Werbung

Nachricht vom 25.11.2015    

Der Machatschek begeisterte in Betzdorf

Der Machatschek, Maurer, Liedermacher, Geschichtenerzähler und Mensch – wie er sich selbst beschreibt, ist auf Europatournee. Über zuletzt Amsterdam und Köln machte der "Liederaturkünstler" mit seiner ganz eigenen Mischung aus Liedern und Literatur, Halt in Betzdorf und trat auf Einladung des Kleinkunstvereins „Die Eule“ Betzdorf im Breidenbacher Hof auf.

Der Machatschek aus Wien kam den Betzdorfern nahe. Foto: pr

Betzdorf. Der Machatschek baute die Legende vom bankrottierenden Maurer, der die 350jährige Maurerdynastie seiner Familie beendete. Er gab Einblicke in seine depressive Niedergeschlagenheit als Bankrotteur und seinen Galgenhumor, der so weit ging, beim Ringen um ein wirtschaftliches Auskommen seine handwerklichen Fähigkeiten in die Beseitigung ungeliebter Zeitgenossen einbringen zu wollen.

„Der Maurermaster betoniert die Gefraßter!“ Die Überzeugung, die dahinter steht, ist die, dass es immer jemanden gibt, der jemanden nicht leiden mag. „I bring alle ums Eck, I bins, der Machatschek.“ Zuschriften zeigten ihm, dass diese Dienstleistung offensichtlich Anklang finden könnte. „Ganz unten bist du, wenn der Kuckuckskleber Bier mitbringt!“ Zur Bekämpfung der Depression empfiehlt er einen Spaziergang bei der Gruft vorbei, dem Wiener Obdachlosenheim, oder beim Junkiepark. „Das hebt die Stimmung!“

Seinen Weg in die Welt, sein Erstaunen über das, was alles da draußen ist, präsentierte er in unnachahmlicher Art, unverkennbar wienerisch, ruhig, gelassen und pointiert. Er habe das Hardcore-Wienerische ans Hochdeutsche angepasst. „Wenn man’s nicht versteht, ist’s halt charmant.“ In diesem Sinne berichtete er von der Erfindung des Wohnbalkons als Antwort auf die horrenden Mieten in Wien, die gleichzeitig das goldene Dreieck des Lebens, die Toilette, den Kühlschrank und das Bett, dicht zusammenführt. In Liedern und Texten beschrieb er plastisch und sehr liebenswürdig Wiener Originale, um dann blitzschnell von der Liebenswürdigkeit in eine spitze Boshaftigkeit zu verfallen.

In seinem Groschenroman berichtete er von der Nervosität einer Nonne vor ihrem ersten Selbstmordattentat, das dann beim Anblick eines nackten Zumpferl auf der Herrentoilette scheiterte. So ließ er den Wiener Stefansdom in seiner Ballade vom Steffel Klage über die zunehmende Leere in der Kirche, über den Stress mit der Mess und über das Scheppern und Geläute führen. Er begleitete ihn auf seiner hilfesuchende Reise zu anderen Kathedralen der Welt, nur um anschließend wieder zu resümieren: „In einer Wiener Kirchen muss es nach Schick und Rotwein riechen.“ Die Adventszeit sei in Wien eine Horrorzeit, denn dann hinge eine Punsch- und Glühweinglocke über Wien. Seine Antwort war sein Adventsliederkalender, in dem er allen 23 Wiener Bezirken ein gesungenes Geschenk machte, bei dem er jeweils dessen Eigenheiten skurril überspitzte. So unterstellte er den traditionellen Penzinger Adventssängern, die immer weniger Beachtung bekämen, die Überlegung, mittels einer kleinen, selbst herbeigeführten Detonation das Feld zu schaffen, auf dem die Friedenslieder wieder erklingen könnten.

Als Liedermacher, Romanschreiber und Verleger kam er den Betzdorfern nah. Der Abend lebte von der direkten Begegnung von Publikum und Künstler. Der Machatschek genoss seinerseits die Aufmerksamkeit und die Konzentration des Publikums, was aber wirklich nicht dem Wienerischen geschuldet war. Trotz dem beipackzettelartigen Hinweis, es werde nicht lustig, weil immer Menschen hinter den Geschichten und Liedern stünden, hatte das Publikum reichlich zu lachen, konnte mitsingen und wurde sogar zum Tanzen eingeladen. Der Machatschek erlebte ein Publikum, das ihm als Künstler einen zum Greifen dichten Respekt entgegen brachte. Dem Publikum bot er sich als freundlicher und echter Mensch an. Schon in der Pause war klar, er soll wiederkommen.


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Betzdorf-Gebhardshain auf Facebook werden!


