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Nachricht vom 12.12.2015    

BI "Wildenburger Land" informierte

Zu den Themen Gesundheitsrisiko Infraschall und Wertentwicklung von Immobilien im Umkreis von Windenergieanlagen (WEA) informierte die Bürgerinitiative (BI) "Wildenburger Land" mit Experten.

Im Bild von links: BI-Specher Udo Otterbach, Dipl-Wirt-Ing. Christian Holm, Dipl-Ing. Bernd Töpperwien, Ortsbürgermeister Norbert Klaes und BI-Sprecher Christoph Gehrke. Foto: H.J. Schuh

Friesenhagen. Kürzlich setzte die BI Wildenburger Land ihre Aufklärungsarbeit zu Aspekten der Enegiewende im Allgemeinen und zu den hier geplanten Windkraftanlagen im Speziellen fort.

Im Bürgerhaus Friesenhagen-Steeg standen die Themen "Gesundheitliche Belastung durch Infraschall" und "Wertentwicklung von Immobilien im Einzugsbereich von Windenergieanlagen (WEA)" zur öffentlichen Debatte. Die BI freute sich über den vollen Saal mit mehr als hundert Besuchern. Zu Beginn gab BI-Sprecher Christoph Gehrke einen Überblick über den Planungsstand der 14 avisierten WEA und über die bisherigen Aktivitäten der Bürgerinitiative. Ortsbürgermeister Norbert Klaes ergänzte aus Sicht der Gemeinde.

Udo Otterbach (ebenso BI-Sprecher) zeigte den Besuchern anhand von Grafiken und Fotos aus den mit Windindustrie übersäten Regionen Ostfriesland, Paderborn und Hachenburg, um welche Dimension von WEA und um welche einhergehenden Eingriffe an Landschaft und Wald es geht. Welches Gefahrenpotential für die Tier- und Vogelwelt besteht, wurde anhand eines betroffen machenden Kurzfilms von einem durch einen Rotor erfassten und getöteten Vogel gezeigt.

Dass auch Dinge, die man nicht hört und nicht sehen kann, krank machen können, zeigte der versierte Vortrag von Dipl-Ing. Bernd Töpperwien, der gemeinsam mit Herrn Dipl.-Wirtschaftsingenieur Christian Holm aus Neu-Anspach (Taunus)angereist war. Die Schallabstrahlung der WEA, hier insbesondere der tieffrequente Schall (Infraschall), der unter anderem dadurch entsteht, wenn das Rotorblatt am Turm vorbeistreicht und einen Druckimpuls auslöst, weitet sich über große Strecken (5 Kilometer und mehr) aus. Der Mensch reagiert auf diese Schallimpulse sehr individuell. Laut Untersuchungen - auch des Bundesumweltamts schon seit den 90er Jahren - ergeben sich Probleme wie Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwindel oder Konzentrationsschwäche. Auf Grund der großen Wellenlänge von Infraschall kann dieser auch durch bauliche Maßnahmen wie Schallschutzfenster oder dickere Wände nicht gedämmt werden, so dass auch im Gebäude Mensch und Tier vom Infraschall betroffen sind.



Auch der Wert der im Umkreis der WEA befindlichen Immobilien bleibt nicht unbeeinflusst. Am Beispiel seines eigenen Wohnortes Neu-Anspach zeigte Holm, wie sich die Immobilienwerte entwickeln. Je nach Lage zur WEA sind hier Wertveränderungen von minus 5 bis 50 Prozent möglich, zum Teil werden Häuser sogar unverkäuflich. Hier werden Werte in Millionenhöhe vernichtet. Makler und Banken warnen vor diesen Folgen. Häuser, die als Rentenabsicherung gebaut wurden, werden quasi über Nacht stark im Wert gemindert.

Die Grundlage für die abschließende Diskussion wurde durch Udo Otterbach mit interessanten, konkreten Zahlen für die Ortsgemeinde Friesenhagen ergänzt. Zusammenfassend ließ sich festhalten, dass die Gefahr, zukünftig mit erheblichen Gesundheitsbeeinträchtigungen in stark wertverminderten Häusern zu leben, nicht ausgeschlossen werden kann.

1661 hatte der im Schloss Crottorf tätige Stuckateur Domenico Rosso das Schloss als ein Stück des Paradieses bezeichnet, das auf die Erde herabgefallen ist. "Diese Ansicht kann man unseres Erachtens auch 350 Jahre später auf das heutige, gesamte Wildenburger Land ausdehnen: So hoffen wir und arbeiten weiter daran, dass dieser Landstrich von einzigartigem Charakter nicht durch die Umwidmung zu einem Industriestandort irreparablen Schaden nimmt", schreibt die BI in ihrer Pressemitteilung.


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