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Nachricht vom 25.11.2015    

Sprechstunde auch ohne Chipkarte

In Wahlkampfzeiten gibt es ausgefallene Ideen, so kam auf Einladung von SPD-Landtagskandidatin Sabine Bätzing-Lichtenthäler Fernseharzt Dr. Günter Gerhardt nach Niederfischbach. Ein informativer und unterhaltsamer Nachmittag.

Fernseharzt Dr. Günter Gerhardt war zu Gast in Niederfischbach. Foto: SPD

Niederfischbach. Diesmal mussten die Besucher nicht das Fernsehen einschalten, um den bekannten Fernseharzt Dr. Günter Gerhardt zu erleben. Er war auf Einladung von Sabine Bätzing-Lichtenthäler am Samstagnachmittag ins Seniorenheim Mutter Teresa nach Niederfischbach gekommen. Und es sollte ein unterhaltsamer und informativer Nachmittag werden. „Heute ist für die Sprechstunde beim Arzt ausnahmsweise keine Chipkarte nötig“, scherzte Sabine Bätzing-Lichtenthäler, als sie den bekannten Fernseharzt begrüßte.

Er referierte zum metabolischen Syndrom. Darunter konnten sich die meisten Besucher wahrscheinlich nicht viel vorstellen. Das änderte sich aber bald. Dr. Gerhardt erklärte, dass man sich das metabolische Syndrom wie ein Kinderpuzzle vorstellen müsse, mit wenigen Teilen. Vier Faktoren würden dabei eine besondere Rolle spielen. Als erstes zeigte er ein Foto mit einem, im Volksmund würde man sagen, „Bierbauch“. In der Fachsprache heißt es abdominelle Fettleibigkeit. Gemeint ist damit eine starke Fettansammlung im oder am Bauch. Der zweite Faktor sei der Bluthochdruck, so der Fernsehdoktor. Dann kam das Cholesterin zur Sprache. Dies müsse man unterscheiden zwischen dem HDL und dem LDL-Cholsterin.

Das gute HDL (als Eselsbrücke könne man sich merken: Hab dich lieb) solle möglichst höher sein als das LDL (Lass das lieber). Das gute Cholesterin könne man durch Sport und Bewegung erhöhen, warb Dr. Gerhardt. Das LDL könne man senken, wenn man sich gesünder ernähren würde, insbesondere weniger tierische Fette zu sich nähme. Häufig würde durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung der Diabetes Typ II, der sogenannte Altersdiabetes ausgelöst. Das Insulin wirke nicht mehr bei einem dicken Bauch. Etwa 500.00 Menschen pro Jahr würden derzeit Diabetiker Typ II.

Auch Schnarchen sei eine Folge des metabolischen Syndroms. Die Fettansammlungen im Rachenraum würden die Atemwege verengen und das führe zum Schnarchen. Scherzhaft fragte Dr. Gerhardt: „Woran erkennt man die Frau eines Schnarchers? Na, sie ist wegen Ellenbogenbeschwerden beim Orthopäden.“ Das Schnarchen führt dazu, dass das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird und der betroffene Mensch trotz genügend langem Schlaf nicht ausgeruht ist. Die Steigerung des Schnarchens sei die sogenannte Schlafapnoe, bei der es zu teils langen Atemaussetzern kommt.

Die Menschen werden krank, weil sie einen Lebensstil pflegen, der gekennzeichnet ist durch
permanente Überernährung und gleichzeitigen Bewegungsmangel. Betroffen seien vor allem die Menschen, die in den Industriestaaten lebten. Die Behandlung des Syndroms sei genau wie die Entstehung vielschichtig und individuell. Der Arzt empfahl, sich gesund zu ernähren. Dazu gehöre viel zu trinken, allerdings weniger Alkohol, weniger tierische Fette zu sich zu nehmen, lieber mal Fisch zu essen, Milch und Käse regelmäßig auf dem Speiseplan zu haben und viele weitere Hinweise, die den Zuhörern dann doch etwas vertrauter vorkamen. „Ja“, sagte der Fernsehdoktor „auch ich habe dieses kleine Tierchen in mir, den inneren Schweinehund. Den muss man überwinden.“

Die Folgen des metabolischen Syndroms schilderte er sehr verständlich und den Zuhörern war klar, dass besonders der Herzinfarkt und der Hirnschlag die Folgen der oben beschriebenen Lebensweise sei. Im Anschluss an den Vortrag wurden natürlich noch viele Fragen gestellt und beantwortet. Der Nachmittag war unterhaltsam, hatte sich gelohnt und die aufmerksamen Besucher haben sicher gute Vorsätze mit nach Hause genommen. (Pressemitteilung)


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