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Nachricht vom 07.12.2015    

Kommt das Aus für Holzbachtal-Strecke?

Am Montag, 7. Dezember tagt der Altenkirchen Kreistag. Auf der Tagesordnung steht auch das Thema Westerwald-Bahn. Dazu kommt Kritik aus Westerwaldkreis, die CDU-Fraktion im Westerwälder Kreistag bemängelt das fehlende Konzept für die Holzbachtal-Strecke vor allem für den Güterverkehr.

Region. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Westerwälder Kreistag, Stephan Krempel, hat die Vorwürfe aus dem Nachbarkreis, der Westerwaldkreis behindere die Sanierung der Eisenbahnstrecke nach Selters, scharf zurückgewiesen: „In Altenkirchen betreibt man ein Schwarze-Peter-Spiel, um von eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Als Sündenbock stehen wir nicht zur Verfügung,“ heißt es in der Pressemitteilung.

Der Westerwälder Kreistag habe stets die Bereitschaft signalisiert, an der Sanierung der Strecke, mit der das Westerwälder Unternehmen Schütz mit Gütertransporten bedient werde, aktiv mitzuwirken. Bis heute liege aber kein umsetzbares Konzept aus Altenkirchen vor, ein konkreter Vorschlag über eine Kostenaufteilung fehle völlig. „Nur wer überhaupt fragt, kann auch Antworten erwarten,“ wies Krempel die Kritik des Altenkirchener Kreisbeigeordneten Schwan zurück, der Westerwaldkreis habe sich bisher nicht geäußert.

Trotzdem hätten sich die Kreistagsabgeordnten des Westerwaldkreises auf Initiative von Landrat Achim Schwickert mehrfach mit dem Thema befasst, sogar die Geschäftsführer der Altenkirchener Westerwald-Bahn in den Kreisausschuss zur Berichterstattung eingeladen. Dabei sei deutlich geworden, dass das Problem nicht in der Sanierung liege. Vielmehr fahre die Bahngesellschaft seit Jahren hohe Defizite auf dieser Strecke ein, es gelinge der Gesellschaft trotz entsprechender Transportvergütungen nicht, die Holzbachtal-Strecke wirtschaftlich zu betreiben. In dieser Situation habe man in Altenkirchen offensichtlich entschieden, den Transportvertrag zu kündigen.

Nach dieser Entscheidung sei der Westerwaldkreis aber überhaupt nicht am Zug mit einer Entscheidung, machte Krempel deutlich. Über eine Sanierung müsse nur verhandelt werden, wenn die Strecke überhaupt befahren werde. „Wir werden nicht in ein Schienengrab Millionen investieren, wenn da voraussichtlich überhaupt kein Zug fährt“, so der Vorsitzende der Mehrheitsfraktion im Kreistag zur Haltung seiner Fraktion. Man müsse zunächst im Landkreis Altenkirchen ein Konzept entwickeln, wie die Strecke zukünftig betrieben werden soll, dann könne man anschließend auch über die Kostenverteilung der Sanierung verhandeln.



Selbstverständlich habe der Westerwaldkreis ein hohes Interesse, dass die Stahltransporte zur Firma Schütz auch zukünftig über die Schiene angeliefert würden. Allerdings müsse man auch sehen, dass von der über 30 Kilometer langen Strecke der kleinste Teil durch den Westerwaldkreis führe. „Wir vermissen auch sichtbare Bemühungen der Westerwald-Bahn, in den Landkreisen Altenkirchen und Neuwied weitere Firmen-Abnehmer an diese Strecke anzuschließen, offensichtlich hat man die Strecke in den Nachbarkreisen schon abgeschrieben," vermutet Krempel.

Dennoch seien mit der Entscheidung im Nachbarkreis, den Vertrag mit DB-Schenker zu kündigen, noch nicht alle Türen zugeschlagen. Es sei ja zu hoffen und keinesfalls ausgeschlossen, dass die Westerwald-Bahn einen Partner findet, der die Anlieferungen mit dem Schütz-Stahl zu wirtschaftlichen Bedingungen durchführen könne, wünscht sich der CDU-Chef im Kreistag eine Zukunft für die Holzbachtal-Strecke.

„Wenn man dann endlich in Altenkirchen alle Hausaufgaben gemacht habe, sind wir im Westerwald wie bisher für alle Gespräche offen,“ unterstrich Krempel abschließend die positive Haltung der Westerwälder Kreistagsmitglieder.


Lokales: Altenkirchen & Umgebung
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