Kommentare zu: Der Machatschek begeisterte in Betzdorf

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Region, Artikel vom 10.07.2020

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

AKTUALISIERT. Am Freitag, 10. Juli, gegen 19.55 Uhr, ereignete sich auf der Bundesstraße 256, zwischen den Ortslagen Altenkirchen und Neitersen, ein schwerer Verkehrsunfall. Hierbei wurde ein Motorradfahrer tödlich verletzt.


Es wird gebaut und gebaut in Wissen und alles liegt im Plan

Aus der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung gab es auch viele weitere Informationen um das bauliche Geschehen in Wissen. So ist auch die Baustelle der Altstadtbrücke einen näheren Blick wert – vielleicht bei einem Kaltgetränk bei der ortsansässigen Gastronomie.


Betrunken und ohne Führerschein in Hecke gelandet

Mehrere Zeugen haben am Freitagabend, 10. Juli, der Polizei gemeldet, dass in Hamm (Sieg) von der Mühlenstraße aus ein dunkler Pkw VW Touran von der Fahrbahn abgekommen und in die Hecke des Petz Einkaufsmarktes gefahren sei, wo er mit einem kleineren Gebäude eines Stromversorgers kollidierte.


Domstürmer am Kloster Marienthal garantierten gute Laune

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm gastierte die Kölner Band „Domstürmer“ am Kloster Marienthal. Am Freitag, 10. Juli, war die lange Suche nach einer Parkmöglichkeit bereits Hinweis auf den Besucherandrang. Lange vor Beginn des Konzertes waren der Biergarten der Klostergastronomie und die angrenzenden Bereiche gut gefüllt.


Wissen macht das Beste aus dem Schützenfest-Ausfall

In diesen Tagen wäre es soweit: Das größte Schützenfest im nördlichen Rheinland-Pfalz findet traditionell am zweiten Juli-Wochenende in Wissen statt. Doch in diesem Jahr – ausgerechnet im Jubiläumsjahr – macht den Wissener Schützen die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Nun heißt es, das Beste aus der Situation machen.




Aktuelle Artikel aus Kultur


Klara trotzt Corona, XXXVI. Folge

Kölbingen. 36. Folge
„Klara, Sie machen mich ja ganz verrückt!“ Van Kerkhof sah von der Zeitung auf und blickte kopfschüttelnd ...

„Street Life“-Sommerkonzert: sicher vor Ort oder im Livestream

Wissen. Die Gäste können in kleinen Gruppen am Bistrotisch, in Reihenbestuhlung mit Abstand oder per Livestream zuhause ein ...

Tag des offenen Denkmals 2020 geht auch bei uns digital

Altenkirchen. „Denkmale digital entdecken“ – so lautet der Aufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Konsequenz auf ...

Tag der offenen Tür im Raiffeisenmuseum: Entdecke, was in ihm steckt

Hamm. Entdecke, was in ihm steckt! So könnte das Motto lauten, wenn am Sonntag, 12. Juli, das Raiffeisenmuseum in Hamm für ...

Peter Lindlein zeigt, wie es „Auf dem Westerwald“ ist

Wissen. „Auf dem Westerwald“ mussten sich mit der Modernisierung der Landwirtschaft und dem Ausklingen des Bergbaus die Lebensgrundlagen ...

Klostergelände in Marienthal wurde zur Open-Air-Bühne

Selbach/Marienthal. Die Reihe der Konzerte, die im Rahmen des „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm stattfinden, ...

Weitere Artikel


Kommunen sparen durch LED-Straßenbeleuchtung Geld

Wissen. Beispiele im Land zeigen: Die Umstellung auf LED-Straßenbeleuchtung lohnt
sich. Dennoch zögern manche Kommunen noch, ...

Vortrag zur Flüchtlingshilfe und Flüchtlingspolitik

Flammersfeld. Das Diakonische Werk Altenkirchen und die evangelische Kirchengemeinde laden zum Vortrag mit Prof. Dr. med. ...

Mirco Santocono in der Klünstlerklause

Betzdorf. Durch seine christliche Prägung wird er in diesem Konzert sicher auch eine ganz eigene Art von Adventsstimmung ...

Erste Projektphase erfolgreich abgeschlossen

Flammersfeld. Ausgehend von dem Leitspruch „So geht’s – nachhaltig“ galt es, die Möglichkeiten der erfolgreichen Zusammenarbeit ...

Lions-Club überreichte Spende

Wissen. Noch Wochen später nach dem 46. Jahrmarkt der katholischen Jugend Wissen, am 3. und 4. Oktober dieses Jahres, erreichen ...

Rauchmelder verhinderte Schlimmeres

Kausen. Am frühen Mittwochmorgen, 25. November, kurz nach 3 Uhr wurde der Löschzug 2 (Kausen) der Verbandsgemeinde Feuerwehr ...

Werbung