Werbung

Region |


Nachricht vom 13.11.2008    

Gedenktafel in Flammersfeld enthüllt

Erinnerung an die Geschichte, Mahnung an zukünftige Generationen: In Flammersfeld wurde eine Gedenktafel für die jüdischen Mitbürger Albert und Grete Moses enthüllt, die von den Nazifaschisten deportiert und ermordert wurden.

gedenktafel enthüllt

Flammersfeld. Es bleibe zu hoffen, so Pfarrer Thomas Rössler-Schaake bei den Enthüllung der Gedenktafel an das jüdische Ehepaar Albert und Grete Moses, dass dieses Mahnmal nicht irgendwelchen Mitmenschen in die Hände zum Opfer wird und Schaden nimmt. Es sei daher auch ganz bewusst auf kirchlichem Grund und Boden eingerichtet, um solchen Untaten gesetzlich entgegentreten zu können. Diese Gedenktafel, so der Pfarrer nach dem Gottesdienst, soll an die Familie Moses, die in der Raiffeisenstraße in Flammersfeld lebte, erinnern. Bei der Gestaltung des Tafelständers habe er zum Ausdruck bringen wollen, dass Christen und Juden lange Zeit gemeinsam, nebeneinander, sich akzeptierend und respektierend lebten. Immer wieder habe es zwar kirchlichen Antijudaismus gegeben, der schließlich im Antisemitismus mündete und zu den Massenmorden an den Juden seinen schrecklichen Höhepunkt fand. Die unterbrochene Stelle im Ständer solle diese Zeit symbolisieren.
Albert Moses lebte mit seiner Frau Grete und Sohn Artur in Flammersfeld. In der Reichspogromnacht 1938 wurde nicht nur ihre Wohnung, sondern auch ihr, bis dahin friedliches, Leben zerstört. Die Familie wurde enteignet und nach Köln in ein Sammellager geschickt und von dort in ein Ghetto nach Minsk deportiert, wo das Ehepaar ermordet wurde. Sohn Artur überlebte die Zeit im Konzentrationslager Auschwitz.
In einem fünfseitigen Aufsatz wird die Geschichte der Familie Moses erzählt. Erinnerungen von Flammersfelder Einwohnern und damaligen Nachbarn schildern das damalige Leben und Geschehen. Bürgermeister Josef Zolk mahnte an, dass die Millionen Opfer des Nationalsozialismus Verpflichtung seien, verbalen und körperlichen Angriffen auf Mitbürger entgegenzutreten. Die Menschen müssten die die Werte Anstand, Güte, Sittlichkeit, Mitgefühl und Gemeinsinn eintreten, dann brauchte man nicht fürchten dass sich Auschwitz wiederholt. Die Menschen brauchten die Erinnerung, um leben zu können und eine Zukunft zu haben. (wwa)
xxx
Pfarrer Thomas Rössler Schaake und Bürgermeister Josef Zolk enthüllten die Gedenktafel an die Familie Albert Moses. Fotos: Wachow


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Alle Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
   



Aktuelle Artikel aus Region


Seniorenclub des FV Rheinland zu Gast beim Heimsieg von Mainz 05

Auf Einladung von Lotto Rheinland-Pfalz besuchte eine Gruppe des Seniorenclubs des Fußballverbandes Rheinland ...

Albert Schäfer lädt am 4. März zu einem anschaulichen Vortrag nach Pleckhausen ein

Die "Alte Hütte" im Hombachtal und die "Neue Hütte" im Grenzbachtal. Zwei bedeutende Stätten der Westerwälder ...

Dartspektakel in Troisdorf: Marco Zeuner aus Altenkirchen überzeugt bei Champs of Darts

Die Stadthalle Troisdorf war am Freitag (6. Februar 2026) Schauplatz eines Darts-Events. Beim "Champs ...

kfd Kirchen lud in die Narrhalla ein: Lachen als Vorsorge abrechenbar

In der Katzenbacher Narrhalla wurde das karnevalistische Treiben mit einem bunten Programm gefeiert. ...

Schüler des Kopernikus-Gymnasiums Wissen unterstützen kolumbianische Schule

Im Dezember 2025 engagierten sich Schüler des Kopernikus-Gymnasiums Wissen für einen guten Zweck. Durch ...

Prunksitzung Malberg: Mit Konfetti im Herzen durch einen stimmungsvollen Abend

Die Prunksitzung der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiss Malberg hat in der Session 2026 einmal mehr gezeigt, ...

Weitere Artikel


Erinnerung an Familie Levy

Eine Gedenktafel für die jüdische Familie Levy enthüllte Bürgermeister Josef Zolk in Oberlahr. Julius ...

St. Martin kam mit dem Schimmel

Auf einem großen Schimmel kam Sankt Martin in Oberirsen angeritten. Für die Kinder lagen schon die Weckmänner ...

"Winterzauber" in Birken-Honigsessen

Zum "Winterzauber" lädt Dirk Diederich wieder nach Birken-Honisessen ein. Dort wird dem Besucher ein ...

Viel Spaß beim Familienabend

Da blieb kein Auge trocken beim Familienabend der Wiedbachtaler Chöre in Neitersen: Das Programm bot ...

Hobby-Künstlerinnen stellten aus

Schon zum fünften Male stellten jetzt heimische Künstlerinnen im Dorfgemeinschaftshaus in Niedersteinebach ...

Kinder üben für großen Auftritt

In Orfgen üben die Kinder, was das Zeug hält: Für ihren großen Auftritt beim vorweihnachtlichen Fest ...

Werbung