu einer Floskel, sondern man merkte, dass es aus dem Herzen kam. Das sprachen auch Hans-Peter Olig vom Asbacher Männerverein und Vertreterinnen der katholischen Frauengemeinschaft aus.

Pastoralreferentin Agnes Dorothee Deres, für deren Einsatz sich Pfarrer Friesdorf verstärkt beim Erzbistum Köln eingesetzt hatte, grüßte im Namen der KJG Windhagen, die mit Diakon Stephan Schwarz momentan an der Nordsee in der Ferienfreizeit ist und die sie dort besucht hatte. Bei der Verabschiedung übergaben auch die Asbacher Schützen als Dank ein Geschenk an den Geistlichen. Die Asbacher Jugend mit der bunten Kuh (JubuKu) erinnerte an das freundliche und unkomplizierte Miteinander dem Pfarrer und übergab eine Fototasse als Erinnerungsgeschenk. Ein kleines Abschiedsständchen wurde dazu gesungen.

Von der Asbacher Tafel, die es ohne den Geistlichen nicht geben würde, waren trotz des gleichzeitigen Tags der offenen Tür die Vorsitzende Ursula Prusseit und ihr Stellvertreter Bernd Grendel anwesend und dankten Pfarrer Friesdorf. Aus der Verbandsgemeinde Flammersfeld war unter anderem der frühere Bürgermeister Josef Zolk und weitere Vertreter von kirchlichen Gremien und Vereinen bei der Feier dabei. Pfarrer Werner Friesdorf dankte allen für die gute Zusammenarbeit und sagte "Adieu". Er habe gar nicht weggehen wollen, sondern müssen, denn im Seelsorgebereich sei eine weitere Stelle als Pfarrvikar leider vom Erzbistum nicht vorgesehen.


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