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Nachricht vom 01.09.2015    

75 Lehrkräfte im Landkreis gingen arbeitslos in die Ferien

Sie dürften das Ende der Ferien herbeisehnen: 75 Lehrkräfte im Kreis Altenkirchen verloren zu Beginn der Sommerferien ihre Arbeitsverträge. Und sie warten jetzt auf neue Verträge. Die Landesregierung in Mainz beantwortete eine Kleine Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten und nannte diese Zahlen.

Kreisgebiet. Alle Jahre wieder, allerdings ohne jeden Grund zur Vorfreude - im Gegenteil: „Lehrer im gesamten Kreis Altenkirchen verlieren seit Jahren zu Beginn der Sommerferien ihren Arbeitsvertrag“, erklären die CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Peter Enders (Eichen) und Michael Wäschenbach (Wallmenroth).

Wie das Land mit seinen befristet beschäftigten Lehrern umgehe, sei schockierend. „Die Landesregierung will Kosten sparen und setzt viele Lehrer über die Sommerferien auf die Straße. Viele, vor allem junge Lehrkräfte, leben nur noch von Kurzzeitvertrag zu Kurzzeitvertrag, Planungssicherheit sieht anders aus.“

Die Abgeordneten haben über eine Kleine Anfrage an die Landesregierung die Situation im Kreis Altenkirchen ermittelt. Die Situation zum Ende des letzten Schuljahres: „Bei uns im Landkreis endete zum Beginn der Sommerferien für 75 Lehrerinnen und Lehrer ihr Vertretungsvertrag.“

Weil es sich dabei teilweise um Teilzeitstellen handelt, ergibt sich umgerechnet eine Zahl von 58 Vollzeitstellen. „Für die meisten bedeutet das, dass sie für die Zeit der Sommerferien arbeitslos sind und von ihren Rücklagen oder von Sozialleistungen leben müssen. Die Zahlen zeigen vor allem auch, dass während der Zeit der Beschäftigung die Stellenzuschnitte vieler Vertretungslehrer katastrophal sind. Der Stundenumfang wird in vielen Fällen so gering gehalten, dass es schwer fällt, von dem daraus resultierenden Lohn zu leben, geschweige denn noch etwas anzusparen“, so Enders und Wäschenbach.



42 Lehrer mit einem befristeten Arbeitsvertrag im Kreis arbeiten nach Angaben der Landesregierung bereits seit mehreren Jahren auf Basis befristeter Verträge. Lehrer, die als „moderne Leiharbeiter“ unter einer rot-grünen Landesregierung arbeiten, seien verständlicherweise oft mehr mit eigenen Sorgen beschäftigt, was sich auch auf die alltägliche Arbeit in der Schulgemeinschaft auswirke. Zudem bräuchten auch Schulen Planungssicherheit.

Die CDU-Politiker machen hier eine deutliche Diskrepanz zwischen rot-grünem Anspruch und Lebenswirklichkeit aus: „Gerade die Ministerpräsidentin macht sich gerne für Arbeitnehmer stark und wettert gegen Leiharbeit und Kettenverträge. Selbst aber, als Arbeitgeberin der Landesbediensteten, schickt sie Lehrer ohne Vertrag über die Sommerferien arbeitslos nach Hause. Das ist staatlich organisierte Leiharbeit. Bitter ist besonders, dass die Landesregierung trotz der jahrelangen Kritik ihre Praxis nicht ändert und stattdessen das Maximum des rechtlich Möglichen auf Kosten der Vertretungslehrer ausnutzt,“ heißt es in der Pressemitteilung der Abgeordneten.



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