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Nachricht vom 22.10.2015    

300 Teilnehmer bei Demo "Bekenntnis für Deutschland"

Trotz erhitzter Gemüter zogen rund 300 Demonstranten eines Pegida-ähnlichen Bündnisses friedlich durch Bad Marienberg. Rund 150 Einsatzkräfte der Polizei verhinderten ein Zusammentreffen der beiden Veranstaltungen. Zeitgleich fand die Kundgebung für einen toleranten Westerwald mit rund 3000 Menschen auf dem Marktplatz statt.

Friedlich zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt Bad Marienbergs.
Fotos: daz

Bad Marienberg. Bei der Veranstaltung unter dem Motto "Bekenntnis zu Deutschland" waren rund 300 Menschen der Einladung nach Bad Marienberg gefolgt. Damit wurde die auf Facebook erwartete Teilnehmerzahl erfüllt, hier hatten sich zuletzt rund 330 als Teilnehmer an der Veranstaltung eingetragen.

"Ich vermisse den Einsatz der Politik für Kinder und ältere Menschen – die haben unser Land wieder aufgebaut", so Organisator Torsten Frank in seiner Ansprache. Er distanzierte sich ausdrücklich von der NPD sowie der dazugehörigen Facebook-Gruppe gegen die Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Stegskopf.

Anschließend ergriff "Ed" aus den Niederlanden das Wort. "Ich war noch nie Mitglied in einer politischen Partei oder einem politischen Verein – ich bin einfach nur ein besorgter Bürger wie Sie auch", schilderte er den rund 300 Gästen. "Wir stehen nicht hier, weil wir gegen Flüchtlinge sind!"

In seiner Ansprache ging er auch auf die fremdenfeindlich motivierte Tat auf die neue Kölner Oberbürgermeisterin ein. Er hinterfragte, warum zahlreiche Flüchtlinge sich erst im sechsten oder siebten Land auf dem Weg ihrer Flucht (Deutschland) niederließen, statt bereits zuvor in einem sicheren Land zu bleiben. Er berichtete von großem Zuspruch nach seinem Auftritt in einer niederländischen Fernsehsendung. "Euer Herz schlägt an der richtigen Stelle – für den Westerwald, seine Einwohner, seine Kultur und Werte. Macht weiter so – wir lassen uns nicht in die rechtsextreme Ecke drängen!", so die Worte von "Ed".

Anschließend lud Torsten Frank zu einem Spaziergang durch die Bismarckstraße ein. Gesichert von zahlreichen Polizisten zogen die Demonstranten lautstark singend und rufend durch die Stadt. Empfangen und begleitet wurden sie dabei von zahlreichen Sprechchören der Veranstaltung auf dem Marktplatz wie z. B. "Say it loud, say it clear, refugees are welcome here". Ein Zusammentreffen der gleichzeitig auf dem Marktplatz stattfindenden Mahnwache wurde durch die Polizei unterbunden, kleine Handgreiflichkeiten verhindert, sodass die Demonstration weiterhin friedlich ihren Weg fortsetzen konnte.

Abschließend verlas Torsten Frank noch Fakten zur aktuellen Planung auf dem Stegskopf und ging hier auch auf die Informationsveranstaltung in Daaden ein. Er schilderte, dass geplant sei, einen Polizisten für 250 Flüchtlinge einzusetzen und ging auch auf weitere Themen wie die durch Munitionsreste nicht betretbaren Flächen ein. Mit dem Versprechen "Wir kommen wieder" schloss er um 20 Uhr die Veranstaltung unter dem Applaus der Gäste.

Doch nicht nur langjährige Befürworter der Gruppierung waren dem Aufruf gefolgt. Auch zahlreiche Bürger aus der Umgebung nutzten die Gelegenheit, um sich ein Bild zu machen und eine Meinung zu bilden. "Das Gerede von den Politikern auf dem Marktplatz höre ich jeden Tag im Fernsehen. Ich möchte mir auch mal anhören, welche Argumente die Gegenseite hat", schildert ein Bewohner Bad Marienbergs. "Wir sind bestimmt nicht rechts – aber deshalb können wir uns ja trotzdem anhören, was diese Leute uns zu sagen haben", so ein 71jähriger aus Daaden, der mit seiner Frau zur Veranstaltung gekommen war.

Ein Teil der Gäste mochte sich auch im Anschluss der Veranstaltung weder dem einen noch dem anderen Lager zuordnen. "Ich bin nur aus reiner Neugierde hier. Ich denke, wir müssen der Sache mit den Flüchtlingen mal eine Chance geben und dann schauen, was passiert", so ein 29jähriger aus Bad Marienberg.

Die Polizei war mit rund 150 Einsatzkräften vor Ort. Eine Konfrontation zwischen den rivalisierenden Teilnehmern konnte verhindert werden, durch Vorkontrollen konnten beabsichtigte Störungen unterbunden werden. Mehr als 30 Personen aus dem Antifa-Spektrum wurden erkannt und überprüft. Der Einsatzleiter der Polizei, Kriminaldirektor Volker Schmidt, zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf: "Es war der erwartete Einsatz für die Polizei, mit dessen Verlauf wir gerechnet hatten. Den Mitbürgern und Besuchern von Bad Marienberg danke ich für die aufgebrachte Geduld und das gezeigte Verständnis für unvermeidbare Beeinträchtigungen. Ebenso bedanke ich mich bei allen Einsatzkräften der Polizei für ihr besonnenes und professionelles Engagement während des Einsatzes." Insgesamt zog die Polizei eine sehr positive Bilanz nach der friedlich verlaufenen Veranstaltung, so Kriminalhauptkommisar Andreas Bode in seiner Pressemeldung. Auch das Rote Kreuz berichtete von keinerlei Zwischenfällen. (daz)



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Kommentare zu: 300 Teilnehmer bei Demo "Bekenntnis für Deutschland"

2 Kommentare

Ich war weder bei der einen noch bei der anderen Demo beteiligt. Auffällig aber ist das zuweilen doch dumme Gegröle der kleineren Gruppe, die, aus welchen (wirklichen) Gründen auch immer gegen Asylanten ist. Sowas kann man nicht ernst nehmen. Einige der Teilnehmer kannte ich aus sehr negativer Erfahrung. Alleine diese Personenkenntnis würde mich daran hindern mich einer solchen Gruppe anzuschließen. Auf dem Marktplatz ging das Ganze dann doch sehr viel gesitteter und, mit Verlaub, intelligenter zu. Was dort gesprochen wurde, soweit ich es mitbekommen habe, hatte Hand und Fuss. Ich erinnere angesichts der großen Not, in der die meisten der Flüchtlinge leben (mussten) an die Menschen, die nach dem Weltkrieg ebenfalls nicht ohne Vorbehalte hier eine Heimat fanden. Diese Welt gehört ALLEN!
#2 von Klaus Euteneuer, am 24.10.2015 um 17:12 Uhr
wir haben nichts gegen fremde kulturen und deren Menschen aber man sollte die anzahl begränzen,damit die die hier leben ,auch noch gut versorgt werden können.zuviel ist zuviel.Man muß sich vor Augen halten wenn wir im fremden Land um Hilfe bitten,werden wir nicht mit offenen Armen empfangen.Daher glaube ich das dadurch nur streit und Hass geschürt wird.
#1 von francoise roettger, am 24.10.2015 um 07:11 Uhr

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