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Wirtschaft | - keine Angabe -


Nachricht vom 25.11.2015    

Handwerkskammer (HwK) verabschiedet Haushalt

Die Vollversammlung der Handwerkskammer (HwK) beschließt die Umstrukturierung der Rücklagen und verabschiedet den Haushalt 2016 in Höhe von 31,3 Millionen Euro. Gute Nachricht für die Betriebe: Die Beiträge bleiben stabil. Die Transparenzoffensive der HwK wurde gelobt.

Präsident Kurt Krautscheid auf der HwK-Vollversammlung: „Die Nachrichten aus dem Handwerk sind durchweg positiv!“ Foto: HwK

Region/Koblenz. „Die Nachrichten aus dem Handwerk sind durchweg positiv: Die Konjunkturwerte liegen auf einem Allzeithoch, die Beurteilung der weiteren Entwicklung stimmt optimistisch und selbst das Sorgenkind Nachwuchssicherung meldet ein leichtes Plus bei den neu eingetragenen Lehrverträgen – zum wiederholten Mal“, begrüßte HwK-Präsident Kurt Krautscheid die Mitglieder der Vollversammlung.

Die Handwerkskammer werde ihre Transparenzoffensive fortsetzen und führt mit dem einstimmig verabschiedeten Haushalt 2016 eine neue Struktur ein, die transparent und nachvollziehbar und die Beitragszahler gleichmäßig belastend die Instandhaltung und Sanierung oder den Neubau von Kammerimmobilien beplant. Der Haushalt liegt mit 31,3 Mio. Euro knapp 4,2 Mio. Euro über dem Vorjahr, die in eine Erweiterung der Mensa des Metall- und Technologiezentrums investiert werden sollen. Die Höhe des Kammerbeitrags bleibt für die Mitgliedsbetriebe unverändert.

Kurt Krautscheid ging in seiner Begrüßung auch auf aktuelle Herausforderungen ein und nannte an erster Stelle die Flüchtlingssituation. Die Integration werde viel Kraft und Geld kosten und ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, böte aber auch zahlreiche Chancen. „Das Handwerk lamentiert nicht, sondern handelt. Den Integrationsnetzwerkern der HwK gelangen bereits 74 Vermittlungen von Flüchtlingen in Lehrverhältnisse und wir erfahren sehr viel Dankbarkeit von Zuwanderern und auch Handwerksbetrieben und setzen hiermit deutlich Signale: Nicht ausgrenzen, sondern gemeinsam Lösungen finden und die Gestaltung einer Win-Win-Situation für beide Seiten – das ist unser Ansatz!“

Krautscheid ging auch auf die jüngsten Terroranschläge ein, vor deren Hintergrund sich die Diskussion um den Zustrom verschärft hat. „Die Anschläge treffen Deutschland in einer ohnehin aufgeheizten Stimmung und politische Gruppierungen am linken wie auch rechten Flügel versuchen das für ihre Zwecke zu nutzen. Auch wenn es vermeintlich schwerfällt, in einer sich gefühlt schneller drehenden Welt richtige Entscheidungen zu treffen: Analyse, Sachlichkeit, Ruhe und auch ein Stück Gelassenheit werden helfen, auch diese Situation zu meistern!“ Das Handwerk und die HwK Koblenz werden hierbei ihren Beitrag leisten, „was insbesondere durch die rheinland-pfälzische Politik hohe Anerkennung erfährt. Unsere Einschätzungen und Hinweise werden ernst genommen und ich sage es gern: Die Handwerkskammer Koblenz genießt einen guten Ruf!“

„Wir danken dem Handwerk und der Handwerkskammer für die erfolgreiche, gemeinsame Anstrengung bei der Integration von Flüchtlingen“, lobte Uwe Hüser, Staatssekretär im Mainzer Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung wie er auch den Schritt zur Öffnung der Kammer hervorhob. „Das war mutig, auch weil sich die HwK mit den Kritikern des Kammerwesens konstruktiv auseinander gesetzt hat.“ Hüser nannte die HwK-Transparenzoffensive beispielhaft und verbindet damit eine bundesweite Wirkung.

Haushalt und neue Haushaltsstruktur verabschiedet
Durch die Mitglieder der Vollversammlung wurde eine neue Haushaltsstruktur verabschiedet, mit der ein weiterer Schritt von der Kameralistik hin zur doppelten Buchführung (Doppik) vollzogen wird. Im Rahmen der Umstrukturierung der Rücklagen wurde eine Methode zur Berechnung des Rücklagenbedarfs eingeführt, die für jedes Gebäude eine objektbezogene Rückstellung ermittelt. Ziel ist die generationengerechte Verteilung der Lasten von Investitionen in die Infrastruktur der Handwerkskammer durch eine ratenweise und zweckgebundene Zuführung der benötigten Eigenmittel. Berechnungsbasis ist nicht der vergangenheitsbezogene steuerliche Abschreibungswert, sondern der gegenwartsbezogene technische Wiederbeschaffungswert. Rücklagen werden damit nicht nur für geförderte Modernisierungs- oder Neubaumaßnahmen angesammelt und verwendet, sondern auch für alle Investitionen in Ausstattung und Gebäude eingesetzt, die eine längere Nutzungsdauer als ein Jahr haben und in der Regel ungefördert sind.

Der Kammerhaushalt selbst wurde mit 31.339.000 Euro verabschiedet (Vorjahr 27.152.200 Euro) und entspricht einer sparsamen und wirtschaftlich sinnvollen Haushaltsführung. Er liegt 4,2 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau, was in erster Linie auf das vorgesehene Bauvorhaben „Erweiterung Mensa Metall- und Technologiezentrum“ zurückzuführen ist. Das Bauprojekt ist eingebettet in eine Neuausrichtung der Standortwahl für Schulung und Weiterbildung und dient der Zusammenlegung von Aus- und Weiterbildungszentren, die sich am mittel- und langfristigen Auslastungsbedarf orientiert. „Auch hier ist das Ziel, die Kammer effektiv, realitätsbezogen und modern für die Zukunft aufzustellen“, wie Präsident Krautscheid betonte.

Ein Ansatz, auf den auch Vizepräsident Joachim Noll als Vertreter des Arbeitnehmerflügels in der Vollversammlung einging. „Die Kammer hat in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle übernommen, was den Betrieben und ihren Mitarbeitern zugutekommt. Gerade die Fachkräftesicherung wird nur gelingen, wenn sich die Handwerksorganisationen, die Politik und die gesamte Sozialgemeinschaft, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen dafür einsetzen.“

Weitere wichtige Themen der der Vollversammlung waren die „BUGA 2031 in der Region Mittelrhein – Perspektiven für das heimische Handwerk“, die „Integration von Flüchtlingen – Herausforderungen und Chancen“ sowie „Handwerk im Digitalen Zeitalter – Risiken und Möglichkeiten“.



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