Werbung

Nachricht vom 19.12.2015    

Weihnachtsbesuch mit positiven Folgen

Hans, neun Jahre alt, nimmt alles auf was um ihn herum geschieht und gilt als durchaus schwieriges Kind. Er schimpft und meckert den ganzen Tag, prügelt sich mit seinem Alterskameraden und brachte durch ein solches Verhalten Eltern und Großeltern in Verruf und echte Schwierigkeiten. Dann bekam die Familie Weihnachtsbesuch aus Amerika. Tante Ursel aus Ohio hatte sich angekündigt.

Archivfoto: WW-Kurier

Kreisgebiet. Tante Ursel aus Amerika hatte ihre zehnjährige Tochter Kathy mitgebracht und die beiden freuten sich auf den Verwandtenbesuch in der alten Heimat Deutschland. Es dauerte nicht lange, bis Hans wieder einmal ausrastete und plötzlich das neudeutsche Wort „Ausländer raus!“ brüllte, das gegenüber an der Hauswand zu lesen war.

Kathy hatte mit einem solchen Empfang nicht gerechnet und war sehr traurig. Tante Ursel nahm sich den kleinen Wüterich zur Seite und sprach mit ihm. Es wurde still in dem Raum und Hans hatte plötzlich ein schlechtes Gewissen. Jedenfalls gab es eine überraschende Wende und die gesamte Familie wunderte sich über den plötzlichen Sinneswandel des kleinen Schreihals. Was war passiert? Tante Ursel erzählte die Geschichte ihres Lebens.

„Als ich jung war und geprägt durch die Nachkriegszeit eigene Wege für eine bessere Zukunft beschreiten wollte, gab es für mich nur ein Ziel: nach Amerika auswandern! In Amerika angekommen fand ich – obwohl ich eine Deutsche war, ein Nachkomme aus dem Land, das den zweiten Weltkrieg entfacht hatte – überall in dem freien Land Hilfe und Entgegenkommen. Schnell sprach ich englisch und konnte mich nicht nur gut verständigen, sondern die Amerikaner auch davon überzeugen, dass es überall auf der Welt gute und weniger gute Menschen gibt. Ich wurde schnell in meiner neuen Heimat integriert und fand viele neue Freunde.
Eine ältere kluge Frau, zu der ich ein besonderes Verhältnis entwickelt hatte, erzählte aus ihrem Leben. Sie war Jüdin, die aus Deutschland geflüchtet war und am eigenen Leib miterlebten musste, wohin Rassenhass führen kann. Millionen Menschen mussten auf der ganzen Welt durch die Kriegsfolgen sterben. Hass auf alles was anders war. Andere Hautfarbe, andere Religion, diese Tatsachen genügten schon um Hass zu entwickeln und zu schüren.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Fachkraft (m/w/d) für die Wohnstätte Mittelhof

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Chef vom Dienst (m/w/d) Redaktion

WesterwaldMedien Kuriere
57539 Etzbach

LKW-Fahrer (m/w/d)

Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG
57627 Hachenburg

Fachkraft (m/w/d) für die Wohnstätte Flammersfeld

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57532 Flammersfeld

⇒ Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Tante Ursel fragte den zahm gewordenen Hans, ob es nicht heute schon wieder so anfange? „Warum hast du gerufen: Ausländer raus?“ Hans schämte sich. Dabei sieht er täglich die Fernsehsendungen, bei denen auf den Rassenhass hingewiesen wird. Kein Deutscher braucht auf irgendein Privileg zu verzichten, alle werden satt und haben Arbeit. Warum sind so viele Menschen gegen Ausländer und demonstrieren allabendlich in einer anderen Stadt gegen die Menschen, die vor Krieg und Elend flüchten?

Tante Ursel fuhr mit ihrer Geschichte fort: „Stell dir mal vor, alle Ausländer gingen aus Deutschland zurück in ihre Heimatländer. Alle italienischen Eisdielen und Pizzerien wurden schließen, es gäb keinen Dönerladen mehr, kein Importobst und Gemüse, was würdest du essen? Alle Kleidungsstücke, Sport- und andere Schuhe aus dem Ausland würden verboten. Wer sollte und wollte nur deutsche Autos fahren in denen so viele im Ausland produzierten Teile verbaut sind? Kein Urlaub im sonnigen Ausland werde ermöglicht. Überleg einmal, wenn um deinen Heimatort – so wie damals in der DDR – eine Mauer entstünde, würdest du glücklich sein, und in einem solchen Land leben und dich entfalten wollen?“

Hans wurde sehr nachdenklich und die gesamte Familie war betroffen. Eine solche Betrachtungsweise war ihnen bisher fremd. Hans hat sich jedenfalls vorgenommen niemals mehr „Ausländer raus!“ zu rufen. Schade nur, dass diese Geschichte nur diese Familie kennt und nicht all die vielen Menschen, die derzeit – auch im Westerwald – gröhlend durch die Straßen ziehen. (repa)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Prominente Sportler bei Padel4Kids: Über 30.000 Euro für herzkranke Kinder

Beim ersten Benefizturnier "Padel4Kids" in Höhr-Grenzhausen trafen sportlicher Ehrgeiz und soziales Engagement ...

Aktualisiert: Gasleitung bei Baggerarbeiten beschädigt - Wohnhäuser in Altenkirchen geräumt

Am Donnerstagnachmittag (5. November 2026) wurde die Feuerwehr in Altenkirchen zu einem Gasaustritt im ...

Hachenburger Pils-Cup 2027: 40 Mannschaften kennen ihre Gruppengegner

Seit der Premiere im Januar 1992 hat sich der Hachenburger Pils-Cup zu einem der größten Hallenfußballturniere ...

Schutz vor Betrug: Verbraucherzentrale RLP bietet kostenloses Web-Seminar an

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz informiert über aktuelle Betrugsmaschen und gibt Tipps, wie man ...

Verbandsgemeinde Wissen mahnt zur Einhaltung der Sperrmüllregelungen

In der Verbandsgemeinde Wissen kommt es immer wieder zu Verstößen bei der Bereitstellung von Sperrmüll. ...

Ein Tag Arbeit statt Unterricht: Schüler spenden 16.125 Euro für Schule in Ghana

Für einen Tag tauschten Jugendliche des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums den Unterricht gegen Arbeit. Ihren ...

Weitere Artikel


Westerwaldbahn: Regionale Kooperation ist eine große Chance

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz begrüßt ausdrücklich, dass die Kreise Altenkirchen, Neuwied ...

Weihnachtsfreude für rund 400 Kinder

Es gab strahlende Kinderaugen und überraschte Gesichter in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende ...

Vermutlich zu schnell: Zwei leicht verletzte Personen

Ein 19-jähriger BMW-Fahrer war vermutlich zu schnell unterwegs gewesen. So jedenfalls sieht es die Polizei ...

Lebenshilfe und Toom-Baumarkt zeigen lebendige Inklusion

Mit dem gemeinsamen Weihnachtsbaum-Verkauf am Toom-Bauamarkt in Altenkirchen und der Lebenshilfe im Landkreis ...

Vorstellungsgespräch trainiert

Das Vorstellungsgespräch ist kein „Verstellungsgespräch”, unter diesem Motto absolvierten Schülerinnen ...

Verein blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Der noch junge Verein Ehrensache: Betzdorf e.V. blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Im Tätigkeitsbericht ...

Werbung